Keinzigartiges Lexikon: Folge 20

Gisela Feuz am Dienstag, den 16. Mai 2017 um 6:58 Uhr

Der Berner Schriftsteller Giuliano Musio spürt für KSB jede Woche einen heimlichen Verwandten eines vermeintlich einzigartigen Begriffs auf. Manuel Kämpfer illustriert ihn.

Heute: Der Flederhamster
Der Flederhamster ist das einzige fliegende Säugetier neben der Fledermaus und der Schwebekuh. Sein Flug zeichnet sich durch die typischen Schaukelbewegungen aus, die gewöhnliche Hamster nur mithilfe eines Hamsterrads hervorbringen. Der Flederhamster, der bei den Inka übrigens als Glücksbringer galt, orientiert sich über Ultraschalllaute, sofern seine Backen nicht gerade vollgestopft sind. In der transsilvanischen Literatur des frühen achtzehnten Jahrhunderts waren Vampire zunächst noch den Flederhamstern nachempfunden. Ihre langen Nagezähne wirkten aber wenig furchteinflößend. Erst als die englische Literatur stattdessen die Fledermaus mit ihren Reißzähnen als Vorbild nahm, stand dem Erfolg der Vampirromane nichts mehr im Weg.


Das Wort „masuklcha“ in der Sprache der Inka bedeutet zugleich „Flederhamster“ und „Juhu!“.

Nächste Woche: Die Sintebbe

Kulturbeutel 20/17

Gisela Feuz am Montag, den 15. Mai 2017 um 6:25 Uhr

Frau Feuz empfiehlt:
Am Mittwoch kommen Digger Barns und Pencil Quincy mit ihrer Diamond Road Show auf Besuch ins Rössli, wir haben hier bereits über die bezaubernden handgemachten Visuals berichtet. Am Freitag halten dann die Russen Einzug im Kino Rex: «Feiern, Trinken, Tanzen» ist die Devise des Datscha-Projekts und was eignet sich besser dazu als Balkan-Electro-Franzosenpolkas, durchmischt mit wilden Bläsern, einem ordentlichen Schuss Punk und russischem Jazz der dreissiger Jahre, he? Genau: ничего!

Die Krstic empfiehlt:
«Lick my cunt consumption» ist meine Lieblingstextzeile des Jahres 2017 und sie kommt von JPTR, diesem abgefahrenen Zürcher Duo, das sich geschlechtsneutral inszeniert und Musik macht, die von irgendwo tief unten kommt. Schlagzeug (Ramón Oliveras) und Stimme (Andrina Bollinger) reichen, um eine Revolution zu vertonen. Am Sonntagabend in der Turnhalle im Doppelpack mit den Charmanten vom Am Kap.

Der Urs empfiehlt:
Gehts doch mal in die Sattelkammer an der Zähringerstrasse 42. Am Mittwoch gibts dort trotz Frühling eine Vernissage im «SCHNEE GESTÖBER». Mit diffusen Strukturen im Fokus – eine Ausstellung von Natalie Reusser und Myriam Gallo.
Dann gönnts euch das erste Tape von «FRANK SPIRIT» junger oldschool-house shizzle out da hood –  smooth as f***!
Und hörts doch mal bei «Kap Druhad» rein, am Sonntag im Ross. Drei Ausnahmeirre spielen Dudelsack, Cello, Hackbrett und Schlagzeug – muss was sein!

Mirko Schwab empfiehlt:
Von ersten Gehversuchen bis zu kleinen Meisterwerken gibts am studentischen Kurzfilmfestival mit dem leider bisschen abtörnenden Namen Academy Shorts allerhand anregende Bewegtbildkunst zu sehen, hopp nach Fribourg also. Auch nice und am Freitag im Kairo: Die Burschen von What Josephine Saw um Siebensiech Max Kämmerling schmeissen der leichtfüssigen Gitarrenmukke ein Fest.
Und #KrewLove am Samstag in der Schlosserei: Milena Milena aufm Cruise Ship Misery am been, anderes Verschrobenes mehr, Spoken Word, Alleinunterhalterpianos, Trash, Techno, Liebe à la Cold Storage Records.

Fischer empfiehlt:
Das Auawirleben geht in eine exzessive, überexponierte zweite Woche, zum Beispiel mit 69 Performance-Positionen oder 50 Grades of Shame in der Dampfzentrale. Und musikalischen Exzess verspricht der Auftritt der Ghost Wolves heute abend an der Schwarztorstrasse.

#BernNotBrooklyn

Milena Krstic am Sonntag, den 14. Mai 2017 um 5:19 Uhr

Bern Düdingen ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der HauptstadtPampa ist mächtig was los.

Zuerst war da dieses Interview, das ich führen sollte mit dem Alexander Frei, der momentan als Crimer die Radiostationen um den Finger wickelt mit seinem 80ies-Depeche-Mode-Verschnitt-Sound. Natürlich ging ich da mit Vorurteilen ran, ein bisschen hässig war ich, wie das möglich ist, dass sich einer nichts Neues überlegt und dann allen den Kopf verdreht.

Ja, dann hats mich selbst gepackt und ich konnte nicht anders, als mir am Freitagabend im Bad Bonn sein Konzert ichezzieh. Ich stand ganz vorne am Bühnenrand und hab per Instagram die Welt meine Follower wissen lassen, dass der Crimer hot ist.

Posten Sie Ihr Foto/Video auf irgendeiner digitalen sozialen Plattform mit dem Zusatz #BernNotBrooklyn. KSB wählt unter den Fotos das leckerste aus und veröffentlicht es pünktlich zum Katerfrühstück.

Hübsch gebautes Stück №1 – Die Oberzolldirektion

Urs Rihs am Samstag, den 13. Mai 2017 um 13:19 Uhr

– Hübsch gebaute Stücke – Die KSB-Gang hält Ausschau nach Perlen der Baukunst inmitten unseres von Mittelmässigkeit durchwucherten grauen Dschungels. Erstes Objekt, die Oberzolldirektion an der Monbijoustrasse 40. Ein Bau mit unaufdringlicher und trotzdem selbstbewusster Präsenz. Ein Gebäude das Blicke bannt, ohne Protz – konstruiertes Understatement

Es ist schon ein Weilchen her – an einem verschneiten Mittwochabend im Winter – als die KSB-Gang an einem Tisch über städtische Architektur zu sinnieren begann, bei gutem Rum, Gurkenwasser und Raucherwaren. Wir fragten uns, wo stehen sie, die gut gebauten Stücke, die Gebäude mit Selbstachtung, die Stiloasen mit Ausstrahlung, die der Beliebigkeit die Stirn bieten.

Dabei landete man plötzlich bei diesem Verwaltungsgebäude – welches aussieht als sei es der Feder eines Ligne claire Comic Zeichners entsprungen – dem Hauptsitz der Oberzolldirektion an der Monbijou-Allee. Vielleicht der geschmuggelten Genussmittel auf der Küchenablage des Rockboys wegen, vielleicht aber tatsächlich wegen der beiläufigen Eleganz dieses Gebäudes, mit seiner so nonchalant geschwungenen Hauptfassade als point de vue. Wahrlich ein Blickfang, der Fischer – Bloginterner Architekturspezialist – sprach von einer der stilsichersten Baute unserer Stadt. Erste Nachkriegsmoderne und so – ich traute mich trotzdem mal hin, an den Empfang dieser Bude, um mehr zu erfahren, über die Entstehung und die Geschichte dieses Objekts – es wurde zu einer kleinen Odyssee.

Die klar strukturierte Fensterfassade des Kopfbaus, von der Frontseite her betrachtet.

Gebaut vom Architektenpaar Hans und Gret Reinhard – später berühmt geworden mit ihren Pioniersiedlungen im Tscharnergut, Gäbelbach, Schwabgut u.a. – zusammen mit dem Zürcher Architekten Werner Stücheli. Das Projekt war vom Bund als Wettbewerb ausgeschrieben gewesen und wurde schliesslich an die beiden Erstplatzierten vergeben, eben den Reinhards und ihrem Freund Stücheli – 1944 war das.

Soviel entnahm ich vor meinem Hausbesuch dem Netz und stand nun, weisslicher Cristallinamarmor unter mir, im Eingangsbereich der Oberzolldirektion.

Bauklasse: 6 – Nutzungszone: GG – Geschosse: 8,9 – Bauzustand „Gut“ – Hinweis: Aussenraum von gartendenkmalpflegerischem Interesse – Bewertung: „schützenswert“. (Auszug aus den Akten der Denkmalpflege der Stadt Bern, Inventar Monbijou-Mattenhof)

Portier G*, welcher mich erst äusserst freundlich aus seinem holzgetäfelten Kabinchen im Parterre der Direktion begrüsst, will mir dann aber nicht mehr verraten – obwohl er zweifellos könnte. Dies scheint aber seinen Zuständigkeitsbereich zu überschreiten. Pflichtbewusst übergibt er mir dafür ein Zettelchen mit den Telefonnummern der für das Gebäude beauftragten Denkmalpflegern.

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Das muss mehr Schub!

Gisela Feuz am Freitag, den 12. Mai 2017 um 11:15 Uhr

Sie hatten am Mittwochabend einen schweren Stand, die vier Herren und die Dame von Esmerine bei bee-flat im Progr, denn draussen sass es sich an diesem warmen Frühlingsabend gut unter den lauschigen Bäumen. Und doch fand sich dann auch eine handliche Anzahl Eingefleischter in der Turnhalle ein, um dem dramatischen und schwermüten Kammer-Doom des Quintetts aus Montreal zu lauschen. Um es gleich vorneweg zu nehmen: Mit dem bandeigenen Mischer wird Frau Feuz nicht Freundin. Zumindest nicht in diesem Leben.

Bei Esmerine sind Mitglieder von Godspeed You! Black Emperor und Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra am Werk, also von Bands, die der innovativen Post-Rock-Szene im kanadischen Montreal entsprungen sind. Will heissen: Rebecca Foon (Cello), Bruce Cawdron (Marimba), Jamie Thompson (Perkussion), Jérémi Roy (Bass) und Multiinstrumentalist Brian Sanderson verstehen ihr Handwerk. Wie das Quintett bittersüss-melancholische Streicherklänge über einen repetitiven und hypnotischen Marimba-Teppich legt, Melodiethemen aufbaut, variert, zu epischer Grösse aufbläst oder zerfledder lässt, ist schlichtweg fantastisch und ergreifend.

Jesus? Nein. Wenn auch musikalisch fast: Multiinstrumentalist Brian Sanderson mit Esmerine.

Was Esmerines Drone-Kammermusik ausmacht, sind einerseits die leisen, nackten Töne und die sphärischen, manchmal bedrohlichen Drone-Klänge, die sich auch bestens als Filmmusik eignen würden. Das Quintett spielt aber auch sehr bewusst mit Dynamik, leise werden mit wuchtigen und zarte mit mächtigen Klängen gepaart, kontrastiert oder gebrochen. In diesen Parts will man Bauch, Bombast, an die Wand gefahren werden! Und genau das vermochte der Mischer in der ersten Konzert-Hälfte überhaupt nicht zu bewerkstelligen. Sobald der Schlagzeuger ordentlich aufs Drum haute, hörte man nur noch Schlagzeug, alles andere soff ab oder rauschte undefiniert im Hintergrund. An die Dezibel-Polizei: Nein, es geht nicht in erster Linie um Lautstärke, sondern um Schub und um ein stimmiges Verhältnis.

Wenn Streicher involviert seien, werde die Mischerei halt sofort ungemein schwieriger, dozierte ein befreundeter Tontechniker während der Pause. Erschwerend komme noch dazu, dass die Band erst zwei Stunden vor Auftritt im Progr eingetroffen sei und ein anständiger Soundcheck nicht mehr drin gelegen habe, ergänzte der Veranstalter. Wenn Frau Feuz mit ihrer trümmligen Punk-Band irgendwo zum Musizeren aufgeboten wird, ist man meistens vier wenn nicht sogar sechs Stunden vorher vor Ort. Das müsste man doch eigentlich auch von einer Band erwarten können, deren Musik auf qualitativ einwandfreien Klang angewiesen ist, nicht? Sie merkens, oder? Aus mir spricht der Frust, denn die Vorfreude auf dieses Konzert war gross gewesen. Zur Verteidigung des Mischers muss allerdings auch gesagt werden, dass die zweite Hälfte dann viel besser, ja eigentlich schon ganz ordentlich klang. Freunde werden wir trotzdem nicht.

Sohn des Zweifels

Mirko Schwab am Donnerstag, den 11. Mai 2017 um 14:12 Uhr

Es ist ein Geschenk unserer Zeit, dass wir über DJ-Sets schreiben dürfen in der Erscheinung als kleine Kunstwerke. Zum Beispiel letzthin dank Sképson.

Sképson, Produzent und DJ. Photo: Nicu Strobo (www.nschmid.ch)

Tobias Jakob ist ein stiller Mann und Schaffer. Keiner, der aus unsauberen Motiven hinter dem Pult stehen würde. Wegen den Girls oder den Gratisgetränken. Oder den geckenhaften Moves, mit denen Einfallslosigkeit an den Reglern gerne kompensiert wird: Kopfhörer lässig eingeklemmt zwischen Schulter und Ohr, der tätowierte Arm nach dem einen Potie ausgestreckt, als gälte es, eine Heldenstatue der eigenen Männlichkeit zu werden, bevor mit gymnastischer Verve der Bass gedroppt, gedienstleistet wird, an jener Stelle, da der Saal ihn nach sechzehn Takten verlangt hat, das Controlpad am Glühen, der Scheiss ist lit, schnell wieder hochziehen und sich dann laben in der Dusche verzückten Gekreisches aus der ersten Reihe. Nein, so einer ist er nicht.

Die Rechnung ist eine umgekehrte: Jakobs Bühnen-Ich Sképson steht da in recht unspektakulärer Konzentration. Wenn es einen gäbe, der seine Steuererklärung im Stehen ausfüllte, sähe das vielleicht ganz ähnlich aus. Der Witz kommt aus den Boxen. Verträumte Synthesizergewebe im Donnergrollen. Grollen, das über einen hereinbricht, wenn man sich gerade die Zigarette anzuzünden im Begriff ist. Das Unerwartete und Schelmische reitet immer mit auf Sképsons dringlichem Ritt durch wohlkuratierten Techno und Eigenkompositionen hie und da. Und der Zweifel: Jeder draufgängerischen Wendung scheint auch ein Rest Unsicherheit anzuhaften, die eben dort entsteht, wo die gängigen Regeln der eigenen intuitiven Kraft entgegenlaufen. Kunst halt.

Zuerst war das DJ-Set nicht mehr als die Summe seiner Bestandteile. Im besten Fall gut erlesene Stücke, so aneinandergereiht, dass niemand am Schwofen gehindert ward. Das Set aber als eigene Grösse, in der das Ausgelesene aufgeht in einer selbständigen Geschichte, es ist ein Geschenk unserer Zeit. Und Sképson, der ewige Zweifler, stille Draufgänger; ein wahrer Held derjenigen, die zum Tanzen auch die Ohren spitzen.

Aus dem Rössli, 27. April:

Sképson ist nur einer vom Label «Tiefgang Recordings», das die lebendige Berner Technoszene seit Jahren um eine bittersüsse Note bereichert.

Frisch gepresst #6 «Miszellen»

Gisela Feuz am Mittwoch, den 10. Mai 2017 um 8:47 Uhr

Die KSB-Serie «Frisch gepresst» Bringt zum Vorschein, was in feuchten Kellerstudios und synthesizerbestückten Dachböden unserer Stadt an Mukke produziert wird – vornehmlich Elektronisches, aber grundsätzlich alles, was direkt ab Presswerk bei Konfuzius Rihs im MK landet. Oder ausnahmsweise auch mal im Briefkasten der Frau Feuz.

Der Berner Noise-Pionier Strotter Inst. alias Christoph Hess betätigt sich nicht nur als Musiker, sondern bastelt auch leidenschaftlich gerne Klangobjekte und Installationen. Entsprechend steht die Abkürzung «Inst.» sowohl für «Instrument» als auch für «Installation», wobei im Fall von Strotter Inst. nicht von gängigen Instrumenten wie Waldhorn, Gitarre oder Synthesizer die Rede sein kann. Es sind Plattenspieler, die bei Strotter Inst. dran glauben müssen, beziehungsweise mit normalen Nähnadeln und Gummibändern zu abenteuerlichen Klanggebilden gepimpt werden. Dabei entsteht denn auch der für Strotter typisch «unsaubere» Klang.

Für sein neustes Werk «Miszellen», eine 180 Gramm schwere Doppel LP aus weissem Vinly, hat sich der Herr Strotter nun auch als Regisseur betätigt, und zu fast jedem der Miszellen-Stücke einen passenden Video-Clip zusammengeschnitten, wobei aber auch hier nicht von Musik-Videos im gängigne Sinn die Rede sein kann. Alles eben ein bisschen anders im Hause Strotter Inst. Zum Glück auch.

Keinzigartiges Lexikon: Folge 19

Gisela Feuz am Dienstag, den 9. Mai 2017 um 6:56 Uhr

Der Berner Schriftsteller Giuliano Musio spürt für KSB jede Woche einen heimlichen Verwandten eines vermeintlich einzigartigen Begriffs auf. Manuel Kämpfer illustriert ihn.

Heute: Der Serienselbstmörder
Der Serienselbstmord hat sich zu einer beliebten Todesart entwickelt. Eine gängige Methode besteht darin, mitten in einem Hungerstreik und nach einer Überdosis Heroin, einem Glas Pflanzenschutzmittel und zwei Packungen Schlaftabletten mit einer Plastiktüte auf dem Kopf, aufgeschnittenen Pulsadern und Kopfhörern im Ohr, aus denen von Teenagern gesungene Xavier-Naidoo-Songs ertönen, von einem Gebäude hinunterzuspringen, direkt in ein mit elektrischem Stuhl und Selbstschussanlage ausgestattetes Cabrio, das nach einer Fahrt über vermintes Gebiet in einen Brückenpfeiler prallt, worauf man aus der Frontscheibe auf einen zugefrorenen See gespickt wird, in den man nach einer automatischen Selbstentzündung ein Loch hineinschmilzt, um unterzugehen.


Eine sorgfältige Vorbereitung ist für einen Serienselbstmörder das A und O.

Nächste Woche: Der Flederhamster

Kulturbeutel 19/17

Milena Krstic am Montag, den 8. Mai 2017 um 5:05 Uhr

Die Krstic empfiehlt:
Auawirleben
#forreal: Am Donnerstag ist in der Dampfere der Auftakt zum Theaterfestival der freien Szene. Musikalische Rosine: Julian Sartorius spielt am Samstag um 22 Uhr im Festivalzentrum sein meditatives Techno-Set.

Frau Feuz empfiehlt:
Heute Abend zeigt die Musikfilm-Reihe «Song and Dance Men» in der Cinématte «Bunch of Kunst», eine Dokumentation über das grantige Rap-Duo Sleafort Mods aus Nottingham. Am Mittwoch liefern in der Turnhalle Esmerine dramatischen Soundtrack, wobei sich im instrumentalen Kammerrock-Quintett Mitglieder von Godspeed You! Black Emperor und Thee Silver Mt. Zion finden lassen.

Schwab empfiehlt:
Xiu Xiu

(dreizeilige Lobeshymne, die den Youtubelink ja doch unterläuft)
am Dienstag im Dachstock.

Der Urs empfiehlt:
Das kleine Festival der grossen Bands
(oder umgekehrt), erst die zweite Austragung und schon ein Klassiker! Im Dachstock, am Samstag. Wo sich die Grenze zwischen Bühne und Publikum auflöst und sich das Gemenge zu einem üblen Cocktail mischt – wird archaisch! Und wenn wir schon im R’N’R Verve sind – Gimme Danger – der Jarmusch-Dok über Jim Osterberg alias Iggy Pop aka the oldest sixpack alive und The Stooges, hell yea – im Kino Rex Bern natürlich.

#BernNotBrooklyn

Gisela Feuz am Sonntag, den 7. Mai 2017 um 13:02 Uhr

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist mächtig was los.

Zum Beispiel wenn an einem Montagabend im ISC gleich drei stramme Kerle den Merch-Stand bedienen, welcher auf das Fünffache seiner normalen Grösse erweitert wurde, derweilen oben auf der Bühne Deathrite und Deserted Fear die Frage aufkommen lassen, warum Shampoo-Firmen nicht ausschliesslich mit Death Metallern Werbungen machen. Und wenn einem die beiden Herren Mantar mit ihren apokalyptischen doomigen Gewaltsriffs dann auch noch eine veritable Organ- und Weichteilmassage verpassen, dann ist die Welt im beschaulichen Bern extrem in Ordnung. Selbst an einem Montagabend.
 

Posten Sie Ihr Foto/Video auf irgendeiner digitalen sozialen Plattform mit dem Zusatz #BernNotBrooklyn. KSB wählt unter den Fotos das leckerste aus und veröffentlicht es pünktlich zum Katerfrühstück.