Archiv für die Kategorie „Folklore & Unterhaltung“

Bizarre Musikgenres Teil 16: Crunkcore

Gisela Feuz am Mittwoch den 29. Oktober 2014

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: Crunkcore

Crunkcore hat seinen Ursprung eigentlich in der EMO-Szene und bedeutet nichts anderes, als dass Sprechgesang mit elektronischen Beats und Schreien kombiniert wird. Von der traditionellen Rock-Instrumentierung hat man sich im Crunkcore verabschiedet, dafür darf Kollege Computer ran, von Emo sind die schmachtenden Stimmen geblieben, besungen wird aber nicht die Verzweiflung des empfindsamen Subjektes in der grausamen Welt, sondern vielmehr wird darüber sinniert, ob einem Alkohol bei einem nächtlichen Besäufnis allenfalls ein bisschen Spass bereiten könnte. Die Stimmen sind zum Teil so arg verfremdet, dass ein Gastauftritt in «Die Schlümpfe» eigentlich kein Problem darstellen dürfte, Haarschnitte und -farben schreien nach Frisurenpolizei und die Hüftverrenkungen der tanzenden Teenie-Mädels sind mal mehr, meistens aber weniger lasziv.

Weswegen werden die armen Mädels denn überhaupt so zusammengebrüllt? Was ist die Aufgabe des rosa Nilpferdes? Ist das überhaupt ein rosa Nilpferd? Wieso wird der wertvolle Schnaps verschüttet und nicht getrunken? Und wer sind diese 9,5 Millionen Menschen, welche sich dieses Video angeschaut haben??? Fragen über Fragen. Es ist zum Schreien, jäuuuuurrrr!

«Brace Yourself»

Milena Krstic am Dienstag den 21. Oktober 2014

«Winter is coming.»
Zitat GRR Martin (Stichwort: HBO-Serie «Game of Thrones»)
Schliesslich sollen heute die Temperaturen so dermassen in den Keller wandern, dass dieser Abend gestern der letzte der Sorte eigentlich-zu-warm-für-diese-Jahreszeit gewesen sein soll. Und wer den Herbst in Berns berühmtester Wohnstube verabschiedet hat, der konnte auch gleich mit dem amerikanischen Singer/Songwriter Andy Bilinski Geburtstag feiern und sich dazu in einem der Sofas verkuscheln. Weil, na ja, hören und sehen Sie selbst (hier ein Cover vom Haus der aufgehenden Sonne):

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Andy Bilinski (mitte) mit Berner Verstärkung von Andreas Lammer (links) und Yannik Schuler.

Wem klassisches Singer/Songwritertum mit musikalisch überraschenden Wendungen gefällt, der/die wird sich dick mit Andy befreunden.

Andy Bilinski spielt seinen Heimweh-Folk heute Abend noch einmal in Bern, nämlich in der Heitere Fahne.

«I maches eifach wie dr Hitler»

Gisela Feuz am Freitag den 17. Oktober 2014

Die Schreiberin solle doch den Hari verreissen und ihn in den höchsten Tönen loben, riet gestern ein gut gelaunter Matto Kämpf in der Pause der eigenen Darbietung vor dem Kairo. Schliesslich sei er schon in der letzten Besprechung schlecht weggekommen wegen seinem eigenwilligen Rhythmusgefühl. Und übrigens habe er jetzt eine Lösung gefunden, wie besagte Rhythmusproblematik gelöst werden könne: «I maches eifach wie dr Hitler, huere viu Lärm u Krach u de merkt me d'Störig gar nümm.» Nun ja.

Lärm und Krach gab es denn tatsächlich zum Auftakt des Auftrittes von Trampeltier of Love, dem Trio, welches sich aus Schriftsteller Matto Hitler Kämpf, Musiker Simon Hari alias King Pepe und dem Luzerner Tubisten Marc Unternährer zusammensetzt. Kämpf und Hari sind ja schon seit einer Weile gemeinsam unterwegs, wenn auch die Aussage, man sei bereits in Jugendjahren an der Thuner Regionaltonwoche im Mokka als Duo Schüfeli & Bäseli zusammen aufgetreten, im Reich der Legenden zu verorten ist. Der Unternährer habe sich ihnen spontan angeschlossen, erklärt Kämpf. Das sei super, so ein Bläser. Der übertöne die Fehler.

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Tatsächlich liefert Unternährers Tuba einen beachtlichen Mehrwert bei den Darbietungen von Kämpf und King Pepe, aber nicht weil sie allfällige Fehler übertönen würde (zum Glück nicht!), sondern weil der Tuba-Klang dem ganzen Vortrag einen Boden und eine Gravität verleiht, die in vergnüglichem Kontrast steht zu dem, was die Herren Kämpf und Pepe besprechen bzw. besingen. Ersterem ist bekanntlich keine Sinnlosigkeit zu albern und kein Kalauer zu billig: Da spielt ein Larifari gerne mal Stradivari und der Koch ist ein Furz mit Schurz. Das kämpfsche Universum ist wunderbar skurril und abstrus, wobei der gebürtige Steffisburger ein genaues Auge für die Absurditäten und Abgründe des Alltags beweist und dabei mit einem pubertären Bubenhumor gesegnet ist, der einfach ansteckend wirkt.

Simon Hari steht in Punkto Unterhaltungswert dem Kämpf in nichts nach, sondern zeigt sich in seinen Liedern ebenfalls als Meister darin, die Langweile des Alltags humoristisch zu überspitzen und wünscht sich entsprechend schon mal einen Kühlschrank voller Kokain anstelle eines 9-5 Bürojobs. Hari kann aber auch anders und schlägt mit «Gebei» auch mal ruhige und nachdenkliche Töne an. Diese komplementieren einen Abend voller wunderbarem Unfug, in dem ein Holzross Lippgloss trägt, Kämpf sich als Vater von Hari outet, Kirchenglocken mit Pfannendeckel imitiert werden und sich im Sandkasten zwei dicke Kinder darum streiten, wer denn nun der Messi sei, wobei auf der Plache mit Kreide geschrieben steht: «Z'Läbe isch ä Pingu.»

Hindernis-Parcours à la OK GO

Gisela Feuz am Mittwoch den 8. Oktober 2014

Frau Feuz: Sie haben's wieder getan, die Jungs von OK GO!

KSB-Leserschaft: Frau Feuz, bisschen Präzision jetzt hier mal. Welche OK GO?

Frau Feuz (nachäffend): welche OK GO, welche OK GO. Na welche wohl?! Die OK GO, die damals das legendäre Laufband-Video gemacht haben, denk. Die Indie-Rocker aus Chicago. Die gurken ja mittlerweile auch schon seit 15 Jahren im Musikzirkus rum. Und die haben doch eben im 2005 dieses grandiose Video zu «Here it goes again» aufgenommen. (singt sehr laut und ausgesprochen falsch) «HERE IT GOES, HERE IT GOES, HERE IT GOES AGAIN, AH HERE IT GOES AGAIN!» Das war ja tami grosses Kino damals, so simpel und dann eben doch ungemein bestechend und ich fand ja vor allem den im schwarzen Anzug ....

KSB-Leserschaft: Zur Sache, Frau Feuz! Was haben diese OK GO denn nun?

Frau Feuz: Ja eben, noch mal so ein Video gemacht, so ein richtig gutes, ohne Schnitt und optisch super-schniek. Mit Täuschungen und so. Also ohne Laufbänder. Mehr so mit Hindernis-Parcours, wies amigs im Turnen gab. Gott war ich da immer schlecht. Diese gottverdammten Schwedenkästen ...

KSB-Leserschaft: FEUZ!

FF: (eingeschnappt) Ja dann gucken Sie doch einfach selber, Sie empathieloser Sauhaufen Sie.

Des Königs neue Kleider

Christian Zellweger am Samstag den 4. Oktober 2014

Mit grosser Geste und viel Drama und natürlich gut angezogen, ganz wie es einem Crooner vor dem Herrn gebührt: So verabschiedet King Pepe das Pepejazz-Projekt:

Jedes Ende ist ein Anfang um nicht zu sagen: Der König ist tot, es lebe der König! Die selbsternannten Abenteuer-Jazzer von Le Rex hat King Pepe auch für die neue Ära engagiert. Er selbst bleibt charmant-anzüglich, die Band hat die alten Schellack-Platten dem Holzross gleich hinterher in die Aare geschmissen und wildert in den Gefilden des etwas ungezügelteren Jazz. Zumindest darf man das aus der neusten Single Goldfisch schliessen. Viel Spass:

Zum Eintragen: Plattentaufe 28.11., Turnhalle (beim letzten Mal wars ganz lustig.)

«Das Schweigen der Männer»

Milena Krstic am Freitag den 3. Oktober 2014

Was macht denn der skandalumwitterte Fotograf Terry Richardson auf einem Plakat des Kino Kunstmuseum?, dachte ich mir, als ich die Treppe zu eben diesem herunterstieg.Clemens_Klopfenstein_Kulturstattbern

Später erfuhr ich, dass es sich um ein Foto des Berner Filmemachers Clemens Klopfenstein handelt. Das Kino Kunstmuseum hat allen Grund, gerade ihn aufs Plakat zu hieven, schliesslich organisiert es eine grosse Retrospektive zu Klopfensteins Schaffen – die gestern Abend mit «Das Schweigen der Männer» gestartet hat.

Zuerst dachte ich daran, aus dem Kinosaal zu flüchten:
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Keiner schreit schöner als Wilhelm

Gisela Feuz am Donnerstag den 2. Oktober 2014

Auch wenn Sie nicht wissen, was der Wilhelmsschrei ist, so haben Sie ihn garantiert schon mal gehört, werte Leserinnen und Leser. Er erklingt regelmässig, wenn sich die Damenwelt mit Blasenentzündung aufs Klo begibt, aber vor allem auch in diversen Filmen. Aufgenommen wurde der Schrei ursprünglich für den Western «Die Teufelsbrigade» (1951) mit Gary Cooper. Darin stösst ein Mann diesen markdurchdringenden Schrei aus, als er beim Marsch durch die Everglades in Florida von einem Alligator gepackt und unter Wasser gezogen wird. Seit dieser Premiere ist der Schrei in mehr als 200 Filmen benutzt worden. Lustigerweise wurde er aber nicht nach dem originalen Schreier benannt, sondern nach einem Soldaten namens Wilhelm, der im Film «Der brennende Pfeil» (1953) von einem Indianerpfeil durchbohrt wird.

Der Schrei existiert in sechs verschiedenen Versionen. Wiederentdeckt hat ihn der Sound-Designer von Star Wars und zum Kult gemacht haben ihn unter anderem Regisseure wie Steven Spielberg oder Quention Tarantino, die ihn in ihren Filmen regelmässig verwenden. Wie ich gerade jetzt darauf komme? Ich habe eine *%(*/&*+%I Blasenenzündung und muss jetzt mal pinkeln gehen ............AAAAAAAH!

Boui-Boui: Liebeserklärung an ein Festival

Milena Krstic am Dienstag den 26. August 2014

... und ein Nachtrag.
Es gibt unendlich viele Gründe dafür, Musikerin zu sein  (und mindestens so viele dagegen, aber dazu ein anderes Mal mehr). So kann es passieren, dass man an zuvor noch unbekannten Orten landet und die Aussicht beim nachmittäglichen Soundcheck diese hier sein kann:

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Gut im Schwung

Roland Fischer am Sonntag den 10. August 2014

Ja, auch Volkstum kann heute Guerilla sein (wie die BZ findet). So richtig widerständig wollte einem das gestern allerdings nicht vorkommen, an der Bolligenstrasse, das Sägemehlrund und die standesgemäss aus Paletten und Dachlatten improvisierten Tribünen. Hipsterschwingthing würde man es vielleicht nennen, wenn es in Bern denn richtige Hipster gäbe. So war es einfach ein sehr gemütlicher Samstagnachmittag und -abend zwischen Autobahn und Tramdepot, mit ein paar richtig Bösen im Zentrum und einer Nähe zum Geschehen, die tatsächlich eine Ahnung davon vermittelte, was da an Emotionen steckt im Nationalsport: Wenn er andere aufs Kreuz legen kann, dann packt er gern zu, der Schweizer (und die Schweizerin natürlich auch, es kämpften auch ein paar böse Frauen).

schwingfestUnd weil alles ganz wie auf dem Land war, gab es für den Obenaus-Schwinger auch nicht einfach nur Ruhm und Ehre, sondern einen echten Läbigpreis, für den sich hoffentlich dann ein Plätzchen im Garten finden wird:

Hämpu

«Das Paléo ist wie ein 3D-Buch»

Oliver Roth am Mittwoch den 23. Juli 2014


Protokoll vom Festival in Nyon.

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(Bitte klicken Sie auf die Dateien und lassen sie diese im Hintergrund laufen, während sie den Text laut vorlesen.)

 

«Dieser Jake Bugg spielt ziemlich belanglosen Rock'n'Roll.»
«Aber er macht das toll. Nur ist kein Kontakt mit dem Publikum da, wie hinter einer Glaswand. Die Qualität ist top.»
«Ich erwarte auch, dass die Qualität gut ist, bitte sehr.»
«Er hat einfach keinen Draht zum Publikum.»
«Ist mir doch egal!»
«Gut aber herzlos. Ein Konzert zum Vergessen.»
«Nicht jeder muss mit Herz.»

«Warum sind eigentlich die Leute am Paléo weniger Prolls als am Gurten?»
«Kein Ahnung.»
«Am Gurten kommen sie von überall. Von Thun und so. Das ist mehr ein Volksfest.»
«Ja, stimmt. Hier kommen die Leute wegen der Musik.»
«Der Camping ist auch viel besser. Du kannst machen, was du willst! Nicht wie auf dem Gurten»

 

«Diese Hype-Band Jungle hat wohl nicht genug Lieder. Sie haben gerade mal 50 Minuten gespielt.»
«Ich habe nur mit einem Ohr hingehört. Aber ich sage, klar 70er Disco!»

«Welches andere Festival hat sonst schon ein Village du monde? Die anderen bringen ja nur diese Mainstream-Kacke. Etwas wie hier, zum Beispiel aus den Anden, würde bei anderen Festivals nicht reinpassen.»
«Ja, aber was haben diese komischen Schnur-Zelte mit den Anden zu tun? Ich finde das irgendwie überhaupt nicht passend.»
«Ich verstehe das total, das sind halt Schnurberge!»

 

«Ich bin froh, wirkt MIA so sympathisch. Ich respektiere sie sehr als Künstlerin und wäre enttäuscht gewesen, wenn nicht. Das halbe Konzert spielt sie am Gitter bei den Leuten.»
«Ich möchte sie küssen und heiraten.»
«Aber das Konzert war jetzt im klassischen Sinne nicht besonders gut.»

«Das Paléo ist wie ein 3D-Buch, das beim Zahnarzt im Warteraum liegt. Und die anderen Festivals sind der Zahnarzt. Der Zahnarzt möchte auch gerne ein Künstler sein, aber das ist er nicht. Auch wenn er in einer Steelband spielt.»

«Wow, diese DJs sind besser als jede Band.»
«Die heissen A Tribe Called Red

«Diese Kunstinstallation mit den Wohnwagen und den Dächern aus Alufolie sieht aus, als sei sie aus einem Kanye West Video.»

«Dafür, dass sie nur zu zweit auf der Bühne stehen, rocken diese Black Keys ganz schön. Die Qualität ist krass gut.»
«Stell dir mal vor du sitzt an diesem Schlagzeug und haust diese unglaublich lauten Schallwellen in die Menge raus.»

«Das Magret-Sandwich ist ganz klar das Beste, was du auf der Passage essen kannst.»
«Ich muss ja jedes Jahr dieses eine Pad Thai essen. Jetzt finde ich es nicht mehr, sie haben irgendwie die Essensstände umgestellt.»

«Ich schlafe nie wieder in einem Zelt. Im Wohnwagen bist du wie in einer Glasglocke – wunderbar!»

«Dieser Gesaffelstein bringt nicht wirklich geilen Sound.»
«Nein, aber es flasht.»

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Das Paléo Festival in Nyon läuft noch bis am Sonntag, 27. Juli 2014. Das Festival ist ausverkauft. Es gibt jedoch täglich noch 1'500 Tickets bei Ticketcorner und auf der Festivalseite.

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