Der Zeppelin hebt wieder ab

Roland Fischer am Mittwoch, den 3. Mai 2017 um 13:24 Uhr

Rasche Meldung aus der Lorraine: Das Gentrifizierungszentrum Zeppelin nimmt seinen Betrieb demnächst wieder auf. Endlich wieder eine nette Bar, kaum einen Steinwurf vom verkehrsberuhigten und politisch beunruhigten Quartierleben entfernt.

Der Infoabend gestern sei entsprechend lebendig verlaufen. Nächste Woche also dann Eröffnung, am Donnerstag – und am Freitag geht’s schon in die grossen Ferien.

Keinzigartiges Lexikon: Folge 18

Gisela Feuz am Dienstag, den 2. Mai 2017 um 6:53 Uhr

Der Berner Schriftsteller Giuliano Musio spürt für KSB jede Woche einen heimlichen Verwandten eines vermeintlich einzigartigen Begriffs auf. Manuel Kämpfer illustriert ihn.

Heute: Klipp
Nicht alles, was man mit Nachdruck vermitteln will, sagt man klipp und klar: Manche Aussagen sind auch schlicht nur klipp. Einer klippen, aber unklaren Sprache – erkennbar an der übermäßigen Verwendung von Schnalz-, Zisch- und Knalllauten – bedient man sich vorzugsweise dann, wenn man nichts zu sagen hat, aber unbedingt etwas sagen möchte. Sie wird etwa in Berufsbezeichnungen wie „Proactive Coordination Analyst“ oder in geistreichen Songzeilen wie „Schalala“ oder „Live is life“ deutlich. Die klippe Sprache ist aber auch bei Kiffern beliebt, die einem erklären, wie wenig man vom Leben begriffen hat. Oft geht mit ihr ein Anschwellen des Oberkörpers einher, wie es bei Waldhühnern und Fasanen während der Balzzeit beobachtet werden kann.


Inzwischen wird die Kunst des klippen Sprechens in Managerseminaren und Marketingweiterbildungen gelehrt.

Nächste Woche: Der Serienselbstmörder

Kulturbeutel 18/17

Milena Krstic am Montag, den 1. Mai 2017 um 5:15 Uhr

Die Krstic empfiehlt:
U n b e d i n g t  noch «I Am Not Your Negro» im Rex anschauen gehen (hat auch der Schwab gesagt, hier). Es gibt noch Möglichkeiten bis am Mittwoch. Und am Freitag gibts im Schlachthaus Genderpuff: Nach einem Text von Ariane Von Graffenried wird dort «der Geschlechterkampf gespielt». Ich will das Nummerngirl sein.

Frau Feuz empfiehlt:
Heute Abend ist das apokalyptische Metal-Riffmonster Mantar im ISC zu Gast, am Mittwoch gibts im Rössli Psychedelic-Krautrock mit Harvey Rushmore & the Octopus auf die Ohren und ab Donnerstag (internationaler Star Wars Tag!) stellt im Stauffacher die lokale Elite von Grafiker*innen und Ilustrator*innen ihre Bilder und Poster zu Sci-Fi-Geschichten aus.

Konfuzsius Rihs empfiehlt:
Bleibt bei Bildhaftem und wohl Handgeformtem, am DESIGN FESTIVAL BERN. Der BEA fürs Kreativproletariat quasi – vielleicht sollte man da ein Kombiticket anbieten, zur Überwindung des FIZZEN-Landi-Grabens. Zwischen Simmentaler Fleckvieh und CMYK. Vom Freitag 5. bis Sonntag 7. Mai, in der ganzen Stadt verteilt.

Fischer empfiehlt:
Menschliches, Allzumenschliches und Artifizielles. In der Dampfzentrale mit der Tanztruppe Unplush, die sich eine Waschmaschine und einen kleinen Roboter mit auf die Bühne holen, am Samstag und Sonntag. Und am out+about-Festival im Westen draussen, wo ein tolles Prä-Aua-Programm zu sehen gibt, zum Beispiel mit The Thing – An Automatic Workshop. Oder einer Slotmaschine als Cocktailrezept-Shuffler.

#BernNotBrooklyn Safariversion

Gisela Feuz am Sonntag, den 30. April 2017 um 11:22 Uhr

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist mächtig was los.

Zum Beispiel wenn das Dead End zur Safari Night lädt und dazu den ganzen Laden in einen vertiablen Dschungel verwandelt. Zebra, Nashorn, Flusspferd, Affen alles da, an der Tränke tummeln sich Discotiger und Partylöwen, auf der Bühne wildert Frankie Safari und auf dem Dancefloor steppt der Bär.

Nicht gewildert, sondern liebevoll von Hand gefertigt: Zebra by Miroslawa Mäder

Posten Sie Ihr Foto/Video auf irgendeiner digitalen sozialen Plattform mit dem Zusatz #BernNotBrooklyn. KSB wählt unter den Fotos das leckerste aus und veröffentlicht es pünktlich zum Katerfrühstück. Ausser Sie heissen Konfuzius Rhis, spielen bis morgens 6:42 Räuber und Puppen im Hexenhaus und posten dann vorbildhaft grad direkt.

#BernNotBrooklyn

Urs Rihs am Sonntag, den 30. April 2017 um 6:42 Uhr

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist mächtig was los.

Zum Beispiel in den verbleibenden Räuberhöhlen, wo Hexen und Halunken hausen, die bis in die Puppen Karten spielen und bis zur Morgenröte zu konspirieren wissen.
Dort wird der Kitt verstrichen, welcher unser Pflaster so schön zusammenhält…

Hierbei handelt es sich gewiss um ein Symbolbild –

Besetzter Beutel

Mirko Schwab am Samstag, den 29. April 2017 um 6:06 Uhr

Die Kulturbesetzungen «Café Toujours» und «Familie Osterhase» spannen unter dem Namen «Nou Norm» für eine gemeinsame Aktionswoche zusammen. Ein revolutionärer Sonderbeutel.

Wer ganz generell darüber auf dem Laufenden sein möchte, was kulturell abgeht in Berns Besetzernetz: Ausschau halten nach einem der liebevoll gestalteten «Bsetzt!»-Flugblättern (Im Bild – Props gehen raus an den Lieblingsillustratoren Tobias Bolliger.)

Liebe
Kulturbürger_innen mit Abonnement,
Student_innen mit Altbauwohnung,
Teenager_innen mit Ausreissgelüsten,
undsoweiter

Wir haben im hauptstädtischen LoFi-Feuilleton der Herzen schon feierlich die Nase gerümpft über die massenmediale Auseinandersetzung mit Berns Hausbesetzer_innen. Haben im Letuschenbach auf die vergoldete Türmatte gekackt für einen lächerlich unterinformierten Klick-Generator in journalistischer Aufmachung. Üh, hat das Spass gemacht. Aber ein bisschen zündeln ist erst die halbe Miete und ein Leichtes. Was also ist unsere gewinnende Perspektive auf die Kultur- und Wohnprojekte am Rand der Stadt?

Hingehen! Die Auseinandersetzung vor Ort ist Bürger_innenpflicht, sobald am analogen und digitalen Stammtisch darüber diskutiert wird. In Holligen und Ostermundigen ist Leerstehendes in Sinnvolleres überführt worden alhamdulillah. Was da läuft, zeigt Ihnen der folgende besetzte Sonderbeutel mit Empfehlungen der revolutionären All-Star-Redaktion:

Die Luxemburg empfiehlt:
Gang zum Gangloff! Am Mittwoch ruft das Café Toujours auf zu Brot und Spielen. In umgekehrter Reihenfolge gibts ab 16 Uhr Volleyball für alle (VoFA). Hinterher gemütliches veganes Znacht und Spieleabend. Oder wie ich immer zu sagen pflege: Fest und klar und heiter sein, ja heiter trotz alledem, denn das Heulen ist Geschäft der Schwäche.

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Holligen: Randnotiz

Roland Fischer am Freitag, den 28. April 2017 um 11:21 Uhr

aufgezeichnet von Helmut Dick

Wie schon am Vortag komme ich wieder an der ehemaligen Kehrichtverbrennungsanlage vorbei. Ich überlege kurz, ob ich noch einmal zu dem Brachgelände hochgehe. Genau in diesem Moment kommt, wie gestern, wieder der ältere Herr auf seinem E-Bike den Hügel heruntergefahren. Und auch heute fällt mir auf, wie eigenartigartig er die Rechtskurve am Ende des Hügels durchfährt. Er schneidet die Kurve nicht nur in einem komischen Winkel an. Auch das Zurücknehmen der Fahrgeschwindigkeit steht nicht im Verhältnis zur eigentlichen Reisegeschwindigkeit. Und dann noch diese angespannte Konzentration in seinem Gesicht.
Heute stoppt der Mann kurz hinter der Kurve, steigt ab und schaut nach dem Hinterrad seines E-Bikes. Kurz entschlossen gehe ich zu ihm hinüber. Ich beginne das Gespräch mit der Frage, ob etwas nicht in Ordnung sei. „Sie sind mir auch gestern schon mit Ihrem Fahrrad aufgefallen“. Ich merke, dass er es merkwürdig findet, dass ich ihn beobachtet habe. Darum beginne ich von Transform zu erzählen. Dass ich als Künstler dabei bin das Holligen Quartier zu erkunden. Und ich erzählte ihm von meinen Projekten. Bei The Blinking scheint ein Auto nachts in ein großes Gebäude gefahren zu sein und sowohl Auto als auch das ganze Haus blinken plötzlich einheitlich im selben orangefarbenen Rhythmus.
Das gefällt ihm. Auch er beginnt zu erzählen. Er arbeitet in einer Verwaltung. Noch ein paar Jahre bis zur Rente. Er fährt hier fast jeden Tag vorbei. Genau durch diese Kurve. Wenn er von der Arbeit kommt. Seit er das E-Bike hat, fährt er sogar schon mal eine Extrarunde. Seine Frau sagt immer, er soll es nicht rumerzählen. Aber er hat diese Faszination schon seit vielen Jahren. DENN wenn er es schafft GENAU, HAARGENAU im richtigen Bogen durch DIESE Kurve zu fahren, mit dem ABSOLUT richtigen Neigungswinkel UND EXAKT passender Geschwindigkeit DANN MUSS es möglich sein, in eine andere, noch UNBEKANNTE Dimension hinüberzufahren .
Ich habe ihn dann noch alles Mögliche gefragt, aber nicht wie er denn wieder zurückkommen würde. Dann hat er sich freundlich verabschiedet. Er müsse jetzt aber weiterfahren, da sich seine Frau sonst Sorgen machen würde.

Ich würde gerne im Zug sitzen und in einer gefunden Berner Zeitung die Randnotiz lesen, dass ein Mann aus Holligen mit Fahrrad auf dem Weg nach Hause spurlos verschwunden ist.

Das transdisziplinäre Kunstprojekt transform fragt in seiner sechsten Ausgabe gemeinsam mit zehn Kunstschaffenden aus allen Sparten und einer Jury bestehend aus BewohnerInnen Holligens, was Kunst im öffentlichen Raum Holligens soll. Seit Februar diskutiert die Jury gemeinsam mit transform, was sie von Kunst für ihr Quartier erwarten. Im April waren die eingeladenen KünstlerInnen in Holligen unterwegs und traten mit dem Quartier in Interaktion. Die Jury entscheidet demnächst, welcher ihrer Projektvorschläge für ein grosses Kunstprojekt in Holligen realisiert werden wird.

«Ich brauche dringend einen Drink»

Milena Krstic am Donnerstag, den 27. April 2017 um 6:00 Uhr

Gestern habe ich mir mit einer einer ganzen Teenager-Schulklasse das Stück «Das beste aller möglichen Leben» in der Vidmar angeguckt. Die Kids waren verstört. Und ich auch. Wenn auch nicht unbedingt aus denselben Gründen.

Die Mittelstandstragik in grau und ein überdimensionaler Säugling. Foto: Annette Boutellier

Die Medienfrau des KTB ist mittlerweile zu einer mir lieb gewordenen Bekannten avanciert, die mich immer motiviert auf neue Stücke aufmerksam macht. Bei «Das beste aller möglichen Leben» hatte sie mich nicht gleich im Sack, weil mich das Thema etwas anödete: Ein Paar mit Kinderwunsch bekommt mitten in der Nacht einen Korb mitsamt Säugling drin vor die Tür gestellt. Laaangweilig, gähnt es da aus mir heraus, aber der Zusatz im Medientext, dass der amerikanische Autor Noah Haidle mit einem anderen Stück («Alles muss glänzen») im Jahr 2015 einen Preis gewonnen hat und auch die Tatsache, dass die Premiere ausverkauft war, liessen mich aufhorchen. Ich ging also hin.

Was dann geschah, konnte ich nicht erwarten, niemand konnte das. Dieser Säugling nämlich (gespielt von David Berger und Jürg Wisbach) fängt an zu quatschen, tanzt einen wunderbar grotesken Tanz und durchlebt innerhalb von zwei Stunden ein ganzes verdammtes Leben. Und mit «verdammt» meine ich das wörtlich, weil da kommen alle menschlichen Abgründe darin vor, die so ein Leben mit sich bringen kann: Drogen, Vergewaltigung, Betrug, Lug und hässlich verzweifelte Versöhnung. Was für ein Reigen, was für ein Grauen.

Die Eltern (Kornelia Lüdorff und Jonathan Loosli) schweben zwischen Entzücken, Verwantwortungsbewusstsein, Ekel und Abscheu angesichts dieses Säuglings, der sich rasant zum predigenden Greis wandelt.

Regisseur Mario Matthias inszeniert die Hässlichkeit eines Paares im Mittelstands-Dasein mit Witz und Schalk (diese Choreographien!) und lässt keine unnötigen Längen zu.

Der Text trägt unendlich viel Kopfnick-Material in sich: Da fragt sich dieser überdimensionale Säugling so Existentielles wie:

«Und das ist das Leben? Etwas, das man erträgt?»

«Wie oft kann es brechen?» (mit «es» meint er das Herz) und «Grundlos aus Enttäuschungen besteht es» (er meint das Leben) und schliesst mit den Worten:

«Ich brauche dringend einen Drink.»

Als das Stück fertig ist, bin ich es irgendwie auch. Die Teens raunen sich «Shit, ds isch huere schräg gsi» zu und ich denke nur so: «Shiiit, so chas ga».

Fazit: Das Stück ist ganz klar sehenswert. Aber seien Sie darauf gefasst, mit eigenen Gruseligkeiten konfrontiert zu werden. Entweder, Sie wollen sich danach besaufen, oder ihre Beziehung beenden. Oder Ihren Job kündigen. Oder gleich alles zusammen.

«Das beste aller möglichen Leben» läuft noch bis am 20. Juni. Alle Daten gebündelt finden Sie hier. Und hier noch die seriös tolle Besprechung aus dem Mutterschiff.

Bizarre Musikgenres Teil 25: Gospel Black Metal

Gisela Feuz am Mittwoch, den 26. April 2017 um 6:34 Uhr

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: Gospel Black Metal.

Zurückgerufen hat er dann doch nicht. Aber irgendwie kann man es ihm auch nicht verübeln, diesem Manuel Gangneux, denn der 28-jährige Basler geht mit seinem Unterfangen Zeal & Ardor gerade durch die Decke. Und zwar mit Lichtgeschwindigkeit. Noch bevor der Sohn eines Wallisers und einer Amerikanerin auch nur ein Konzert gespielt, geschweige denn eine Platte herausgegeben hatte, wurde er von der internationalen Presse gefeiert, als wäre er der Retter der Musik. Ist er ja irgendwie auch, weil er nämlich demonstriert hat, dass noch nicht alle musikalischen Pfade ausgetrampelt sind. Gagneux kombiniert bei Zeal & Ardor zwei Genres, welche weiter nicht auseinanderliegen können: Black Metal und Gospel. Wie das klingt? Fantastisch.

Mit Metal habe er sich bereits in seiner Jugend beschäftigt, sagt Gagneux in einem Interview bei Radio Deutschland Kultur und auf die choralen Gesänge der Sklavenbewegung sei er in den öffentlich zugänglichen Archiven des Alan Lomax gestossen. Beides verwurstelt hat Gagneux alleine im stillen Kämmerchen, herausgekommen ist eine rund 25-minütige Platte mit dem klingenden Namen «The Devil is Fine». Vorletztes Wochenende präsentierte Gagneux seine Songs dann zum allerersten Mal live, und zwar in der Kaserene Basel beim Czar of Crickets Festival vor ausverkaufter Hütte.

Während auf der Platte die hymnischen Gospel-Klänge und die Death-Metal-Blast-Beats manchmal klanglich auseinanderklafft, werden die Songs von Zeal & Ardor live dank solider Band und v.a. auch dank zwei stimmgewaltigen Backgroundsängern zum stimmigen, organischen Ganzen. Mit Black Metal hat Zeal & Ardor allerdings höchstens ansatzweise zu tun, dafür ist «The Devil is Fine» mit seinen machmal schon fast poppigen Ansätzen dann doch zu eingängig (nicht dass das schlecht wäre), sonst wäre der Titeltrack wohl kaum kürzlich bei «Germany’s Next Top Model» zu hören gewesen. Herr Gagneux scheint ja selber durchaus über eine poppige Ader zu verfügen, was auch die Tatsache zeigt, dass er bei der Czar of Crickets Aftershow-Party, wo er sich als DJ betätigte, Heuler wie Missy Elliot aus der Plattenkiste klaubte.

Man mag ihm den Hype und die Auftritte bei renommierten Festivals wie Roadburn oder Reading von Herzen gönnen, diesem Manuel Gagneux, und zwar weil da einer eine Platte geschmiedet hat, die richtig Freude bereitet und weil hier endlich mal wieder ein Schweizer das Zeugs dazu hat, international durchzustarten. Gute Reise, Herr Gagneux, may the devil be with you. Lassen sie sich einfach nicht verheizen, gellen Sie.

Keinzigartiges Lexikon: Folge 17

Gisela Feuz am Dienstag, den 25. April 2017 um 6:52 Uhr

Der Berner Schriftsteller Giuliano Musio spürt für KSB jede Woche einen heimlichen Verwandten eines vermeintlich einzigartigen Begriffs auf. Manuel Kämpfer illustriert ihn.

Heute: Das Dünnicht
Dünnichte sind, anders als Dickichte, sichere und überwachte Zonen im Wald, der bekanntlich von jeher der Todfeind des Menschen ist. Die vom Bundeswaldgesetz verordneten Dünnichte sind mit Scheinwerfern und Feuermeldern ausgestattet und von jeglichen Gefahren befreit worden: Regelmäßig entfernen Gärtner spitze Zweige, Dornen, giftige Beeren, aus dem Boden ragende Wurzeln und ekliges Moos. Das nervtötende Vogelgezwitscher wird von angenehmer Liftmusik übertönt, und alle Tiere sind auf den Fuchsbandwurm getestet. Mithilfe von Pestiziden hat man Zecken, Mücken und singende Pfadfinder ausgerottet. Dank klarer Beschilderung sind sogar Orientierungsläufe einfacher geworden. Waldspaziergänge und Erholung sind endlich kein Widerspruch mehr.


Die in Dünnichten lebenden Igel werden monatlich von Hundesalonbesitzerinnen entstachelt.

Nächste Woche: Klipp