Archiv für die Kategorie ‘Rock & Pop’

Out of Komfortzone: Tschingelhell

Gisela Feuz am Donnerstag den 20. Juli 2017

In dieser Serie verlässt KSB die Komfortzone und erweitert den eigenen Horizont, indem andere aus der Agglo oder über kulturelle (Un)orte berichten, die uns bis anhin durch die Lappen gegangen sind. Folgende Nachricht hat KSB letztes Wochenende zu früher Morgenstunde von Aussenkorrespondentin Klimbim aus dem hintersten Chrachen (Tschingelmad, Guttannen) erreicht:

«Das Höchstmass der Berichterstattung vom Tschingelhell wäre mit diesen Fotos erreicht. Aüs, Ende, Adieüiç.»

 

Die Schlussfolgerung liegt nahe, dass sich Aussenkorrespondentin Klimbim im Zelt der charmanten Schnaüzdamen den einen oder andern Triple Erdogan genehmigt hat und irgendeinmal fliessend Türkisch sprach. Anders sind die unterirdischen Temperaturen nahe des Grimselpasses ja auch kaum zu überstehen.

 

Das Tschingelhell ist ein kleines Non-Profit-Festival im schönen Oberhasli, welches letztes Wochenende zum 11. Mal über die Bühne ging. Mit von der Partie waren dieses Jahr Sissy Fox, Captain Control, Blind Butcher, Attack Vertical, Quieta, Instinct Valley und Artlu Bubble & The Dead Animal Gang.  Nebst atemberaubender Bergkulisse, bietet das Tschingelhell 4 Toi-Toi-Klos, handbedruckte T-Shirts und jedes Jahr ein aufwändig und mit viel Liebe dekoriertes Festzelt, dessen Einzelteile mit dem Traktor angeliefert werden.

Du möchtest in unserer Serie mitmachen und über deinen liebsten kulturellen (Un)ort oder deine Lieblingsband berichten? Nichts einfach als das: alle Infos gibts hier.

Festival-A und O

Roland Fischer am Dienstag den 18. Juli 2017

Check, Festivalwochenende. Geschafft. Und es ist zwar Sommer und Sparflamme und so, aber herrje, die Vermarketingsabteilungen laufen trotzdem auf Hochtouren. Und so kann man diese wie jene Festivität bereits jetzt im Videorückblick kontemplieren und sich fragen, ob the grass nicht vielleicht doch grüner war auf der ander side.

Gurten:

vs. Garten:

Kultur im Kocher

Roland Fischer am Freitag den 14. Juli 2017

So sieht es also aus, Berns niederschwelliges Kulturangebot:

Tatsächlich ist das eine schöne Initiative, dieses Parkonia-Festival im Kocherpark. Die Barcrew wirkte zwar zuweilen ein wenig überfordert, aber weil die Stimmung sonst überaus entspannt war zwischen Jonglierenden, Ping-Pong-Tisch und Bühne war das ziemlich egal. Gestern legten die Hiphopper von Churchhill einen fast schon offensiv gutgelaunten und pünktlich um zehn (die Nachbarn!) fertigen Auftritt hin. Wenn die Regeln brav eingehalten werden hilft die Stadt wo sie kann; demenstprechend poppen grad allenthalben Sommerspecials up – davon soll hier dann auch mal noch die Rede sein.

Hier bloss noch der Hinweis, dass es im Kocherpark Mitte Sommer einen fliegenden Wechsel geben wird: Die Bühne wird ab- und eine Leinwand aufgebaut. Bern bekommt endlich wieder ein richtiges Openair-Kino! Und erst noch – wie schon Parkonia – mit Gratis-Eintritt. Bisschen seltsam, oder, dass im reichsten Land der Welt Kultur immer öfter damit beworben wird, dass sie das Portmonnaie nicht belastet?

«Big Fucking Hug»

Gisela Feuz am Donnerstag den 6. Juli 2017

Am Dienstag herrschte Legendenalarm im ISC und prompt kamen sie denn auch aus der ganzen Schweiz angereist, die Liebhaber von Hardcore-Punk. Draussen gab es lange Gesichter bei denjenigen, welche sich nicht im Vorverkauf eine Karte gesichert hatten, drinnen versuchte ein Vater gestresst, seine beiden Teenage-Töchter im Getümmel beisammen zu halten, derweilen ein Fan der ersten Stunde zwei Platten, welche er zum Signieren mitgebracht hatte, wie seinen Augapfel hütete. Der Grund für die Aufregung? Die fünf strammen New Yorker Mannen von Agnostic Front.

AF gehören mit ihren 35 Jahren auf dem Bandbuckel zu den ältesten Hardcore-Punk-Combos, die heute noch aktiv sind. Ihre Mischung aus Crossover, Oi-Punk und Metalcore war prägend für den NY-Hardcore-Sound, den es damals Anfang der 1980er-Jahre im CBGB zu hören gab. Ins Leben gerufen hat AF Gitarrist Vinnie Stigma, der nebst Shouter Roger Miret denn auch der Dienstälteste in der volltätowierten Männerriege ist.

Backstage view (Foto: Danny Ramone)

Sie haben sich gut gehalten die Herren, Stigma grinste und tänzelte am Dienstag vergnügt mit seiner Gitarre trotz subtropischen ISC-Temperaturen, während Miret mit Wohlstandsbäuchlein ins Mikrofon bellte, als hätte ihm jemand sein letztes Bier geklaut. Musikalisch lieferten AF eine Zeitreise durch 35 Jahre: Von der ersten Single «Friend or Foe», über Kracher wie «Gotta Go» bis zu Nummern vom letzten Album «The American Dream Died» von 2015 wurde alles geliefert, wobei AF gerne eingängige Melodien mit brettharten Doppelpauken und Metalcore-Abnick-Riffs paart. Wahnsinnig innovativ ist das alles ja nun nicht, war aber egal, die Stimmung war ausgelassen und das vorwiegend männliche Publikum tat das, was man dann halt so tut bei solch energiegeladenen Shows: Fäuste in die Luft recken, mit-oien, hopsen, schwitzen, stagediven und sich wieder mal bisschen wild und rebellisch fühlen.

Total freundlich und entspannt sei die AF-Truppe, versicherte der Veranstalter, der schon den ganzen Tag den 15-köpfigen Tross betreut hatte. Und tatsächlich erklärte Roger Miret zwischen zwei seiner Schrei-Ausbrüche, dass er dem Publikum am liebsten einen «big fucking hug» verpassen möchte und bedankt sich auch gleich artig beim Koch, der für ihr leiblichese Wohl gesorgt hätte und mit dem man Rezepte ausgetauscht hätte. Ausserdem sei man am Nachmittag bädelen gewesen in der Aare, dabei allerdings fast abgesoffen. Ist eben nicht Coney Island hier, sondern die real badass motherf*** Aare, ihr New Yorker Würstchen, ihr!

Audiovisuelle Fantastik

Roland Fischer am Freitag den 30. Juni 2017

Heute startet das Neuchâtel International Fantastic Film Festival (NIFFF)! Wer noch nie da war sollte das schleunigst ändern. Wir bleiben aber noch rasch in Berner Gefilden und empfehlen einen ebenfalls einigermassen fantastischen Film im Rex.

Ist das ein Dokumentarfilm? Oder ein langer versponnener Videoclip? Oder eine kreative Spurensuche der ausgesprochen essayistischen Art? Sehr egal, Supersonic Airglow von Stefan Davi und Karim Patwa ist jedenfalls ein schönes Beispiel, wie man ein Story-Gespinst einfängt, ohne es filmisch zu zerdrücken oder zu zerrupfen. Wie sich die beiden musikalischen Universen der Young Gods und Koch-Schütz-Studer annähern, um umso deutlicher dann auch wieder die auseinandertreibenden Kräfte zu spüren, das schaut und hört man sich gern an. Schade nur, dass die Soundanlage im Rex1 einfach keinen Wumms hat. Gerade die schön eingefangenen Live-Lärm-Momente lassen einen darum ein wenig kalt. Aber gut, sollte man sich ja sowieso besser im Konzertsaal ansehen.

Und die Gelegenheit kommt bald: Die Young Gods spielen im September nämlich ein exklusives Deutschschweizer Konzert, zum 30-Jahre-Jubiläum der Dampfzentrale. Das passt natürlich, weil die legendäre Debut-Platte der damals noch sehr jungen und unversehens auf dem Musikolymp gelandeten Götter (Album of the Year, Melody Maker) auch genau 30 Jahre auf dem Buckel hat. Herrje, man wird alt.

Gugus Gurte – Goldener Kaktus

Gisela Feuz am Donnerstag den 29. Juni 2017

Oben auf dem Berg geht’s dieses Jahr in Runde 34 – unten am Fuss doch immerhin auch schon in die fünfte Ausgabe. Vom 12. bis am 15. Juli findet in der Heiteren Fahne nämlich einmal mehr die Benefiz-Veranstaltung GugusGurte statt, wobei sich das Programm durchaus sehen lassen kann, welches das ehrenamtlich ackernde Kollektiv zum fünften Geburtstag auf die Beine gestellt hat. Mit dabei sind unter anderem Melker, Geplantes Nichtstun, Nikosh, Volca Massaker Orchester, Miss Tigre, Mister Milano, Capital Soul Sinners, Wassily, a=f/m, Kummerbuben u.v.a.

Übrigens sind Gurtenfestival und Heitere Fahne dieses Jahr noch enger verknüpft, als sie das aus geografischen Gründen eh schon sind. Der Erlös aus den Depotspenden der Mehrwegbecher soll dieses Jahr nämlich in die Kasse der Heiteren Fahne fliessen. Erwartet werden dürfen zwischen 15’000 – 20’000 Stutz. Und was macht die Heitere Fahne damit? Verschenken. Und das obwohl das Nonprofit-Projekt, in welchem 80 Prozent der Arbeit ehrenamtlich erledigt wird, das Geld doch eigentlich selber bitternötig hätte.

Sie seien halt quasi verdammt dazu, alles ein bisschen anders anzugehen, erklärt einer der Fahnisten lachend. Und drum würden sie das Geld nicht selber behalten, sondern hätten einen Preis damit ins Leben gerufen: den Goldenen Kaktus. Nominieren kann jede*r jede*n, der/die in irgendeiner Form das eigene Leben bereichert. Zum Beispiel die nette Verkäuferin aus der Migros, den lustigen pensionierten Geschichtenerzähler oder die Tankstelle im Quartier, wo alle Angestellten immer schampar freundlich sind. Ziel dieses Preises sei es, die Menschen dazu anzustiften, darüber nachzudenken, wer denn da eigentlich das eigene Leben bereichere. Schön nicht?! Frau Feuz hat soeben zwei Nominierungen abgefeuert. Sie möchten auch? Na dann hüü und zwar hier.

Aus den Nominierten werden die fünf schönsten Geschichten ausgewählt und am Samstag 9. Dezember in der Heiteren Fahne mit einem Goldenen Kaktus prämiert. Der Preis besteht nicht aus Geld per se, sondern vielmehr aus der Möglichkeit, auch etwas zu teilen und zum Beispiel die Arbeitskollegen oder grad das ganze Büro zu einem Essen in die Heitere Fahne einzuladen.

Hodenschweissalarm

Gisela Feuz am Donnerstag den 15. Juni 2017

Draussen warens 23, drinnen gefühlte 200 Grad. Sauna-Zeremonienmeister am Dienstagabend im ausverkauften ISC waren die Mannen von Kvelertak, derjenigen norwegischen Metal-Band, die ab September als Special Guest mit Metallica auf deren Worldwired-Tour unterwegs sein werden. Den sechs Norwegern dürfte ja wohl der Schuss abgegangen sein, als diese Metallica anriefen. Aber item.

Jedenfalls platzte das ISC am Dienstagabend aus allen Nähten, es herrschte Hodenschweissalarm, die Jugend vergnügte sich mit Stagediving, derweilen vorne Kvelertak einen Bass, ein Schlagzeug und drei Gitarren malträtierten. Was dabei herauskam, war eine musikalische Wundertüte sondergleichen. Auf lange Instrumentalpassagen, die schon fast progressiv anmuteten, folgten solid stampfende, wenn auch wenig innovative Blues-Rock-Riffs, melodische Rock’n’Roll-Gitarrenthemen mit Ohrwurmpotential wurden von brettharten Black-Metal-Blastbeats abgelöst, derweilen sich Erlend Hjelvik die Seele aus dem Leib schrie. So ein bisschen wie Schwedenrock auf böse klang das zwischenzeitlich, wie wenn Hellacopters mit Iron Maiden ins Bett gegangen wären. Unterhaltsam war das alleweil, wenn sich auch das Mitsingen eher schwierig gestaltete, denn man(n) kreischt norwegisch.

Ein richtig gutes Konzertfoti von Tilman Jentzsch.

Ein noch viel besseres Konzertfoti von Marie Klimbim.

Viel zu leise sei das doch jetzt gewesen, monierten zwei der Herren Monsters im Anschluss an die Kvelertak-Show. Nun ja. Die Monster-Mannen sind ja nun nicht unbedingt eine verlässliche Referenz, wenns um Lautstärke geht. Denen ist wahrscheinlich jedes Konzert zu leise, wenn nicht beim ersten Ton mindestens drei Leute im Publikum umfallen und aus den Ohren bluten. Ein bisschen mehr Wumms hätte die Kvelertak-Show allerdings tatsächlich vertragen. Vielleicht seien ja die drei Gitarren das Problem gewesen, vermutete der Fachmann, eventuell hätten die Schlagzeug und Bass zugekleistert. Mag sein. Viel relevanter erschien Frau Feuz beim Anblick der Garderobe einiger Konzertgänger folgende Frage: Wer denkt sich eigentlich die Motive für Metal-Shirts aus? Und wie hoch sind wohl die Psychotherapie-Rechnungen dieser Künstler?

Kvelertak spielen heute Abend im Gaswerk in Winterhur

Reiche Eltern für alle

Mirko Schwab am Samstag den 10. Juni 2017

Wie kommen junge Musiker_innen an die Förderkohle? Ein Gastshout unserer Freunde von der «Musikförderung Bern».

Die haben uns nämlich angehauen und etwas Aufmerksamkeit erfragt für eine wahrscheinlich sinnvolle Angelegenheit, heisst: Workshop, Fragerunde und Diskussion rund ums Thema Kulturförderung für den Popnachwuchs. Unter dem Titel «Gibgäud – einmal Kulturförderung, please!» soll während eines Nachmittags über verschiedene Möglichkeiten und Strategien beraten werden, wie eigene popmusikalische Projekte dank den verschiedenen Förderinstanzen auch finanziell abflugfertig gemacht werden können.

Das Kulturblog der Herzen begrüssts. Denn, girls et boys: über was zur Hölle sollen wir hier berichten, wenn keine feine Popmusik mehr durch die Hauptstadt summt? Der Kummer wäre gross und wir müssten Interviews erfinden oder so. Glasklare Angelegenheit also, die Gelegenheit zu nutzen und die bernischen Freaks des Untergrunds darüber zu informieren, wie sich etwas vom staatlichen Chümi abstauben lässt.

Und nebenher solls erwähnt sein: Die Lehrstunde wird von unserer lieben Lady Krstic persönlich abgehalten, die als Mitglied der städtischen Musikkommission den Hustle bestens und von innen kennt. Auch deshalb also mit wärmster Empfehlung der KSB-Gang:

Workshop «Gibgäud – einmal Kulturförderung, please!», 24. Juni, Bern. Der genaue Tagungsort werde den Angemeldeten dann rechtzeitig zugeflüstert, informieren und einschreiben kann man sich hier.

Wir, die Willkommenen

Milena Krstic am Samstag den 3. Juni 2017

Eigentlich wäre das ja total mein Ding, so von der Machart her: Eine Reise in den Kongo tun, dort ein paar Leute zusammentrommeln und in der Schweiz ein Theaterstück präsentieren.

Genau das tat er nämlich, The bianca Story Frontmann und Hausautor bei KTB, Elia Rediger. Seine Eltern waren Missionare im Kongo, dort wurde er geboren und dorthin also ist er zurückgekehrt, um sich Inspirationen für ein neues Stück zu holen. Das Endprodukt heisst «Oh Boyoma» und gestern war Premiere in der Heitere Fahne.

Es bringt nichts, wenn ich jetzt hier eine Rezension vom Zaun reisse (aber so ganz ohne komme ich hier nicht weg), meine geschätzte Kollegin und Busenfreundin Gisela Feuz hat alles schon gesagt und für unser Mutterschiff rezensiert: Am Anfang war das alles bezirzend, dieser angedeutete Urwald aus Lianen, die wundertollen Kostüme und der Geschichtenerzähl-Modus, den ich sehr zu schätzen weiss. Aber so ab einer Stunde dreissig türmte sich eine gute Idee auf die nächste, ich wusste nicht mehr, wo mir der Kopf stand und musste dringend auf Toilette.

Mir gefiel das wirklich, diese Theorie, die Rediger da aufgestellt hatte, dass wir aus Europa nach Afrika reisen und dort die Bienvenues, die Willkommenen sind, weil uns nicht das Leid dorthin treibt, sondern eine Wohlstands-Abenteuerlust. Welch Potential! Aber das wurde erstickt in einem Zuviel an allem, ein Ende reihte sich ans nächste und ich hoffte leise verärgert vor mich hin, es möge zu einer Erlösung kommen. Oh, Boyoma!

Ich hätte mir so sehr einen tropenfiebrigen Zustand gewünscht, fühlte ich mich doch anfänglich an meine Zeit mit «Hundert Jahre Einsamkeit», dem Roman von Gabriel García Márquez, erinnert: die Schwüle, dieses Migräneklima, die Verheissung einer Stadt ohne Namen, direkt an einem Fluss, wo die Grillen ihre Beinchen aneinander reiben und man besser noch bei der Tropenärztin einen Termin vereinbart, bevor die Reise angetreten wird.

Oh, und suchen Sie ein Buch für die Sommerferien? Gönnen Sie sich «Hundert Jahre Einsamkeit», dieses Ungetüm von Roman, so üppig voll von brutaler Poesie. Es hat übrigens auch den schönsten Original-Buchumschlag ever.

Oh Boyoma läuft noch bis am 16. Juni in der Heitere Fahne.

Was uns bleibt o. how cares

Mirko Schwab am Mittwoch den 31. Mai 2017

Sonnenbrand ist Seelenbrand. Stille ist Lärm. Und am Rand noch ein Konzert.

Fuck me up, it’s okay. (Fotojob: Ilona Steiger x Eva Wolf.)

Von der Pigmentpanne neulich im Weyerli hat Ihnen ja die Feuz bereits berichtet. Allein, dem ersten Sonnenbrand im Jahr wohnt doch ein ritueller Charakter inne. Als hiesse man den Sommer mit nackten Armen willkommen und stöhnte: «Fuck me up, it’s okay.» Mütter fürchten den Sonnenbrand. Sie fürchten ihn mehr als den Jugendrichter oder diesen ominösen Typen, mit dem man nie! nie! nie! mitgehen solle, auch wenn er einem Schokolade anbietet. Sie fürchten ihn mehr als den Tod, den krebsenden Tod, mit dem sie vor dem Sonnenbrand warnen. Und so ist also aus der ganzen gutgemeinten Mutterhysterie heraus, die einen den Nachmittag im schattigen Verliess zubringen liess, während alle draussen einen Geilen haben durften mit stolzer roter Birne, so ist also daraus seit frühester Kindheit eines klar: Sonnenbrand und Rebellion, das gehört irgendwie zusammen.

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