Archiv für die Kategorie ‘Nachtleben & Freizeit’

Der Zeppelin hebt wieder ab

Roland Fischer am Mittwoch den 3. Mai 2017

Rasche Meldung aus der Lorraine: Das Gentrifizierungszentrum Zeppelin nimmt seinen Betrieb demnächst wieder auf. Endlich wieder eine nette Bar, kaum einen Steinwurf vom verkehrsberuhigten und politisch beunruhigten Quartierleben entfernt.

Der Infoabend gestern sei entsprechend lebendig verlaufen. Nächste Woche also dann Eröffnung, am Donnerstag – und am Freitag geht’s schon in die grossen Ferien.

Hinter Clubtüren schauen

Gisela Feuz am Donnerstag den 13. April 2017

Was ist der Unterschied zwischen einem Club und einem Konzertlokal?
Warum muss die Musik in Diskos so laut sein?
Wie viele Türsteher braucht ein Club?
Was ist eine Produktion?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibts am 29. April, dann ist nämlich Tag der offenen Clubtür. Berner Clubs öffnen an diesem Samstag tagsüber ihre Pforten und gewähren Neugierigen Einblick. Wenn Sie die Clubs nicht alleine aufsuchen möchten, dann kommen Sie doch mit mir auf eine geführte Clubsafari.

Start: 16 Uhr im Bonsoir (Aarbergergasse 33/35)
Stationen: Bierhübeli, Dead End, ISC, Dachstock der Reitschule

Am 29.4. für einmal auch tagsüber weit geöffnet

Die Tour dauert ca. zwei Stunden, vor Ort geben Clubbetreiber*innen und Angestellte Auskunft über ihre Tätigkeiten und beleuchten unterschiedliche Bereiche von Kulturbetrieben. Die Safari ist gratis und richtet sich explizit auch an ältere Semester und Menschen, die nicht mit der Clubkultur vertraut sind. Nehmen Sie doch diese Gelegenheit war, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und Fragen zu stellen. Ich freu mich auf Sie!

Herzlichst,
Ihre Frau Feuz

P.S. Sie haben jetzt schon eine Frage? Dann schreiben Sie mir doch hier eine E-Mail.

Messer und im Rücken

Urs Rihs am Samstag den 8. April 2017

Es schien kaum angesagt und darum kamen nur die Angesagtesten. Zu Messer, in der Dampfzentrale, am Donnerstag.

Eigentlich schade, denn Messer hätte locker gereicht, um den ganzen Berner Musikpulk zu exorzieren – von rückwärtsgerichteten Rockideen, von verkalkten Posen auf der Bühne und von bildungsbürgerlichen Freiheitsphantasien im Text.

Ich selbst war spät dran, zuvor hatte ein Pflichtspiel gegen die Anstalten Witzwil auf dem Programm gestanden. Fussball im Knast, der legendäre Integratinonsklub RACING Bern, gegen die gesellschaftlich Ausgeschlossenen. Familiäre Stimmung auf dem Rasen hinter Betonmauern, aber das nur am Rand.

Bei der Rückfahrt spürte ich Messer schon im Rücken, mein L5 Wirbel schien Millimeter vor dem Durchbruch – auf den Os sacrum, die Bandscheibe wohl wenig mehr noch, als ein spröder Dichtungsring. Schmerzen, elf, auf der Skala null bis zehn. Beste Voraussetzungen also, für die fünf Münsteraner Abreisser von Messer.
Die wirkten ihrerseits alles andere als brüchig oder ungelenk. Quasi akrobatisch ihre Verrenkungen während dem Schrammeln, vor allem von Frontmensch Hendrik Otremba, der Typ könnte locker bei rhythmischer Gymnastik antanzen, schaut schwer gut aus vom Bühnenrand.

Und obwohl die Truppe auf den ersten Blick etwas geckenhaft wirkt, wird schnell klar, da ist nichts aufgesetzt. Das Geschrei ist echt, das ist rohster körperlicher Ausdruck von Melancholie, Wut und eben – ich fühle mit – von Schmerzen.

Da hallen sie plötzlich wieder, diese Erinnerungen. Im Habdunkel der spartanisch ausgeleuchteten Dampfzentrale – das Licht macht auf «weniger ist mehr» Ernst, schön schick – leuchten Namen vor dem inneren Auge. Sisters of Mercy, Cure, Wire. Die Platten oben links im Gestell, dort muss wohl auch die aktuelle von Messer hin, Jalousie.

Robustester vertonter Neo-Existenzialismus – für den Schwab hier – bei Messer greifen musikalisch subtil feinfühlige, in brutal direkte Schaltkreise über. Leichten Synth-Passagen folgen Verstärkereruptionen, schmalbrüstig zerbrechlichen Gitarrensoli Perkussionskaskaden, gedroschen auf zwei Drums, parallel geschaltet quasi, scheissgut.

Auch textlich dynamisch übrigens, Opakes geht stufenlos über zu Glasklarem. Von verschleiert Romantischem zu politisch Anklagendem, ohne auch nur annähernd mit dem Echoeffekt zu liebäugeln, auch wenns in der Dampfzentrale mal wieder zu kräftig hallte.
Diese Band hat keine Antworten, braucht keine Trivial-Metaphern, will keine Chören von Gleichgetakteten.
Wo sich bei Wanda mediokerste Bierseeligkeit breit macht und sich Vice und Noisey lesendes Pack in den ordinärst-tätowierten Armen liegt, da bevorzugt Messer immer den Zweifel – oder den Gedankenstrich.

Messer bleibt stecken, wos weh tut, in meinem Rücken, und sicherlich im Kopf der leider nur knapp 30 Leuten vom Konzert am Donnerstag. Auf bald – lässt sich da nur hoffen.

Es tat so schrecklich schön weh, MESSER in meinem Rücken und der Dampfentrale Bern, letzten Donnerstag.

 

Stöck, WOODS, Stich

Urs Rihs am Samstag den 1. April 2017

Fünf Trümpfe, drei Sichere obenabe und ein Bock. Matchblatt, zweifelsohne. Jetzt also das Pokerface, gelassen bleiben, keine überschwängliche Euphorie signalisieren. Unaufgeregt und abgeklärt – so spielt man das. Wie die WOODS am Donnerstag ihr Konzert im BadBonn.

Und wärs ein Jass gewesen, gschnuret war bei den WOODS sicherlich gar nichts. Die New Yorker kult Folker präsentierten sich melancholisch einsilbig. Silence is Golden – Zwischen den Stücken kaum Konversation, höchstens mal ein «nice to be here» und «we’re gona bring out a new record» – im Mai übrigens – sonst nur knisterndes Brummen aus den Amps, verlegene Räusperer oder das Stimmen einer Saite.

Als wollten sie sich entschuldigen. Für den Weltenlauf vielleicht, für das politische Desaster in Übersee. Sie, die doch soviel der alten Versprechen, Träume und Hoffnungen der Idee «US of A» in und auf sich tragen. Die Trauer schwingt mit bei ihrer Interpretation von Americana, und etwas Trotz. Etwas «jetzt erst recht» Haltung. Der verwaschene Weisskopfseeadler auf dem ausgebeulten Cord-Blazer, die Roots-Rock Riffs auf dem Griffbrett. Lethargische Gesichtszüge, gepaart mit einem Funkeln in den Augen, trotzdem eben, ein Silberstreifen am Horizont.
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Ein Kaleidoskop der Euphorie

Urs Rihs am Samstag den 25. Februar 2017

Am Freitag zu Gast im heiligen Bad, mit der frankokanadischen Krautfunk Band Avec le soleil sortant de sa bouche aus Montreal. Constellation Records. Das Konzert erzeugte die Impression einer mit Flakscheinwerfer beleuchteten Riesenspiegelkugel, zertrümmert durch Abrissbirnen. So müsste mehr!

Der Abend begann mit einem relativ krampfhaften Smalltalk bei Randen-Carpaccio und Pilzcremesuppe, der Vorspeise. Spätestens beim Dessert – Mousse au Chocolat mit Meringue – war dann aber klar, diese Montrealer sind mehr als bloss die Summe ihrer Superteile und alles andere als unentspannt. Höchstens was frustriert, ab dem Zu und Her beim südlichen Nachbarn und der fehlenden Strahlkraft alternativer Ideale. Dafür gabs Freundschaft auf Anhieb beim Nachtessen, immerhin.

Constellation Records, ein musikalisches Panoptikum, das Label um Gallionsfigur «Godspeed You! Black Emperor», die Kategorisierung lass ich an dieser Stelle bleiben, das Prinzip gilt jedoch unterstrichen: Pop-Montréal! Die gelebte Utopie einer genreüberschreitenden, nicht kommerziell orientierten, dogmatisch pro-Kunst eingestellten Musikbewegung. Das wärmt einem Herz und Seele.

Avec le soleil sortant de sa bouche stammt aus der Mitte dieses Kuchens, die Mitglieder der Band nebenher in X anderen Projekten aktiv – mensch stelle sich das als Flickteppich von Vollblutmusikern vor. Sowieso – auch was den Sound angeht – scheint Patchwork Trumpf. Hardcore, Post-Art-Rock, Kraut, Funk, hie und da ein Spitzlicht Folk, Eklektizismus pur.

Zugegeben, gestern war sicherlich nicht der geschmeidigste Auftritt der Band, zuvor hatten sie vier Tage Spielpause und zeigten an der einen oder anderen Stelle etwas Tour-Flugrost. Auch waren die Git-Verstärker etwas gar kantig, sodass auf die Zugabe hin dann trotzdem der Griff zu Ohr-Schalldämpfer nötig wurde. Und trotzdem, die Show war spektakulär. Diese Dynamik, sprühender Wahnsinn, Begeisterung in den verzerrten Gesichtern – dieser Groove, diese brachiale Tanzbarkeit, ein verdammter Dammbruch der Glücksgefühle.

Avec le soleil sortant de sa bouche ist ein Lösungsansatz, ein Heilmittel. Nach dem Konzert ruft jemand: «Guys, ce que vous faites, c’est de la médecine!» fuck’n A! Und das Ganze rezeptfrei!
Schön wars mal wieder im Bad Bonn, ein Dank in die Runde und bis zum nächsten.

Jean-Sebastien Truchy, Bassist und Schreier im Element.

EssenStattFressen

Urs Rihs am Donnerstag den 19. Januar 2017

Ein Appell an uns selbst, vor allem zur Mittagszeit. Das städtische «Lunchtime» ist gekennzeichnet von Sauce kleckernden, Krümel säenden, hypernervös und lustfern Sandwich schlingenden Massen.
Die kleinen feinen Örtchen, wo das Mittagsmahl hingegen als Ritual gepflegt werden könnte, sind selten. Die Situation im Zentrum – spätestens seit der Schliessung der Markthalle – eine Misere. Aber es gibt sie, die Silberstreifen am Horizont in den Gassen.

Donnerstags, ich war also auf der Pirsch nach Geniess- und Verwertbarem um die Mittagszeit. Mit der Prämisse einen Rest Selbstachtung zu wahren natürlich – schliesslich ist Esskultur auch ein Seelenspiegel – im Perimeter Bahnhof, eine schiere Unmöglichkeit. Der Vegi-Grossist am Eingang: Ein totaler Turn-off! Essen wie im Aquarium, gefangen zwischen Scheibenfront, open-air Salatbar und Juicer-Automaten. Bedrängt von mehrheitlich Yuppies und alles in Schaudistanz zum Prekariat vor dem Lokal. Nabelschau drinnen wie draussen, echt wie im Zoo. Ich bleib lieber draussen, auch der gesalzenen Preisen wegen.

Dann die Optionen Treppe hoch, Treppe runter, schwierig… Unten wartet der gelbe Doppelbogen mit seinem Dreck auf, flankiert von artgleichen Teufeleien, alles Kategorie «DIE HARD FAST». Oben, selber Buchstabe, nur etwas dunkler leuchtend, orange, kulinarisches- sowie konsumentenschützerisches Unheil verkündend: Trash-Bio zu einem Preis- Leistungsverhältnis, dass es dem Preisüberwacher eigentlich in den Ohren sausen müsste, krachen müsste. Die Devise scheint klar: «Erst das Fressen verkaufen, dann die Moral verkaufen.»
Nun denn, es bleibt nichts anderes übrig, Weg in Kauf nehmen. Lieber Weg als Knete, vor allem mit einem Drahtesel. Die Aarbergergasse ist schnell durchkreuzt – weil eben: Knete und Ambiente; da wünscht mensch sich Rosigeres als Alternative, sorry Sushi-Kebab-Burger-Pizza Meile… Kurzer Blick aufs Natel, da war doch was, Herrengasse 10, «Grüner Gaumen». Hatte der Bewegungsmelder mal drauf aufmerksam gemacht. Und sowieso hin da, weil sichs mit Sab, der werten Frau Betreiberin, neben Diskussionen über truly healthy food, auch so wunderbar über Musik austauschen lässt. Eine Oase des Seelenheils das Schüppchen.
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Mit Kevin auf Augenhöhe

Urs Rihs am Donnerstag den 17. November 2016

Am Dienstag war Marathonstart, im BadBonn in Düdingen, mit Kevin Morby und seiner Band. Sonst Bassist bei den Woods, früher Frontmann der Babies, seit 2013 unter eigenem Namen unterwegs. Folk, Roots, Americana, soviel zum Setting. Wir waren da und es war wunderschön.

Wir meint Martin, den Ragnar und ich. Und ja Ragnar, so wie der Wikinger, er verdient den Namen, glaubt mir und zu einer Folk-Rock Show macht sich das natürlich gut. Der Duktus ist an diesem kalten Dienstagabend sowieso sehr skandinavisch. Bärte, Wolle, Leder, alles sehr fransig und kuschelig. So sind die Leute auch drauf – anschmiegsam – es scheint als müsste was an Seelenwärme kompensiert werden. Kein Wunder nach den letzten Wochen.
Eröffnet wird der Abend im BadBonn von Meg Baird, so elfenhafter Wald-Folk-Gesang. Harter Tobak für uns drei Jungs, die auf der Hinfahrt von Bern im Fiat die strengen Sachen verhandelt hatten. Die schwarzen Teufel halt; Depression, Trennung, den Herbstblues und naja, eben, wir stiegen schon etwas gebeutelt aus der Kiste. Die gute Baird, nichts für ungut, ist uns da einfach ein bisschen zu Haight-Ashbury-hippiemässig…
Martin erzählt, dass er Meg letztes Jahr nach einem Morby Konzert im Wallis kennengelernt habe. Angesprochen hatte er sie, weil ihm ihr Geruch aufgefallen war. Oregano und Majoran oder so – ich versteh nur Bahnhof – er aber voll im Ernst weiter: «Es gibt da so ein mexikanisches Ritual. Temezcal – dabei reibt sich geneigter Geist mit ätherischen Kräuterölen ein und schwitz dann das Zeug in einer Dampfhütte wieder raus, wirkt kathartisch.»
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Vaudou Game groovt in bee-flat

Urs Rihs am Dienstag den 25. Oktober 2016

Zum Start der neuen bee-flat Konzertsaison im Progr, luden die Veranstalter dieses Wochenende zu einem kleinen aber sehr feinen Festival. Am Samstag standen die französisch-togolesischen Afrofunker Vaudou Game um Frontmann Peter Solo auf dem Programm.

Beni und ich wollten da unbedingt noch hin, ins bee-flat und zwar trotz Reitschulfest. Vaudou Game und ihr Hit «La vie c’est bon» werden auf couleur 3 schliesslich seit Wochen hoch und runter gespielt. Nur weil die hier noch niemand hört, war das doch ein verdammt aktuelles Booking und verdient ein Kränzchen gewunden. Liegt wohl an der Welsch-Connection im Programmationsteam, Big Up!
Nun denn, wir schafften es also tatsächlich in die Turnhalle und hatten Lust auf Tanz. Dennoch erst mal ran an die Bar und Bier bestellt. Etwas entäuscht ob der fehlenden Auswahl bezüglich guter Crafts aber was solls – Geschmäcklertum in die Ecke gestellt, auf zwei Grosse Offene geeinigt und ab aufs Parkett.

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Stage is ready für die neue Konzertsaison im bee-flat

Die Szenerie ist Anfangs leider etwas steril. Die pikfein hergerichtete Turnhalle – glänzende Kronleuchter, frisch geschliffener Holzboden, Polsterstühle aus dem Vintage-Laden, dazu etwas reserviertes Kulturpublikum – nicht gerade das perfekte Setting für fransigen und schweisstreibenden Afro-Funk-Groove. Aber drauf gepfiffen. Auch ich trage einen frischen Pullover und «was nicht ist, kann ja noch trinken», bemerkt Beni zu recht und wir warten auf die Band.
Vaudou Game betritt die Bühne, begrüsst Bern und Sänger Solo macht gleich darauf aufmerksam, dass getanzt werden darf, sollte man den Drang dazu verspüren. Ich schaue zu Beni rüber und wir sind uns einig: Jetzt muss was kommen. Das hat immer sowas «Räum dein Zimmer auf!» – mässiges, aber die Band wurde wohl gewarnt: Achtung, Bern hat einen Stock im Allerwertesten.
Naja, Vorurteile eben – langweilig eigentlich – aber so ists halt. Vielleicht handelt es sich bei dieser Ansage auch um «die Rache des Italieners», hat mal jemand im Magazin schön beschrieben.
Wer kennt den Moment nicht, wenn wir in der Pizzeria vom Kelner auf italienisch angesprochen, uns entweder mit fürchterlichem Akkzent blossstellen – oder aber auf Deutsch gebärden und somit erklären müssen. Ein Wimpernschlag Genugtuung, Fair enough nach jahrzehntelanger Ausbeutung an Maurerkelle und Asphaltiermaschine, oder?
Das wäre auf Musik übertragen, dann in etwa: «He, wir machen Tanzmusik und wenn du dich nicht bewegst, dann offenbarst du dich als verknorzter Europäer.» und ganz ehrlich, auch das gehört uns ja eigentlich.

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«Es musste etwas passieren»

Christian Zellweger am Freitag den 23. September 2016

Es tut sich was in Bern. Kürzlich haben sich die Popmusiker im Verein «Musikförderung Bern» zusammengeschlossen, um auf sich aufmerksam zu machen. Sie bleiben nicht alleine. Auch die Akteure, welche sich Experimenten oder der Neuen Musik widmen, haben einen Verein: «pakt».

Der Verein wurde zwar schon Ende Dezember vorgestellt, hat jetzt aber kürzlich mit einer Facebook-Seite und einer ziemlich hübschen und informativen Webseite nochmals eine Kommunikationsoffensive lanciert.

Darum sagt hier Barbara Balba Weber vom «basisdemokratisch funktionierenden Verein mit einem Vorstand ohne Präsidium», was der Verein will und warum es ihn braucht:
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Wer hat diesen «Pakt» geschlossen?
Ausgegangen ist es von einer kleinen Gruppe, die ums Überleben kämpfte. Daraus wurden dann immer mehr. Mittlerweile haben sich 50 Akteure der neuen und experimentellen Musik zusammen geschlossen. Ziel ist eine Verdoppelung im 2017 und dann nochmals eine im 2018.

Wie ist es dazu gekommen?
Es musste einfach etwas passieren. Die Finanzierung der experimentellen Musik hatte sich innerhalb von 10 Jahren halbiert, die Szene war zerstritten. Das wollten wir ändern.

Warum braucht es diesen Verein?
Wir brauchen Zusammenhalt gegen innen und Präsenz gegen aussen. Das geht nur gemeinsam.

Was sind eure Hautpziele?
Gegen aussen: Eine Plattform zu bieten für eine ganze (bisher marginalisierte) Musiksparte, Kommunikation, Vermittlung, kulturpolitische Präsenz, Vernetzung mit der Gesellschaft; Gegen innen: Vernetzung, fachlicher Austausch und gegenseitige Unterstützung.

Wie steht es eigentlich um die Neue und experimentelle Musik in Bern?
Im Vergleich zu anderen Städten sind die Sparten vollständig unterfinanziert. Aber ebenfalls im Vergleich zu anderen Städten: Es gibt in Bern ein riesengrosses Potenzial an innovativen Leuten in der freien Szene. Viele spannende Junge, Elektroniker/innen, Performer/innen, etc.

Experimentelle Musik gibt es zum Beispiel am Samstag an der Uni Bern mit Collisions – of Music, Physics and Video-Art. Und am 8. Dezember findet im Sternensaal in Bümpliz der erste gemeinsame Event aller pakt-Akteure statt: Das «Neue Musik Battle».

Tanzen, immer

Milena Krstic am Mittwoch den 24. August 2016

«Es isch so schön hie», sagt Küre und hat natürlich Recht.

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Die Schütz ist ein kleines Utopia, jetzt, da hier keine Autos parkieren, sondern zwei Bars und eine Bühne aufgestellt sind. Solstage heisst diese Bühne. Und das wird nicht so ausgesprochen, wie es geschrieben steht, sondern: Sol und dann Stage, wie halt auf Englisch für Bühne.

Die Solstage wird betreut von einem von Berns schönsten Kollektiven. Jeden Dienstag und Donnerstag wird gekocht und wer isst, legt einen Batzen in den Kollektentopf. Es gibt Konzerte, Literatur und «Monday Means Rap» (da haben sich übrigens auch schon Max und Moritz die Ehre gegeben).

Yesterday night meant Thai-Curry mit acht Kilogramm Reis und dann spielte Mory Samb mit seiner Truppe zum Tanz auf. «On doit danser», schreit einer ins Mikrofon und hat natürlich Recht. Man soll, nein, muss tanzen. Immer.

Die Solstage steht noch bis am 22. September. Das ganze Programm finden Sie hier.