Archiv für die Kategorie „Nachtleben & Freizeit“

«Andere Leute kaufen sich einen Mercedes …

Milena Krstic am Donnerstag den 16. Oktober 2014

...  ich habe mir guten Sound für meinen Club gegönnt.» Zitat Luca Carmosino. Das ist doch mal eine Ansage. Heute eröffnet der Berner alias DJ Luca de Grandis in den Räumlichkeiten des ehemaligen Silo seinen Club Das Zimmer. Der 34-Jährige legt selbst seit Jahren auf und kennt die Szene bestens. So hat er ein fesches Line-Up für Freunde der elektronischen Tanzmusik zusammengestellt. Aber mal ehrlich: Das beste Line-Up bringt nix, wenn der Sound schon bei 90 Dezibel das Lautstärkelimit erreicht. Und das ist nun mal die Realität für Das Zimmer, das inmitten des Mattequartiers liegt. Die Nachbarn haben keinen Bock auf Bässe. Aber der Besitzer will guten Sound in seinem Club. Kann diese Rechnung aufgehen? Luca Carmosino lächelt und zeigt auf sein Rack:

Das_Zimmer_Rack

Von diesem Turm aus (oder «Baby», wie es Carmosino liebevoll nennt) werden sechzehn Lautsprecher gesteuert, die im ganzen Club verteilt sind (jap, auch im Fumoir). So ist sogar bei warmduscherhaften 90 dB ein intensives Hörerlebnis möglich. Ha! Das 3-D-Soundsystem wurde übrigens von der Firma Sonic Emotion (mit Hauptsitz in der Schweiz) entwickelt. Das Zimmer sei, wie mir Carmosino gesteckt hat, nebst dem Zürcher Aura, der einzige Schweizer Club, der das bieten könne.

Das komplette Interview mit Luca Carmosino liest sich heute in der gedruckten Ausgabe des «Bund» uuund online hier.

Und wer wissen will, wie das Baby klingt,  geht heute runter in die Matte an die Eröffnung des Zimmers. Mit dabei sind der Solothurner DJ Kellerkind und ein Special Guest aus Berlin.

Exklusives Zwischenresultat

Oliver Roth am Freitag den 5. September 2014

Gestern musste ich für die Wissenschaft Koma-Saufen. Im Rahmen des Mad Scientist Festival fand im Club Bonsoir «The Science of Hangover» statt. Die Erforschung des Katers.

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Beim Eingang bekommen mein Begleiter und ich eine Karte in die Hände gedrückt. Darauf kreuzen wir einen Abend lang alle alkoholischen Getränke an, die wir konsumieren: Datensammlung. Per Los wird zudem entschieden, ob man zwischen jedem Getränk noch Wasser trinken darf oder nicht. Ich darf nicht.

Wir steigen ein: «Zwei Rum Cola mit wenig Cola, bitte.» (Video-Dok) Die sind schnell weg und wir schnappen frische Luft.

Wieder im Club erklärt uns ein Oberarzt aus dem Inselspital die noch in den Kinderschuhen steckende Katerforschung. Er setzt sich kurzerhand live eine Infusion in den Bauch und berichtet über unnütze Mittel aus der Medizin zur Katerbekämpfung. Von Katheter bis Infusion scheint wenig gegen einen miesen Tag danach zu helfen. Ausser vielleicht ein Salzwasserbad, um dem Körper den Alkohol zu entziehen. Testresultate bitte melden!

Wir trinken noch ein Bier und hören Dr Mo's Beats. Dann geben wir den Zettel mit unserem Alkohlkonsum wieder ab. Wir sind schlechte Probanden und haben viel zu wenig konsumiert. Aber heute kann ich an dieser Stelle ein exklusives Zwischenresultat präsentieren: Den Schein-Kater!

Das Mad Scientist Festival findet noch heute im Naturhistorischen Museum Bern statt.

Tanzwürfel

Oliver Roth am Freitag den 15. August 2014

Ich bin gestern mit meinem neuen Velo den Hügel zur Dampfzentrale runtergebrettert. Dort empfängt mich von Weitem ein abgedunkeltes Foyer. Ich denke, die Soirées d'éte sind abgesagt. Aber, wenn man sich dieser «Abendveranstaltung» nähert, erhellt sich die Sache. Am Eingang begrüssen einen zwei schummrig-grün-leuchtende Kuben wie Türsteher. Auch das Innere des Foyer International wird fast ausschliesslich von diesen farbewechselnden Wassertankwürfeln beleuchtet. (Hier könnte man schreiben: Wassertanzwürfel.) Ein schöner, neuer Club ist das geworden!

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Kuben

An den 12/10ern begrüsst Matto die Besucher mit Disco Beats im farbigen Kuben-Licht. Spät trudelt das Partyvolk ein, bis schliesslich die One Man Disco Show die Bühne betritt. Die lebende Discokugel Jean-Claude bringt mit Mikrophon, Saxofon, Controllern, Federschmuck, Loopgerät und goldig-glitzerndem Bauch ein angenehm gefülltes Foyer zum Tanzen. Merksätze: "dance off your feet" / "she is the one for me. she is my baby for tonight".

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Kugeln

Die Soirées d'éte finden noch dieses und nächstes Wochenende statt. Heute Abend lädt der Deconstruction Club zum heavy duty dj-pingpong-fest, bei dem sich 10 DJs die Bass-Bälle zuspielen.

Ganz nah dran an …

Milena Krstic am Samstag den 9. August 2014

... Schlagzeuger Julian Sartorius. 

Julian_Sartorius_Buskers

Er gehört mittlerweile zu Berns Sehenswürdigkeiten, dieser Julian Sartorius. So hat sich am Buskers eine Menschenschaar um sein Schlagmaterial gruppiert, um sich das Ganze einmal von nahem anzusehen. Allen voran waren es die Kinder, die laut nach einer Zugabe riefen, obwohl sie sich aufgrund massiver Lautstärke auch schon mal die Ohren zuhalten mussten. Und am Ende verneigte sich Herr Sartorius mit einer strahlenden Herzlichkeit und streckte die Klangschale hin, so dass niemand daran zweifelte, dass sich der Kollekten-Batzen für dieses Spektakel gelohnt hatte.

Auch sehr zu empfehlen ist Georg Traber mit seiner Stock-Performance, die einer Mischung aus Kung-Fu und Mikado-Spiel ist. Das Buskers dauert noch bis heute in die Nacht. Beginn um 18 Uhr. 

Genug Platz für Magie

Milena Krstic am Freitag den 1. August 2014

An einem Samstag im März 2011, um halb vier Uhr morgens haben die Bullen eine Routinekontrolle gemacht. Es ging nicht um Drogen, auch nicht um eine Schlägerei, nein, die Formbar platzte schlicht aus allen Nähten. Was ist zu tun, wenn sich ein Club innerhalb von fünf Jahren zu einem so dermassen beliebten Anziehungspunkt mausert, dass da mehr Menschen rein wollen, als die Räumlichkeiten zulassen? Die Formbar schloss die Tore zum elektronischen Musikglück. Alles, was davon übrigbleibt, ist diese Myspace-SeiteFotobelege und wohl so einige Erinnerungen, die da aufpoppen dürften.

Item. Die Formbar ist nicht mehr. Und sowieso hat gerade dieses Jahr in denselben Räumlichkeiten die Playground Lounge Eröffnung gefeiert. Über so Luxusprobleme wie Platzmangel aufgrund zu vieler Menschenmassen können sich die Betreiber (noch?) nicht beklagen. Aber auch so ist dort letzte Nacht Magisches geschehen: Tim Burtons Hochzeitspaar aus Corpse Bride wurde nämlich zum Leben erweckt.

Lia Sells Fish feat. Roger F. or the other way around.

Lia Sells Fish feat. Roger F. or the other way around.

Grüsse aus den Ferien!

Oliver Roth am Donnerstag den 17. Juli 2014

Hallo Alle!

Ich schreibe meinen ersten Beitrag aus den Ferien in Los Santos.

Es ist wunderbar hier! Das kulturelle Angebot ist riesig. Von Sommerloch wie in Bern keine Spur! Ich gehe in Strip-Clubs (wo ich bereits Nikki kennengelernt habe), schaue mir im Kino Filme an, fahre Jet-Ski, spiele Golf und Tennis. Und natürlich rolle ich viel mit dem Auto umher und hänge ab.

Um der Hektik der Grossstadt für einen kurzen Moment zu entkommen, empfehle ich besonders das Umland von Los Santos. Im Senora Nationalpark lässt es sich wunderbar mit dem Buggy durch die Dünen kurven. (Rumfahren eben). Mit dem ansässigen Cletus habe ich ein paar Tiere gejagt.

Letztes Wochenende war ich in der Flugschule. Die kleinen Propeller-Flugzeuge fliegen zu lernen, war nicht ganz ohne. Nun bin ich schon flott unterwegs – mit dem Helikopter rattere ich den wunderschönen Sonnenuntergängen entgegen.

Nach einer Shopping-Tour (der Bucket Hat ist neu) spaziere ich bisschen am Vespucci Beach herum. Obwohl dieser oft ziemlich voll mit nervigen Badegästen ist. Wir kennen das. Aber wenn die Leute zu sehr nerven, besteht ja die Möglichkeit sie mit den nötigen Feuerwaffen zum schweigen zu bringen. Wir kennen das.

Bis bald

XXX

0_0-17 Am Strand

0_0-6 In den Bergen

0_0 Kopie 2 Wo geht's lang?

0_0-3 Nationalpark!

0_0-2 Kopie 2 No comment!

 

Die Playstation 3 gibts für CHF 129.– und das Spiel Grand Theft Auto V für CHF 44.– beim Dealer deines Vertrauens (Bsp. Aarbergergasse).

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Mit dieser digitalen Postkarte begrüssen wir Oliver Roth an Bord unseres Kulturstatt-Dampfers. Herzlich willkommen!

Hex Hex!

Milena Krstic am Freitag den 11. Juli 2014

In der Grossen Halle in der Reitschule hat sich seit Montag eine stattliche Anzahl Menschen eingerichtet, die sich dem Selbermachen verschrieben haben. Eine Do-It-Yourself-Sommerwerkstatt namens Schwarm soll es sein, jetzt ist es halt bei einer D.I.Y.-Werkstatt ohne Sommer geblieben. Eine schön-detaillierte Berichterstattung zum Festival gibt es hier zu lesen. Bei einem Augenschein gestern Abend sah das dann etwa so aus:

Schwarm_Reithalle_Bern_Kulturstattbern

Ab Morgen Mittag spannt Schwarm dann mit Pokus Hokus zusammen. Einen der Veranstalter habe ich gefragt, was zu erwarten sei. Er meinte nur, ein Riesenrummel werde das, mit Schiessbude, Feuerschau und allem, was dazu gehöre. Ich meinte, bereits ein Schiessbuden-Exemplar in der Halle gesehen zu haben. Und einen Musiker, der in einer Box spielte, habe ich auch entdeckt. Hex Hex!Schiessbude_Pokus_Hokus_Kulturstattbern

La grande Décadanse

Roland Fischer am Sonntag den 22. Juni 2014

Eine kleine Bilderreise durch die gestrige kürzeste Nacht des Jahres in der Dampfzentrale. Und fragen Sie nicht - es trug sich allerdings Seltsames zu in dieser von deRothfils kuratierten kollektiven Schlaflosigkeit.

Zunächst wurde getafelt und musiziert:

Tafel

Dann gab's Schnaps und ein überaus gediegenes (nicht so ganz) klassisches Intermezzo vom Kaleidoscope String Quartet:

Kaleidoscope String Quartet

Dann ein bisschen Licht ins Dunkel von Zora Vipera:

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Und zu fortgeschrittener Stunde noch das hier - ohne Worte:

mit Essen spielen

Es ging dann noch weiter bis lange in die Nacht. Die Kummerbuben brachten das Kesselhaus um die Geisterstunde fast zum Platzen und wenn die leicht benebelte Erinnerung nicht trügt gab es später auch noch einen wissenschaftlich-musikalischen Vortrag, von dem man aber kein Wort verstand - zu dem sich aber natürlich bestens tanzen liess.

Letztens in Thun (wieder einmal)

Milena Krstic am Samstag den 21. Juni 2014

Holaduli Akut ThunIn der Stadt Thun geschah gestern Abend Magisches: In dem nah an den Bahngeleisen gelegenen Kultur- und Politzentrum Akut spielte die Band Holaduli. Die vier jungen Berner Oberländer geben schon seit Jahren Konzerte, aber auf Tonträger haben sie ihren schaurig schönen Mundart-Pop noch nicht verewigt. Und obwohl man sich Holaduli nicht in der Endlosschlaufe anhören kann (man würde ja gerne), hat die Band eine treue Gefolgschaft, die mehrstimmig mitsingt, wenn der verwegene Sänger «dSunneblueme» oder «Dr Cowboy» anspielt. Besungen werden die Planeten, das Meer («zMeer i mir isch zMeer i dir»), die Blumen und die Revolte gegen alles, was dem Gemüt nicht gut tut. Veredelt von Kontrabass, Piano und einem stimmigen Schlagzeugspiel, stimmt irgendwie alles in Holadulis Galaxie. Und weil die Stimmfarbe des Sängers an Thom Yorke erinnert, könnte man meinen, das Berner Oberland habe seine eigenen Radiohead. Der Mond kreist um die Erde? Gestern hat er für ein Weilchen die Umlaufbahn geändert und Holaduli in sein Zentrum genommen.

Ein paar Worte zum Akut: Das Akut ist eine selbstverwaltetes und unkommerzielles (Eintritt und Preise für Getränke sind frei wählbar) Kultur- und Politzentrum, das im Dezember 2013 eröffnet wurde. Es ist die Errungenschaft vom Kollektiv A-Perron, das sich seit geraumer Zeit für Freiräume in der Stadt Thun engagiert – und auch schon symbolisch das Schloss Thun besetzt hat. Die Stadt Thun hat dem Vereinskollektiv eine ungenutzte Baracke auf dem Gelände des ehemaligen Feldschlösschen-Depots zur Nutzung überlassen. Die SVP-Fraktion macht sich nun aber Sorgen darum, wie die Stadt Thun sicherstellen will, dass es nicht zu «übermässigen Störungen der Nachbarschaft, Problemen mit Gewalt und/oder Drogenkonsum» kommt. Nun gibt es aber an der Seestrasse – also praktisch vor der Haustüre des Akut - einen Strassenstrich, der seit Jahr und Tag geduldet wird. Dass dort täglich Prostituierte in Autos von Fremden steigen und garantiert einer grösseren Gefahr ausgesetzt sind als die Nachbarn, denen es aufgrund von tiefen Bässen zu laut werden könnte, stört weder die SVP noch sonst jemanden. I just don’t get it.

Zonen der öffentlichen Übertragung

Milena Krstic am Sonntag den 15. Juni 2014

Public Viewing. Ein ulkiger Begriff, wahlweise zu ergänzen mit «Zone». Jetzt, da die Fussball-Weltmeisterschaft stattfindet, ist die ganze Stadt zu einer Zone der öffentlichen Übertragung geworden; kein Beizli zu klein, Public Viewing Zone zu sein. Eine charmante Variante dieser Form der kollektiven Anteilnahme an einem «identitätsstiftenden Grossereignis» (ja, Wikipedia) gab es gestern Abend bei der Reitschule zu sehen:Public Viewing Cafete

Dort, wo die mit Mosaiksteinen besetzte Treppe in das kleine, verrauchte Lokal namens Cafete hineinführt, war es installiert, dieses Fernsehgerät aus einem gefühlten früheren Jahrhundert. Zu den Worten eines Französisch sprechenden Kommentators flitzten die Spieler über das Miniature-Feld. Diese Szenerie gab ein hübsches Bild ab; ein so ganz anderes als im Rest dieser öffentlichen Übertragungszone, zu der Bern geworden ist – und noch ein Weilchen bleiben wird.

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