Nahwest und (nicht ganz so) Nahost

Roland Fischer am Donnerstag, den 5. Januar 2017 um 12:19 Uhr

Videos! Aus dem nahen Westen kommt diese hübsche Elektronummer, von einem Duo mit auch sehr hübsch wortwitzigem Namen: Paradisco (auf die Idee kamen natürlich auch schon andere – Minute 5!). Ein schöner Haufen Adams und Even.

Die Choerographie kommt übrigens von der umtriebigen Annalena Fröhlich, die auch in diesem jüngst veröffentlichten Clip prominent auftaucht – hier geht der Link gegen Osten, in den Libanon.

Keinzigartiges Lexikon: Folge 1

Gisela Feuz am Dienstag, den 3. Januar 2017 um 6:11 Uhr

Der Berner Schriftsteller Giuliano Musio spürt für KSB jede Woche einen heimlichen Verwandten eines vermeintlich einzigartigen Begriffs auf. Manuel Kämpfer illustriert ihn.

Heute: Die Mondschnuppe
Während Sternschnuppen nur dem Namen nach Sterne sind, handelt es sich bei Mondschnuppen um echte Monde, die plötzlich abstürzen. Besonders häufig kommen Mondschnuppen in der Atmosphäre von Jupiter vor, weshalb der Planet derzeit nur noch über siebenundsechzig von ursprünglich vierundachtzig Monden verfügt. Für die Erde hätte eine Mondschnuppe gemäß wissenschaftlichen Berechnungen schwerwiegende Konsequenzen: Das Fehlen des Mondes könnte etwa Auswirkungen auf die Gezeiten, auf den Orientierungssinn von Nachtfaltern oder auf den Menstruationszyklus haben. All diese Probleme würden, wie Experten versichern, glücklicherweise dadurch entschärft, dass durch eine Mondschnuppe jegliches Leben auf der Erde ausgelöscht wäre.


Auch bei einer Mondschnuppe kann man sich was wünschen – wenn die Zeit noch reicht.

Nächste Woche: Die Tagigall

Kulturbeutel 1/17

Milena Krstic am Dienstag, den 3. Januar 2017 um 5:37 Uhr

Die Krstic empfiehlt:
Jimi Hendrix covern? Ähem, eher nicht. Ausser, mensch tut dies in einer Manier à la Erika Stucky: scattig, rattig und rollig. Und jazzig. Am Sonntag in der Turnhalle des Progr. Am Freitag würd ich noch ins ISC an meine Lieblingsparty Trap ga losen, wenns wieder Larash heisst.

Fischer empfiehlt:
Begleitprogramm mal anders: Aus Anlass der Milieu-Ausstellung chaperones von Victoria Adam geht man, geführt von einem Archäologen und Historiker, in einer Nachtwanderung verborgenen, längst vergrabenen Geschichten Berns nach, am Freitag.

Mirko Schwab empfiehlt:
Langsam anrollen lassen, maximal mit 45 Runden die Minute. An der Plattenbörse in weiss the hell wo Düdingen stopfen Sie Löcher in der Sammlung oder reissen solche in Ihr Porte-Monnaie.

Der Urs empfiehlt:
Klar, zum momentanen Ciné-Talk gehört das Debatieren über busfahrende Dichter und dessen Hunde, aber hei, im REX läuft auch klassisches! Im Kinderkino am Samstag um 16:00: Die unendliche Geschichte. Skeptizistische Riesenschildkröten, verpennte Rennschnecken, kuschel-Drachen auf LSD und Steinbeissers grosse starke Hände… Ein Meisterwerk, ich will hin!

Herr Zellweger empfiehlt:
Russland und so: «Eine nicht umerziehbare Frau» erzählt die Geschichte der amerikanisch-russischen Journalistin Anna Politkowskaja. Vor zehn Jahren wurde sie ermordert, wohl weil sie sich in die Angelegenheiten der russischen Regierung eingemischt hatte. Ab Samstag in der Vidmar 2.

Frau Feuz empfiehlt:
Radio im Theater, denn ab Donnerstag werden Häusermann/Ratschko und Ursin alias RadioMoos das Schlachthaustheater in eine Sendestation verwandeln, in welchem vom Jingle, über das Hörspiel bis zur Warteschlaufe-Musik alles live vor Ort produziert wird.

Genossen №7: Bar der hohen toten Tiere

Mirko Schwab am Freitag, den 30. Dezember 2016 um 16:23 Uhr

Sind es die Tramadoltröpfchen oder ist eben gerade … Grosse Persönlichkeiten der Kulturgeschichte gehen im «3 Eidgenossen» eins ziehen. Heute: Wie kann man sich nur so hart gönnen?

Der Türsteher von der Lügenpresse entscheidet, wer hier rein kommt.

Das Jahr gibt langsam den Geist auf und viele sagen, das sei besser so. Seltenwar die Erleichterung über den einigermassen konstruierten kalendarischen Reboot so gross wie heuer. Die politischen Probleme aber werden wir mitschleipfen, wahrscheinlich werden sie auch erst in den nächsten Jahren in ihrer gesamten gruseligen Grösse vor uns aufgehen. Und obendrein (oder darum?) wurde auch noch fleissig gestorben in den Reihen derer, die uns vor solcherlei Orientierungsverlust warnen würden oder wenigstens und in süsser Ablenkung eine bessere Zeit bescheren: die Künstlerinnen, die Künstler. Alles zum Kotzen? Ja, aber mit Stil gekotzt wird erst nach dem Fest.

Es ist schon fast dunkel, draussen und in mir. Ich weiss dann, wo ich hin muss. Höhe Zytglogge kommt mir George Michael entgegen. Er wirkt geknickt, wie eine von der Altjahrsbise erfasste Solarium-Sonnenblume und kämpft sich ein Lächeln ab, als hätte ich ihn um ein Autogramm gebeten. Hab ich aber nicht. Bin schon fast links eingebogen, beim Strassencoiffeur vorbei und stehe endlich unter dem himmlischen Licht der Cardinaltafel. Noch schnell Zigi mache ich ab mit mir. Ein grosser, dicker Schrank leiht mir Feuer – seit wann gibts Türsteher bei den Eidgenossen?

«Seit wann gibts Türsteher bei den Eidgenossen?»  Das sei nur heute so, er kenne den Laden gar nicht. Sei bloss angestellt, bisschen sortieren, wer rein darf, wer heim darf – Türstehen halt. Gerade vorher einen heimschicken müssen, schmieriger Typ, der «Jingle Bells» erfunden habe oder so. Das reiche natürlich nicht für einen Eintritt. Ich frage den Dicken, was denn los sei da drin und wer ihn hier hin-, meine angestellt hat. Und übrigens sei das meine Stammbar, meine Wohnung, nicht aufplustern, gell. Das lässt ihn natürlich kalt. Er sei von der Lügenpresse angeheuert worden. Die würden entscheiden, wer hier rein darf oder wer abblitzt. Und er besorge dann halt die Drecksarbeit mit der Liste. Und was da drin abgehe, sei geheim, da könne er nichts sagen, da könne er nichts machen, nein.

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Frisch gepresst #4 «KASPASE 7»

Urs Rihs am Donnerstag, den 29. Dezember 2016 um 6:04 Uhr

«Frisch gepresst» die Serie auf KSB. Bringt zum Vorschein, was in feuchten Kellerstudios und synthesizerbestückten Dachböden unserer Stadt an Mukke produziert wird – vornehmlich Elektronisches, aber grundsätzlich alles was direkt ab Presswerk Spulwerk auf in meinem MK Kassettenrekorder landet.

Eigentlich wollte ich zuhause nur gemütlich meine Grippe durchziehen, als plötzlich eines meiner Burner klingelte, kurzerhand den Jakob Ejersbo – LIBERTY – zur Seite gelegt und rangegangen: «Hey it’s NARCO MARCO here, I have some re-up for you Suave, tapework called ‘KASPASE 7’, get it at the spot, over and out!»
Ich werf den Knochen beim Rausgehen in die nächste Tonne, wie hat der nur diese Nummer gekriegt? Naja, auf zum Spot und die Ware begutachten, bleibt ja nichts anderes übrig, trotz üblem Katarrh, that’s business.

Die Ware ist – wie erwartet – vom Feinsten. Da gibts nichts zu husten, sauber gespult, schön geschnitten, rough street-stuff für Audiofetischisten. Die Kassette knallt, die Tonbandsättigung tut das Ihrige dazu bei, brutal warm, dicke Bässe, prägnante Höhen, leichtes Hintergrundrauschen, 80‘s style. Like riding the golden dragon…

Liebhaberhandwerk, sowieso nichts besser als das «there is nothing stronger than the heart of a volunteer nerd» hat mal einer gesagt, true shit.
Die Integrität von Enthusiasten; eines der besten Heilkräuter gegen Misanthropie. Aber Schluss jetzt mit Metaphysik und back to topic, da wummert schliesslich immer noch – schön roh und dreckig – ein neues Tape in meinem Walkman. Diesen Beitrag weiterlesen »

Jahresrückblick vom Zeichentisch

Gisela Feuz am Mittwoch, den 28. Dezember 2016 um 6:14 Uhr

Eine scharfe Beobachtungsgabe und ein Interesse an Menschen und Klischees ist unabdingbar, will man ein erfolgreicher Karikaturist werden. Das macht die diesjährige Ausgabe von «Gezeichnet» einmal mehr klar, also diejenige Ausstellung im Museum für Kommunikation, welche alljährlich die besten Schweizer Pressezeichnungen zeigt. Von rund 50 Karikaturisten (wovon gerade mal sechs weiblich sind) werden dieses Jahr insgesamt 200 Werke gezeigt, welche die wichtigsten Debatten und Ereignisse des vergangenen Jahres aufgreifen.

Sarkastisch, bitterbös und teilweise grotesk oder zumindest humorvoll überzeichnet wird da mit scharfer Feder den nationalen und internationalen Grössen aus Politik und Gesellschaft zu Leibe gerückt. Daneben spielen Themen wie Brexit, Burka-Verbot, (fehlende) Willkommenskultur, die Flüchtlingskrise oder die Kommerzialisierung von Kunst und Religion genau so eine Rolle wie etwa der Tod von Fidel Castro oder Bud Spencer. Und ja: Sie ist omnipräsent, die blonde Tolle des neuen amerikanischen Präsidenten. Das viereckige Schrankgesicht und die blonde Föhnwelle des Polteres sind ja aber auch ein Traum jedes Karikaturisten und manch einer dieser Gilde dürfte vor lauter Freude innerlich gejauchzt haben ob der Wahl des Herrn Trump. Aus beruflichen Gründen, versteht sich.

Tom Künzlis alias TOMZ Kommentar zur Föhnwelle der amerikanischen Nation

Die Ausstellung «Gezeichnet 2016» ist noch bis am 29. Januar im Museum für Kommunikation zu sehen. In der kleinen aber feinen Ausstellung gibt es unter anderem Zeichnungen von Felix Schaad (Tages-Anzeiger), Patrick Chappate (NZZ am Sonntag/Le Temps) und Orlando (Der Bund) zu sehen.

Kulturbeutel 52/16

Christian Zellweger am Dienstag, den 27. Dezember 2016 um 12:18 Uhr

Herr Zellweger empfiehlt:
Zum Jahresende noch einmal ins schöne Rex, ganz ohne Film gucken: Die letzte «Rextone»-Sause 2016 findet am Donnerstag statt. Die DJs von «Discothèque Africaine» kommen aus Deutschland, ihr musikalisches Herz schlägt aber für den schwarzen Kontinent. Vorher ist gleichenortes übrigens noch Filmquiz.

Frau Feuz empfiehlt:
Diese Woche lässt’s sich wieder formidabel in töteliger Umgebung lustig tun: Die Bar der toten Tiere im Naturhistorischen Museum hat bis und mit Silvester geöffnet und bietet vielseitiges Rahmenprogramm.

Mirko Schwab empfiehlt:
Sonntag-Sonntag, 1. Januar 2017
: Von 5 AM bis 5 PM tanzen bei Laranja. Zwischen Kunst, Queerness, Feminismus und Delirium. Playground Lounge, wo die Sonne niemals scheint.

Die Krstic empfiehlt:
Am Mittwoch gemütlich an eine Lesung chillen, why not? Christian Brantschen begleitet am Piano, während Lenz aus «Die schöni Fanny» liest. Ab 19.30 Uhr in der Turnhalle des Progr. Hups, zu spät gemerkt, ist ausverkauft. Sonst welche Tipps, liebe Lesenden? Toben Sie sich in den Kommentarspalten aus.

Der Urs empfiehlt:
Letze Woche mal beim Abendessen mit einem jungen CAFE BAR MOKKA Engagierten gesessen, war schön zu hören, dass dort der Wind weiterweht, frisch und frei. Leinen los also und auf Richtung Alpen. Zum Beispiel am 31. Dezember, zur legendären Sylvesterparty, mit an Bord übrigens auch Altbekannte: THE MONOFONES, live on stage natürlich!

 

#BernNotBrooklyn

Gisela Feuz am Sonntag, den 25. Dezember 2016 um 12:57 Uhr

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist mächtig was los. So werden in unseren Theatern nicht einfach einzelne Stücke aufgeführt, sondern dreiteilige Soaps, wobei  die Protagonisten auch mal ins Innere einer Luxus-Limousine verfrachtet werden.

Der dritten Teil der multikulti Saga «Heimat Cosmos» von Club 111 startet nächsten Donnerstag im Schlachthaus Theater, wo an Silvester denn auch alle drei Teile am Stück aufgeführt werden.

Höhenfeuer 2.0

Milena Krstic am Samstag, den 24. Dezember 2016 um 16:08 Uhr

Jawoll, da sind wir schon zu spät dran, um Ihnen eine Weihnachtsgeschenk-Empfehlung abzugeben. Aber Sie können sich «Gaumbenfieber», den Foto-Comic aus Bern, auch so ziehen.

Im Brocki-Chique auf Wanderschaft. Foto: Pius Bacher

Ist das eigentlich ein Trend unter uns jungen Menschen, sich in eine Alphütte zu verkriechen, alleine oder mit Friends, und sich abseits von Internet und fliessend Wasser ein Abenteuer zu gönnen? Dort können wir unseren Brockenstuben-Chique zelebrieren und Kaffee schlürfen aus Titan-Tassen, UNO spielen und zäme öppis Feins chöcherlen.

Diese Ästhetik, oder eben diesen Trend,  haben nun ein paar junge Menschen aus Bern aufgegriffen und ihre Ideen dazu in das Buch «Gaumenfieber» fliessen lassen. Der Foto-Comic ist kürzlich beim jungen Verlag Union Bild erschienen und erzählt in «94 Fotografien und wenig Text», wie die Macher*innen selbst erklären, die Geschichte von fünf jungen Leuten, die sich drei Tage lang in eine Alphütte verabschieden.

Was gemütlich werden soll, wird zu einem gespenstischen Splatter-Erlebnis: da erscheinen gruslige Gestalten und passieren zwischenmenschliche Liebes-Scharmützel.

Es ist ein kurzweiliger Spass, sich durch die kontrastreichen Fotografien von Pius Bacher zu blättern und mitzuverfolgen, was für ein Schauermärchen sich diese (aus Berns Kulturleben bereits zum Teil bekannten) Leuts ausgedacht haben (Regie: Joel Hafner). Schön ausgesucht sind auch die Schauplätze: das Walliser Obergoms und Lengtal am Nufenenpass nämlich. Und dank dem trashigen SennentuntschiAspekt gibts einen zusätzlichen Amüsement-Faktor.

Die Vernissage ist schon gewesen. Sie können «Gaumbenfieber» für CHF 16.- (exkl. Versand) hier bestellen. 

PS. Beim Durchblättern von «Gaumbenfieber» ist mir Fredi M. Murers Film «Höhenfeuer» in den Sinn gekommen. Wäre doch etwas, sich dieses poetische Werk über die Festtage mal (wieder?) anzusehen.

«Saufen für die Obdachlosen»

Gisela Feuz am Freitag, den 23. Dezember 2016 um 10:51 Uhr

Viele halten das Dead End, das dreistöckige Haus beim Henkerbrünnli, einfach nur für eine zwielichtige Spelunke, in die man einkehrt, wenn alles andere bereits geschlossen hat. Der traurige Vorfall, der sich kürzlich vor den Dead-End-Toren ereignet hat (das Mutterschiff hat hier darüber berichtet) und bei dem ein Mitarbeiter ums Leben kam, dürfte bei einigen die Vorurteile noch verstärkt haben.

Weniger bekannt ist, dass das Dead End auch eine Notschlafstelle und eine Gassenküche beherbergt und somit eine wichtige soziale Funktion in der Stadt Bern übernimmt. Frau Feuz hat im Sommer 2016 mit ihrem Aufnahmegerät einen Tag und eine Nacht im Dead End verbracht. Im Audio-Feature «Saufen für die Obdachlosen» kommen BetreiberInnen des Dead Ends zu Wort sowie Menschen, welche sich in der Gassenküche verköstigen oder im Sleeper übernachten. Und natürlich dürfen auch die zum Teil nicht mehr ganz so artikulationsstarken Partyraketen der frühen Morgenstunden nicht fehlen.

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