Archiv für die Kategorie ‘Rosinen’

Rosinen: Caesarean Moons

Mirko Schwab am Dienstag den 5. Juli 2016

An der Fusion in der Nähe von Mirow, in der Nähe von Neustrelitz, also irgendwo neben Berlin in der mecklenburgischen Weite, gibts viele Monde. Das verwirrt bekanntlich die Nachtfalter. So verschwirren sie sich an wunderliche Orte und entdecken zum Beispiel: Das Bern-Deutsche Zweierlei Caesarean Moons.

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Cäsarische Monde, darunter: Windisch und Rutzen.

Es ist wenig bekannt von der Gruppe. Julius Windisch, Tasten, mal Lukas Rutzen, Schlagen, ein taufrisches Ding, eine EP im Rücken, 61 Facebook-Freunde (es hat noch Platz.) Das tête-à-tête von Pianisten und Schlagzeugern ist nicht selten das Produkt einer Freundschaft im Geist, von Rhythmik und Klang. (Und am Klavier hockt stets der zweitbeste Schlagzeuger jeder Band.)

In diesem Spagat zwischen Grooven und Klingen spielt Schlagzeuger Rutzen als Meister. Denn Groove lässt sich pachten und was einem gehört, kann frei be- und um- und zerspielt werden. Rutzen dehnt die Zählzeiten, deutet an, bricht aus und zelebriert, dass die Zustimmung zweier Musiker die gelungene Phrase trägt. Am anderen Ende des Spagats gelingt ihm die klangliche Ausdifferenzierung auf jeder dynamischen Stufe. Mit grosser Umsicht kitzelt er Strukturen aus einem Instrument, von dem jeder denkt, er wisse wie es klingt: bum-tschack.

Um Strukturen: Auf Julius Windischs Tischlein gegenüber sind Synthesizer ausgelegt und Tretminen eingeschlauft. Womit Gitarristen einschlägigerweise ihre Soli vergolden oder vergiften, färbelt er Oberflächen mit Tiefenwirkung, mischt Rauschen unter und filtert. Daraus entsteht bisweilen Diffusion, Zerstreuung, eine harmonische Wolke. Er hat diesen Raum im Duo. Der Mond bleibt immer sichtbar und die Nachtschwärmer gebannt ums cäsarische Licht, das wenig später untergehen wird in abertausenden von anderen.

In «Rosinen» picken wir einzelne Werke, Konzerte, Darbietungen oder was auch immer aus einem grösseren Ganzen heraus. Und lassen den ganzen Rest einfach mal ganz bewusst beiseite.

Rosinen: Do not cross!

Roland Fischer am Freitag den 17. Juni 2016

Ein gutes Kunstwerk braucht nicht viele Worte. Sanja Latinovic verbaut für ihren MA CAP-Abschluss an der HKB einen Gang im Centre Pasquart auf fragile Weise mit Glasplatten. Sperrt das Ganze ab, hängt ein Schild mit «DO NOT CROSS» hin und nennt das Werk eine performative Skulptur. Man gehe selber hin, morgen um 15 Uhr. Ein Arzt sei auch schon aufgeboten, hat man sagen hören.

do not cross

In «Rosinen» picken wir einzelne Werke, Konzerte, Darbietungen oder was auch immer aus einem grösseren Ganzen heraus. Und lassen den Rest einfach mal ganz bewusst beiseite.

Rosinen: Keine Angst!

Roland Fischer am Mittwoch den 13. April 2016

Vier Wochen noch, dann startet unser aller liebstes Theaterfestival. Und wir picken schon mal ein besonderes Highlight heraus, nämlich das Eröffnungskonzert von Dewey Dell am 11. Mai in der Dampfzentrale.

Choreographie und Musik werden da eins, indem die Bewegungen der Tänzer selbst zur Generierung des elektronischen Sounds beitragen. Apropos Einswerden: Fear less love heisst das Festivalmotto – als ob wir je die Liebe gefürchtet hätten trotz allem Aua, das zeitgenössisches Theater halt auch immer mal wieder bedeutet. Bindungsunfähigkeit kann man Bern jedenfalls nicht vorwerfen, was seine langjährigen Festivals angeht. Das loyale Publikum wird hoffentlich wieder für die eine oder andere ausverkaufte Vorstellung sorgen.

Dewey Dell hat übrigens auch die Musik zum krachenden Festivaltrailer beigesteuert:

Rosinen: nach Thun ans schwarze Meer

Roland Fischer am Mittwoch den 30. März 2016

Der extra eingezogene Boden im grossen Saal des Kunstmuseums Thun knarrt und ächzt, wenn man aufs Meer zuschreitet. Denn es ist eben doch da, das weite Wasser – trotz des Ausstellungstitels, der keck behauptet: Ich muss nicht ans Meer.

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Die Wellen in Zimouns grosser Installation ziehen geduldig von einem Ufer zum anderen. Und tun das zwar mit einem Rascheln statt einem Rauschen, aber man kann sich genausogut verlieren in der simplen Bewegung. Hin und her. Auf und Ab.

Jedes Meer ist ja eigentlich ein grosser See. Und jeder See ein kleines Meer.

Ansonsten ist das eine sehr eigenartige Ausstellung. Was nicht unbedingt schlecht sein muss.

In «Rosinen» picken wir einzelne Werke, Konzerte, Darbietungen oder was auch immer aus einem grösseren Ganzen heraus. Und lassen den ganzen Rest einfach mal ganz bewusst beiseite.

Rosinen: Chinese Whispers – Haze and Fog

Roland Fischer am Donnerstag den 3. März 2016

Wie schon im Kulturbeutel empfohlen sollte man sich das Siggsche China-Best-of im Kunstmuseum und Zentrum Paul Klee nicht entgehen lassen. Sehr reichhaltig und sehr vielgestaltig. Man soll bloss nicht denken, dass es so etwas wie «chinesische Kunst» gibt – aber genau um das zu merken lohnt sich natürlich der Besuch. Wenn man sich aber lieber auf ein tolles Werk konzentrieren möchte, dann empfiehlt sich im Kunstmuseum der direkte Weg in den Raum 10 im Obergeschoss. Da setze man sich auf die Bank und schaue sich in Ruhe Cao Feis Haze and Fog an. 45 Minuten. Grosser Spass und grosses Kino. Und natürlich wunderbar weite Interpretationsspielräume.

Hier spricht die Künstlerin auf herrlich ungerührte Weise über ihr Werk. «China doesn’t have zombie culture.» But it has internet, of course.

In «Rosinen» picken wir einzelne Werke, Konzerte, Darbietungen oder was auch immer aus einem grösseren Ganzen heraus. Und lassen den ganzen Rest einfach mal ganz bewusst beiseite.

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