Archiv für die Kategorie ‘Politik & Debatten’

This Is The Funniest Metallica Shred Ever Made. Period.

Mirko Schwab am Donnerstag den 27. Juli 2017

«About the absence of women and the presence of hair.» Die Berner Buckelkatze Roger F. grätscht gesellschaftskritisch ins Stadionkonzert.

Viermal brüderliches Reiben mit Mähne.

Was ist ein Shred? Mensch nehme einen Filmauschnitt eines auf allen ebenen übersättigten Grosskonzerts, eines Events; starring zu viel weisse Mannen mit phallischen Gitarren auf einer zu kolossalen Bühne, zuviel Lichtschau, zuviel mass hysteria – und unterlege den Ausschnitt mit einer Neuinterpretation des Originalsongs in extra verschissen. Ein Attentat auf die hegemoniale Zurschaustellung der eigenen Macht im Popkanon oder auch einfach ein schadenfreudiges Spässchen.

In meiner Fantasie allerdings stecken dahinter Frauen aus aller Welt, die den licks-wichsenden Bühnenchauvis einen reinbremsen. Nicht die generationell-zyklische Lust am Vatermord also, sondern eine feministische Briefbombe wird hier in die youtube trends geschmuggelt. Und auch wenn die meisten der abertausend auffindbaren Shreds inna Interwebs wohl ein sauglatter Einfall gelangweilter weisser Kifferjungs sind, bietet dieses Digitalgenre doch einiges an politischer Projektionsfläche.

Roger F. – White Men With Guitars (Schnitt: Roger F. und Giorgia P.)

 

Wohl auch für Roger Fähndrich also known as Roger F., der gerade seinen Protestsong «White Men With Guitars» im Shredgewand ins lokale Internet abgelassen hat. Nicht einfach als Videoclip, wie er betont haben möchte, und auch mitnichten nur als weitere Metallica-Verballhornung. Nein, hier sind wir erst an der Oberfläche dessen, was Fähndrich mal wieder an subversiver Buckelkatzen-Action bereithält.

Der Text erzählt uns von der Vormachtstellung des weissen, männlichen Gitarrenhelden und seiner Inszenierung als Rebell und Prophet einer besseren Gesellschaft, besserer Werte, die nichts weiter mehr sein kann als ein billig tapezierter Marketinggag und letztlich der Selbsterhaltung ebenjener dicktatur zu dienen hat. Und also sind wir angehalten, nie!, nie mehr zu verfallen diesen white men with guitars als Marionetten von Marionetten. Besser mal das eigene Büchlein plündern und sich rausnehmen aus der ganzen Scheisse. Empfiehlt uns Roger F., weisser Mann mit Klampfe. Ein Widespruch, der keiner Auflösung bedarf und dem Protestsong verleiht, was ihm traditionell fehlt, eben auch den brusthaarigen Gitarrenhelden und ihren Verkündungen fehlt: Ironie.

Weil hier nach Aussage des Interpreten nichts verkauft werden will, kein Promo-Porno abgezogen wird, verzichten wir auf die – an dieser Stelle übliche – Verlinkerei zum Werk. Stellvertretend sei dafür auf meinen Lieblingsshred verwiesen. Und auf der Krstics Lieblingsshred.

(Appendix: Die grössten Freuden bereiten solche Filmchen übrigens dann, wenn die originale Irritation der Band, wahrscheinlich über einen Monitormix, der geringfügig anders geraten als auf den vorangegangenen 157 Konzerten der Welttournee, wenn dieser kurze Moment der Unsicherheit also mit einer besonders miesen Stelle im Shredtrack zusammenfällt. Love that.)

Jung und stolz

Mirko Schwab am Donnerstag den 15. Juni 2017

Wir trinken, tanzen, taumeln an den urbanen Sehnsuchtsorten einer Jugend im Herbst. Er schaut zu und drückt ab. Nicola Schmid ist der Chronist unserer Jahre in Schwarz und Weiss.

Ich schicke voraus, auch dieses kleine Portrait entlang dem Gefühl einer gewissen Verliebtheit aufschreiben zu müssen. Sehen andere Schriebsteller ihre Ehrlichkeit darin vergütet, die Dinge aus sicherer Distanz beobachten und bezweifeln zu können, schreibe ich lieber Liebesbriefe, wo ich es ehrlich kann. So this song is another love song.

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Er, sie, es? Egal!

Milena Krstic am Freitag den 5. Mai 2017

Verzeihen Sie mir, ich bin wirklich ganz kurz angebunden nur, aber ich möchte Ihnen sagen, dass Sie sich «Genderpuff» im Schlachthaus Theater ansehen gehen sollten. Mit ihrer Grossmutter, ihrem Kind, ihren Eltern, ihren Neffen. Nehmen Sie alle mit, die Sie mobilisieren können (wobei es eben nur noch am Montagmorgen Tickets gibt).

Der Jugendclub Schlachthaus spielt
‘Genderpuff’. Foto: Yoshiko Kusano

Das wird zwar lustig, aber keine leichte Kost, wenn der Jugendclub des Schlachthaus Theaters auf der Bühne gebährt, sich benetzstrumpft, schauläuft und  s ä m t l i c h e  Geschlechterklischees voneinander nimmt. Ariane von Graffenried hat einen mächtigen Text geschrieben zum ewigen «Was-isches»-Thema und Caroline Ringeisen hat ihn gemeinsam mit den Jugendlichen vorzüglich auf die Bühne gebracht.

Ich habe vor Ergriffenheit fast geheult und trage die Hoffnung in mir, dass zukünftige Generationen tatsächlich ein Museum besuchen müssen, um sich darüber zu wundern, wie das früher möglich war, dass man Menschen in Männer und Frauen unterteilen musste.

Es gibt nur noch Karten für am Montagmorgen um 9.30 Uhr. 

Hostettlers Erbe

Mirko Schwab am Donnerstag den 4. Mai 2017

Avec le temps tout s’en va. Und auch die alten Berner Folksongs gehen mit der Zeit – ein Streifzug durch Urs Hostettlers Diskographie auf $$$potify und so.

Es passt irgendwie nicht recht zusammen. Die auf Benutzerfreundlichkeit polierte, spätmoderne Rahmung des schwedischen Streamingdiensts und darin all die alten Platten, Lieder und Tänze, Geschichten von Bauernaufständen, Aufgehenkten und im Wald zverlieren gegangenen. Und dazwischen: die von der Spotify-Frau unerschöpflich gutgelaunt gestellte Frage, ob man sich nicht Premium «holen» wolle für den werbefreien Hörgenuss. Auch das zeitgenössische Verständnis von Autorenschaft – in unheiliger Allianz mit dem Bedürfnis nach effizienter Sortierung – steht dem anarchistischen Zeitgeist der Siebziger- und Achtzigerjahre etwas schief gegenüber: Auf den alten Platten tummeln sich berndeutsche Übersetzungen, historische Fundstücke nebst Hostettlers eigenen Texten. Und natürlich allerhand MitmusikerInnen. Dennoch prangt über der gesammelten Musik in fetten Lettern Hostettlers Name allein. Kanye-style. Dem Liedersucher und Liedermacher ist es dann selbst etwas sauer aufgestossen, dass es im spätmodernen Musikverleih nicht weit her ist mit der sauberen Verdankung. So hat er alle Beteiligten gewissenhaft nachgetragen in seinem persönlichen digitalen Daheim.

Sie kennen Hostettler nicht? Wahrscheinlich liegt irgendwo auf dem Küchentisch ein Spiel von ihm. Tichu vielleicht, das wohl beliebteste, für dessen Nichtbeherrschung einer auch gerne mal aus der lustigen Studentenrunde ausgeschlossen wird – und bleibt, weil das Ding ja nicht zu erlernen sei. Oder Anno Domini, das lange vor der kanonischen Toilettenlektüre «Unnützes Wissen» die schönsten historischen Nebensächlichkeiten versammelt hat. Tausend Dinge hat der promovierte Mathematiker schon angezettelt und ausgeheckt, historisch-literarische Bücher und mysteriöse Stationentheater. Zunächst aber war er ein Musiker und Dichter in den goldenen Schweizer Folkjahren nach 1970. Zusammen mit seinen kongenialen brothers in crime: Der für die technisch versierten und glasklar vorgetragenen Pickings zuständige Tinu Diem einerseits und der beherzt aufspielende Luc Mentha an der Geige andererseits. Mit ihnen hat Hostettler damals einige der bis heute anmutigsten berndeutschen Lieder ersonnen. Und nicht wenige auch ausgegraben, alte Verse und Melodien aus einer vergangenen Zeit, die so gar nichts mit dem Hudigäggeler zu tun haben, der am Bügellift aus dem Billethäuschen dudelt.

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Besetzter Beutel

Mirko Schwab am Samstag den 29. April 2017

Die Kulturbesetzungen «Café Toujours» und «Familie Osterhase» spannen unter dem Namen «Nou Norm» für eine gemeinsame Aktionswoche zusammen. Ein revolutionärer Sonderbeutel.

Wer ganz generell darüber auf dem Laufenden sein möchte, was kulturell abgeht in Berns Besetzernetz: Ausschau halten nach einem der liebevoll gestalteten «Bsetzt!»-Flugblättern (Im Bild – Props gehen raus an den Lieblingsillustratoren Tobias Bolliger.)

Liebe
Kulturbürger_innen mit Abonnement,
Student_innen mit Altbauwohnung,
Teenager_innen mit Ausreissgelüsten,
undsoweiter

Wir haben im hauptstädtischen LoFi-Feuilleton der Herzen schon feierlich die Nase gerümpft über die massenmediale Auseinandersetzung mit Berns Hausbesetzer_innen. Haben im Letuschenbach auf die vergoldete Türmatte gekackt für einen lächerlich unterinformierten Klick-Generator in journalistischer Aufmachung. Üh, hat das Spass gemacht. Aber ein bisschen zündeln ist erst die halbe Miete und ein Leichtes. Was also ist unsere gewinnende Perspektive auf die Kultur- und Wohnprojekte am Rand der Stadt?

Hingehen! Die Auseinandersetzung vor Ort ist Bürger_innenpflicht, sobald am analogen und digitalen Stammtisch darüber diskutiert wird. In Holligen und Ostermundigen ist Leerstehendes in Sinnvolleres überführt worden alhamdulillah. Was da läuft, zeigt Ihnen der folgende besetzte Sonderbeutel mit Empfehlungen der revolutionären All-Star-Redaktion:

Die Luxemburg empfiehlt:
Gang zum Gangloff! Am Mittwoch ruft das Café Toujours auf zu Brot und Spielen. In umgekehrter Reihenfolge gibts ab 16 Uhr Volleyball für alle (VoFA). Hinterher gemütliches veganes Znacht und Spieleabend. Oder wie ich immer zu sagen pflege: Fest und klar und heiter sein, ja heiter trotz alledem, denn das Heulen ist Geschäft der Schwäche.

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I Am Not Your Ego

Mirko Schwab am Donnerstag den 20. April 2017

Sondern ein Mensch. Das Kino Rex zeigt den eindringlichen filmischen Essay «I Am Not Your Negro» nach einem unveröffentlichten Manuskript von James Baldwin.

Ich trete aus dem Kino und könnte kotzen. Direkt über die Tastatur kotzen, ergriffene Kotze vielleicht – bleibt Kotze. Eine unübersichtliche Auslege-Unordnung im Ausbruch, ungeniessbar und magensauer. Nun ist verbalisierte Kotze nicht das, womit ich Sie konfrontieren will. Und sie ist nicht das, womit ich meine paar Franken Trinkgeld einstreichen möchte am Ende des Monats. Ich möchte Ihnen von diesem Film erzählen und also wie es dazu kommt, dass ich, ein paar abgelenkte Tage später, immer noch kotzen könnte.

Raoul Peck montiert über den als grosses Projekt angelegten, Manuskript-Strunk gebliebenen und von Samuel L. Jackson würdevoll vorgetragenen Text Baldwins eine Collage schwarzer Unterdrücktheit. Rasant hiesse man den Streifen im Blockbuster-Jargon. Doch die gezeigte «Action», Brand, Geschrei und Schüsse, dienen nicht der Befriedigung von Sehnsüchten des gelangweilten weissen Mannes. Sie ist real. Und das exakte Gegenteil von Weltvalium.

Archivmaterial ist ein gefährliches Wort. Es tut so, als wäre etwas von der Welt verstanden, sortiert und abgelegt worden. Aber archiviert ist halb vergessen. Was dem Regisseur unter der Verwendung dieser Materialien gelingt, ist weniger die Vergegenwärtigung einer historischen gesellschaftlichen Wunde als einer offen blutenden. Die Kamera schwenkt über die Geschichte afroamerikanischer Unterdrücktheit, zeigt den langen Schatten der Sklaverei bis ins Jetzt. Er liegt über den Karikaturen vom Jim Crow, über einem weissen Hollywood und seinen gestiefelten Helden. Er liegt über den Nachbarschaften amerikanischer Kleinstädte und den Ghettos der grossen Metropolen. Und er liegt über den Methoden der Staatsgewalt.

Der Film spricht eine emotive Sprache. Und einen kurzen Moment ist man verleitet, ihm dies vorzuwerfen und Pathos zu unterstellen, wo differenzierte, archivarische Nüchternheit am Platz wäre. Nur ist es einerseits verfehlt, da Baldwins Text eine persönliche Auseinandersetzung mit den Morden an seinen ungleichen Mitstreitern und Freunden Martin Luther King, Malcolm X und Medgar Evers leistet. Und nach deren Lebensläufen Peck einen gewichtigen Teil der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung beleuchten kann. Und andererseits stellt sich mir die Frage: Was mehr ist zu wollen vom Zuschauer, als dass er sich emotional verbinden kann? Wo sich die Frage nach Recht und Unrecht längst nicht mehr stellt, sondern nach der empathischen Dringlichkeit. Nach dem Hinschauen oder Ignorieren.

All I can say is …
Ich bin ein weisser kleiner Mann aus einer sandsteingrauen kleinen Stadt, ein Mensch.

In den eindringlichsten Sequenzen des Films brennt nichts, stirbt nichts. Es sind die Aufzeichnungen von Fernsehgesprächen mit James Baldwin. Und in jener berühmt gewordenen Diskussion mit Kenneth Clark trägt er, erregt und rhetorisch glänzend, den eindringlichen Satz vor, als trete er aus eigener Kraft aus dem langen Schatten: «Ich bin nicht dein Neger. Sondern ein Mensch.»

Amerika habe sich zu fragen, warum es den Neger braucht. Wir müssen uns dasselbe fragen. Warum wir den Schwulen brauchen. Warum wir die Hure brauchen. Warum wir die Transe brauchen. Warum wir den Asylanten brauchen. Warum wir den Krüppel brauchen.

Was erzählt uns das über uns selbst?

Wir beschreiben damit keine Menschen und noch weniger interessieren wir uns für sie. Wir überformen letztlich nur unser für Irritationen so empfindliches, karikaturistisches Selbstbild auf andere – und offenbaren unsere eigenen Ängste, die jedem Interesse den Weg verstellen.

Sie finden das einfach? Ich auch. Und gerade deshalb könnte ich darob kotzen weinen. Dass eine Menschheit nicht im Stand ist, einen solchen schlichten, fast kindlichen Gedanken auszuführen und in ihren Handlungen sichtbar zu machen.

«I Am Not Your Negro» wird noch bis zum 26. April gezeigt.

0 Erkenntnis, 3 Stadträte und 1 stinkfauler Bericht

Mirko Schwab am Samstag den 25. März 2017

Was tun, damit der cäsarische Daumen von Herr und Frau Schweizer nicht schon zu Beginn des Beitrags auf die Fernbedienung niedergeht? Lasst die Mattscheibe brennen! In schmissigen zehn Minuten gebarte das SRF in der «Rundschau» neulich zu erklären, «wie die Reithalle funktioniert.»

«Spurensuche im Nahbereich»? Rätselraten im Graubereich. Fernsehmann Georg Häsler auf investigativer Mission. (Bild: SRF)

Und so beginnt auch dieses Geschichtlein vom Kulturzentrum mit entflammten Autos und verletzten Polizisten. Der elektronische Stubenkamin lodert warm und wohlig gruselfreut sich das Publikum ob der gebotenen Action am offenen Herzen der Sandsteinstadt. Dass auf dem selben Bitz Asphalt an den restlichen 360 Tagen im Jahr entweder geskatet, gesoffen, getanzt und an die Wand gepinkelt oder aber eine hässliche Hetzjagd auf die Kleinen und Schwachen im Drogenhandel gespielt wird von der neuerdings sehr verletzlichen Polizei – es scheint gerade nicht von Interesse. Und Kolleg Georg Häsler, der Namen, Gesicht und Schrieb hinhält für diesen, nun ja, nennen wir es «Content», zum Schutz des Journalismus, hat noch keinen Schritt in die Räumlichkeiten der Reithalle gesetzt.

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«Mach kes Drama»

Milena Krstic am Mittwoch den 8. März 2017

Auf einmal erschien die Bernerin Lil Lou auf meinem Radar und liess mich ratlos zurück. Wer ist diese junge Frau, die wegen dem Rappen ihre Lehrstelle verloren hat und sich die Queen von Bern nennt?

Vor ein paar Monaten hat mich eine gute Seele auf diese «eine ihrer Freundinnen, die rappt» aufmerksam gemacht. Die erscheine bald auf der Bildfläche und das werde ein grosses Ding. Ball flach halten, dachte ich. Und doch war ich angefixt vom Gedanken, dass da eine neue Rapperin in den Startlöchern steckt. Kurz darauf erschien ein Video auf meiner Timeline. «Who’s back?! Lil Lou’s back!» stand dazu und ich wusste: Das ist die, von der die Rede war.


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Apocalypso now (or soon)

Roland Fischer am Freitag den 3. März 2017

Hmm, fünfzig Jahre her:

Der Mann ist diese Woche ja gerade 90 geworden. Und hat nach wie vor so einiges zu sagen zur Lage der Welt. Was ganz unmittelbar mit seiner etwas seltsamen Rolle als einsamem Botschafter des Calypso zu tun hat, dem meistmissverstandenen Musikgenre weit und breit:

…blieb Calypso ein Kommunikationsmedium, so dass vor über 100 Jahren Nachrichten auf Trinidad meist so verbreitet wurden. Politiker, Journalisten und die Öffentlichkeit debattierten deren Inhalte, und viele der Bewohner sahen die Lieder als zuverlässigste Nachrichtenquelle an. Die Lieder schufen einen Raum für freie Meinungsäußerung, etwa das Aufdecken politischer Korruption. Die britischen Behörden versuchten dies durch Zensurmaßnahmen einzuschränken, was ihnen aber nicht vollständig gelang.

Telepolis hat noch mehr tolle Stories zur Entwicklung des Calypso, unter anderem wie uns ein Trommelverbot die Steel Drum bescherte. Und eine verquere Etymologie. Apropos: vielleicht könnte man ja eine Renaissance als Apocalypso versuchen? Würde doch gut zur Krisenkonjunktur, zu Fake News (auch sehr missverstanden, übrigens) und so weiter und so fort passen.

Und wo wir schon dabei sind: Man darf sich jetzt schon auf die neue Sonderausstellung im Naturhistorischen Museum freuen, die sich ab November auch mit allerlei Weltenden beschäftigen wird, in einer

attraktiven Mischung von Fantasien, Fakten und Deutungen. Mit dem Ziel, all die Projektionen deutlich zu machen, die hinter den Erzählungen und Prognosen vom Weltuntergang stecken.

Zunächst gibt es heute abend aber noch eine Reise zurück in der Zeit, zu Emil August Göldi und anderen Forschern der Kolonialzeit, in einer Spezialführung mit szenischen Interventionen im Rahmen des Themenmonats Amazonas in Bern.

Here 2 sway

Roland Fischer am Mittwoch den 1. März 2017

Eine kleine filmische Retrospektive zum Thema Effy29 – das musikalische Kurzfim-Bijou, das wertvolle Einblicke zum kreativen Antrieb der Aktivistinnen und Aktivisten bietet, haben noch viel zu wenige gesehen:

Und aber im Ernst: Einblicke dazu, wie Besetzung auch funktionieren kann, wenn man es nicht von Anfang an auf Frontalkollisionen anlegt, gibt es derzeit an der Fabrikstrasse. Und dazu erst noch gute Neuigkeiten: Fabrikool bleibt, so wie es aussieht!

Und apropos kreative Mooves und leere Hallen dann noch den hier – hello capitalism, can you handle this?