Archiv für die Kategorie ‘Daten & Termine’

Kulturbeutel 21/17

Milena Krstic am Montag den 22. Mai 2017

Die Krstic empfiehlt:
Die Badisaison startet am Samstag,ƁỊ₮ϾῌЄ$. Weil: Das Weyerli feiert sein neues, fesches Beizli, das für den Anlass ein paar nette Acts engagiert hat. Drei Mal dürfen Sie raten, wen (unter anderem). Oder klicken Sie einfach hier. 

Frau Feuz empfiehlt:
Am Samstag macht ein immer wieder gerne gesehener Gast im Kairo Halt: Der Düster-Folker Delaney Davidson. Ausserdem lohnt sich zwischen Donnerstag und Sonntag eine Reise in die Pampa, genauer: nach Münsingen, wo im Rahmen von Photo Münsingen diverse Fotografen und Fotografinnen ihre Werke ausstellen, so unter anderem auch Alain Schenk, der in «Live on stage» Konzertbilder von rund 20 Schweizer Bands zeigt. Am Donnerstag spielen zudem die grossartigen Harvey Rushmore & the Octopus an der Foto-Ausstellung.

Der Urs empfiehlt:
Die Silver Apples – ich glaubs nicht, das ist doch Spacerock! – und natürlich das ganze Drumherum, «Die lange Nacht der elektronischen Musik» – in der Dampfzentrale am Donnerstag. Geht hin, das war mal Synth-Proto-whatsoever – und darum  jetzt immer noch hip as fu**. Ist zwar leider – Dan Taylor R.I.P – nur noch einer davon, aber trotzdem legendär. Le – gen – där, no joke, wegweisender Sound!!

Mirko Schwab empfiehlt:
Massicot machen den schönsten Krach irgendwo zwischen Galerie, Nihilismus und No-Wave, kommen aus Genf und am Samstag in der Spinnerei vorbei. S/o to the club, der sich weiterhin unbeschwert und mit einem prächtigen Programm in der hauptstädtischen Konzertszene hervortut.

Kulturbeutel 20/17

Gisela Feuz am Montag den 15. Mai 2017

Frau Feuz empfiehlt:
Am Mittwoch kommen Digger Barns und Pencil Quincy mit ihrer Diamond Road Show auf Besuch ins Rössli, wir haben hier bereits über die bezaubernden handgemachten Visuals berichtet. Am Freitag halten dann die Russen Einzug im Kino Rex: «Feiern, Trinken, Tanzen» ist die Devise des Datscha-Projekts und was eignet sich besser dazu als Balkan-Electro-Franzosenpolkas, durchmischt mit wilden Bläsern, einem ordentlichen Schuss Punk und russischem Jazz der dreissiger Jahre, he? Genau: ничего!

Die Krstic empfiehlt:
«Lick my cunt consumption» ist meine Lieblingstextzeile des Jahres 2017 und sie kommt von JPTR, diesem abgefahrenen Zürcher Duo, das sich geschlechtsneutral inszeniert und Musik macht, die von irgendwo tief unten kommt. Schlagzeug (Ramón Oliveras) und Stimme (Andrina Bollinger) reichen, um eine Revolution zu vertonen. Am Sonntagabend in der Turnhalle im Doppelpack mit den Charmanten vom Am Kap.

Der Urs empfiehlt:
Gehts doch mal in die Sattelkammer an der Zähringerstrasse 42. Am Mittwoch gibts dort trotz Frühling eine Vernissage im «SCHNEE GESTÖBER». Mit diffusen Strukturen im Fokus – eine Ausstellung von Natalie Reusser und Myriam Gallo.
Dann gönnts euch das erste Tape von «FRANK SPIRIT» junger oldschool-house shizzle out da hood –  smooth as f***!
Und hörts doch mal bei «Kap Druhad» rein, am Sonntag im Ross. Drei Ausnahmeirre spielen Dudelsack, Cello, Hackbrett und Schlagzeug – muss was sein!

Mirko Schwab empfiehlt:
Von ersten Gehversuchen bis zu kleinen Meisterwerken gibts am studentischen Kurzfilmfestival mit dem leider bisschen abtörnenden Namen Academy Shorts allerhand anregende Bewegtbildkunst zu sehen, hopp nach Fribourg also. Auch nice und am Freitag im Kairo: Die Burschen von What Josephine Saw um Siebensiech Max Kämmerling schmeissen der leichtfüssigen Gitarrenmukke ein Fest.
Und #KrewLove am Samstag in der Schlosserei: Milena Milena aufm Cruise Ship Misery am been, anderes Verschrobenes mehr, Spoken Word, Alleinunterhalterpianos, Trash, Techno, Liebe à la Cold Storage Records.

Fischer empfiehlt:
Das Auawirleben geht in eine exzessive, überexponierte zweite Woche, zum Beispiel mit 69 Performance-Positionen oder 50 Grades of Shame in der Dampfzentrale. Und musikalischen Exzess verspricht der Auftritt der Ghost Wolves heute abend an der Schwarztorstrasse.

Kulturbeutel 19/17

Milena Krstic am Montag den 8. Mai 2017

Die Krstic empfiehlt:
Auawirleben
#forreal: Am Donnerstag ist in der Dampfere der Auftakt zum Theaterfestival der freien Szene. Musikalische Rosine: Julian Sartorius spielt am Samstag um 22 Uhr im Festivalzentrum sein meditatives Techno-Set.

Frau Feuz empfiehlt:
Heute Abend zeigt die Musikfilm-Reihe «Song and Dance Men» in der Cinématte «Bunch of Kunst», eine Dokumentation über das grantige Rap-Duo Sleafort Mods aus Nottingham. Am Mittwoch liefern in der Turnhalle Esmerine dramatischen Soundtrack, wobei sich im instrumentalen Kammerrock-Quintett Mitglieder von Godspeed You! Black Emperor und Thee Silver Mt. Zion finden lassen.

Schwab empfiehlt:
Xiu Xiu

(dreizeilige Lobeshymne, die den Youtubelink ja doch unterläuft)
am Dienstag im Dachstock.

Der Urs empfiehlt:
Das kleine Festival der grossen Bands
(oder umgekehrt), erst die zweite Austragung und schon ein Klassiker! Im Dachstock, am Samstag. Wo sich die Grenze zwischen Bühne und Publikum auflöst und sich das Gemenge zu einem üblen Cocktail mischt – wird archaisch! Und wenn wir schon im R’N’R Verve sind – Gimme Danger – der Jarmusch-Dok über Jim Osterberg alias Iggy Pop aka the oldest sixpack alive und The Stooges, hell yea – im Kino Rex Bern natürlich.

Kulturbeutel 18/17

Milena Krstic am Montag den 1. Mai 2017

Die Krstic empfiehlt:
U n b e d i n g t  noch «I Am Not Your Negro» im Rex anschauen gehen (hat auch der Schwab gesagt, hier). Es gibt noch Möglichkeiten bis am Mittwoch. Und am Freitag gibts im Schlachthaus Genderpuff: Nach einem Text von Ariane Von Graffenried wird dort «der Geschlechterkampf gespielt». Ich will das Nummerngirl sein.

Frau Feuz empfiehlt:
Heute Abend ist das apokalyptische Metal-Riffmonster Mantar im ISC zu Gast, am Mittwoch gibts im Rössli Psychedelic-Krautrock mit Harvey Rushmore & the Octopus auf die Ohren und ab Donnerstag (internationaler Star Wars Tag!) stellt im Stauffacher die lokale Elite von Grafiker*innen und Ilustrator*innen ihre Bilder und Poster zu Sci-Fi-Geschichten aus.

Konfuzsius Rihs empfiehlt:
Bleibt bei Bildhaftem und wohl Handgeformtem, am DESIGN FESTIVAL BERN. Der BEA fürs Kreativproletariat quasi – vielleicht sollte man da ein Kombiticket anbieten, zur Überwindung des FIZZEN-Landi-Grabens. Zwischen Simmentaler Fleckvieh und CMYK. Vom Freitag 5. bis Sonntag 7. Mai, in der ganzen Stadt verteilt.

Fischer empfiehlt:
Menschliches, Allzumenschliches und Artifizielles. In der Dampfzentrale mit der Tanztruppe Unplush, die sich eine Waschmaschine und einen kleinen Roboter mit auf die Bühne holen, am Samstag und Sonntag. Und am out+about-Festival im Westen draussen, wo ein tolles Prä-Aua-Programm zu sehen gibt, zum Beispiel mit The Thing – An Automatic Workshop. Oder einer Slotmaschine als Cocktailrezept-Shuffler.

Besetzter Beutel

Mirko Schwab am Samstag den 29. April 2017

Die Kulturbesetzungen «Café Toujours» und «Familie Osterhase» spannen unter dem Namen «Nou Norm» für eine gemeinsame Aktionswoche zusammen. Ein revolutionärer Sonderbeutel.

Wer ganz generell darüber auf dem Laufenden sein möchte, was kulturell abgeht in Berns Besetzernetz: Ausschau halten nach einem der liebevoll gestalteten «Bsetzt!»-Flugblättern (Im Bild – Props gehen raus an den Lieblingsillustratoren Tobias Bolliger.)

Liebe
Kulturbürger_innen mit Abonnement,
Student_innen mit Altbauwohnung,
Teenager_innen mit Ausreissgelüsten,
undsoweiter

Wir haben im hauptstädtischen LoFi-Feuilleton der Herzen schon feierlich die Nase gerümpft über die massenmediale Auseinandersetzung mit Berns Hausbesetzer_innen. Haben im Letuschenbach auf die vergoldete Türmatte gekackt für einen lächerlich unterinformierten Klick-Generator in journalistischer Aufmachung. Üh, hat das Spass gemacht. Aber ein bisschen zündeln ist erst die halbe Miete und ein Leichtes. Was also ist unsere gewinnende Perspektive auf die Kultur- und Wohnprojekte am Rand der Stadt?

Hingehen! Die Auseinandersetzung vor Ort ist Bürger_innenpflicht, sobald am analogen und digitalen Stammtisch darüber diskutiert wird. In Holligen und Ostermundigen ist Leerstehendes in Sinnvolleres überführt worden alhamdulillah. Was da läuft, zeigt Ihnen der folgende besetzte Sonderbeutel mit Empfehlungen der revolutionären All-Star-Redaktion:

Die Luxemburg empfiehlt:
Gang zum Gangloff! Am Mittwoch ruft das Café Toujours auf zu Brot und Spielen. In umgekehrter Reihenfolge gibts ab 16 Uhr Volleyball für alle (VoFA). Hinterher gemütliches veganes Znacht und Spieleabend. Oder wie ich immer zu sagen pflege: Fest und klar und heiter sein, ja heiter trotz alledem, denn das Heulen ist Geschäft der Schwäche.

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«Ich brauche dringend einen Drink»

Milena Krstic am Donnerstag den 27. April 2017

Gestern habe ich mir mit einer einer ganzen Teenager-Schulklasse das Stück «Das beste aller möglichen Leben» in der Vidmar angeguckt. Die Kids waren verstört. Und ich auch. Wenn auch nicht unbedingt aus denselben Gründen.

Die Mittelstandstragik in grau und ein überdimensionaler Säugling. Foto: Annette Boutellier

Die Medienfrau des KTB ist mittlerweile zu einer mir lieb gewordenen Bekannten avanciert, die mich immer motiviert auf neue Stücke aufmerksam macht. Bei «Das beste aller möglichen Leben» hatte sie mich nicht gleich im Sack, weil mich das Thema etwas anödete: Ein Paar mit Kinderwunsch bekommt mitten in der Nacht einen Korb mitsamt Säugling drin vor die Tür gestellt. Laaangweilig, gähnt es da aus mir heraus, aber der Zusatz im Medientext, dass der amerikanische Autor Noah Haidle mit einem anderen Stück («Alles muss glänzen») im Jahr 2015 einen Preis gewonnen hat und auch die Tatsache, dass die Premiere ausverkauft war, liessen mich aufhorchen. Ich ging also hin.

Was dann geschah, konnte ich nicht erwarten, niemand konnte das. Dieser Säugling nämlich (gespielt von David Berger und Jürg Wisbach) fängt an zu quatschen, tanzt einen wunderbar grotesken Tanz und durchlebt innerhalb von zwei Stunden ein ganzes verdammtes Leben. Und mit «verdammt» meine ich das wörtlich, weil da kommen alle menschlichen Abgründe darin vor, die so ein Leben mit sich bringen kann: Drogen, Vergewaltigung, Betrug, Lug und hässlich verzweifelte Versöhnung. Was für ein Reigen, was für ein Grauen.

Die Eltern (Kornelia Lüdorff und Jonathan Loosli) schweben zwischen Entzücken, Verwantwortungsbewusstsein, Ekel und Abscheu angesichts dieses Säuglings, der sich rasant zum predigenden Greis wandelt.

Regisseur Mario Matthias inszeniert die Hässlichkeit eines Paares im Mittelstands-Dasein mit Witz und Schalk (diese Choreographien!) und lässt keine unnötigen Längen zu.

Der Text trägt unendlich viel Kopfnick-Material in sich: Da fragt sich dieser überdimensionale Säugling so Existentielles wie:

«Und das ist das Leben? Etwas, das man erträgt?»

«Wie oft kann es brechen?» (mit «es» meint er das Herz) und «Grundlos aus Enttäuschungen besteht es» (er meint das Leben) und schliesst mit den Worten:

«Ich brauche dringend einen Drink.»

Als das Stück fertig ist, bin ich es irgendwie auch. Die Teens raunen sich «Shit, ds isch huere schräg gsi» zu und ich denke nur so: «Shiiit, so chas ga».

Fazit: Das Stück ist ganz klar sehenswert. Aber seien Sie darauf gefasst, mit eigenen Gruseligkeiten konfrontiert zu werden. Entweder, Sie wollen sich danach besaufen, oder ihre Beziehung beenden. Oder Ihren Job kündigen. Oder gleich alles zusammen.

«Das beste aller möglichen Leben» läuft noch bis am 20. Juni. Alle Daten gebündelt finden Sie hier. Und hier noch die seriös tolle Besprechung aus dem Mutterschiff.

Kulturbeutel 17/17

Milena Krstic am Montag den 24. April 2017

Die Krstic empfiehlt:
Ich fühle diesen Yoga praktizierenden, Dreadlocks tragenden, verquer mystische Musik fabrizierenden und wunderschöne Videos herausbringenden Mann namens Gonjasufi einfach so sehr. Deshalb gehe ich am Freitag in die Dampfzentrale. Meet me at the bar und bezahl mir eine Gurkenschorle.

Mirko Schwab empfiehlt:
Der Krstic eine Gurkenschorle auszugeben. Wer sich auf dieses musikalisch-kulinarische Wagnis am Bett der Aare nicht einlassen möchte, gehe nach dem Burgernziel, gehe es ein paar Schattierungen leichter an: Sissy Fox aus BNC ta mère zeigen ihren «unpolierten Elektropop mit Attitüde» her. Ebenfalls am Freitag. Vorm hübschen Punto sollten wir uns indes eh verneigen, solange wir noch können – irgendwann fahren die Bagger auf, eine Runde Lärm für alle wird spendiert und schliesslich tötelets wieder still im Quartier.

Frau Feuz empfiehlt:
wer weder gurkenschorlen mit Madame Kristic noch punto-poppen mit Schwab will, der gehe am Donnerstag in die Cinématte. Dort wird einerseits David Lynchs Klassiker Blue Velvet gezeigt, andererseits spielen im Anschluss BAR ihren atmosphärischen Rock Noire. Oder aber man lausche im Schlachthaus irgendwann zwischen Mittwoch und Samstag beim Lesefest Aprillen Texte unterschiedlichster Natur.

Fischer empfiehlt:
An so einem ganz ordinären Montag Abend: volle Kanne Theatertheorie. Und schon einmal ein wenig mit Auawirleben anfangen. Das Out+About-Vorfestival in Bümpliz draussen fängt zwar eigentlich erst nächste Woche an, aber man kann sich schon mal aufwärmen, mit einem Vortrag zum schönen Thema: Zeitgenössisches Theater, was ist das?

Der Urs empfiehlt:
Profaneres als der Fischer – Wursten unter der Linde(!) – im Restaurant zum Schloss in Köniz, am Sonntag, ab 13:00 Uhr. Dort wird Regionales in die Pelle gedrückt – klingt nach Spass. Wer jedoch eher auf Mediterranes steht, der gehe am Mittwoch doch ins bee-flat, zu MEDUOTERAN FEAT. CARLES BENAVENT: Balkan trifft auf türkischen Folk trifft auf Flamenco, und das Ganze ergibt sowas wie eine musikalische Konzeption des Mittelmeeres, klingt nach gut.

Kulturbeutel 16/17

Milena Krstic am Montag den 17. April 2017

Die Krstic empfiehlt
einen Spaziergang ans Ende der Länggasse. Dort links einbiegen und sich an der Fabrikool erfreuen. Am Donnerstag gibt es dort ab 17 Uhr Firabebier und am Freitag Zmittag für aui von Bio für jede.

Mirko Schwab empfiehlt
einen Spaziergang ans Ende der Kirchenfeldbrücke, heisst: ans Ende des 19. Jahrhunderts. In der Kunsthalle «Étude 8» wird am Dienstag dem Dandytum performativ auf den Grund gegangen. Am Freitag liest am selben Ort Oswald Wiener zum Thema «Dandysme in der Globalisierung». Alles im Rahmen der Ausstellung «The Living Wedge» von Michael Krebber. Where you gonna go now?

Der Urs empfiehlt nicht…
…mehr diesen ISC Club oder diese vermaledeite Rössli Bar, au Backe – post time is 04:59 – das FUZZ ORCHESTRA plus diese ewigen Round Table Nights haben dem Urs zugesetzt, ICH LIEBE DIESE STADT! Curb Your Enthusiasm, ich weiss…
Also, ernsthaft, der Urs empfiehlt für nächste Woche: Ein Spaziergang nach Canossa, in die HKB, für alle AutodidaktInnen, welche sich nie zum Abschluss durchringen konnten: Dort gibts ab Dienstag das GuestLectureFestival – it’s about DESIGN AND POLITICS, LAYOUT ALS FORM DER REFLEXION oder GRAPHICS OF RESISTANCE: THE ITALIAN CASE AFTER WAR und vieles mehr – für den Fischer auch. One Love, peace & out.

Frau Feuz empfiehlt:
Einen ornithologischen Spaziergang in die Reitschule, dort flattert am Freitag und Samstag nämlich der RaBe einmal mehr, was das Zeugst hält. Bei der 21. Sause des Berner Kulturradios wird von Cumbia-Punk mit Che Sudaka, Psychedelic-Dub mit Dub Spencer und Trance Hill über Disko-Country mit Blind Butcher, warmem Soul mit Yarah Bravo bis Alternative-Rock mit den Lokal-Helden Aziz, Cello-Punk mit Zlang Zlut, Spoken Word mit Laurin Buser und Trash-Movies im Kino vieles geboten, was Freude macht. Das ganze Programm gibts hier.

Fischer empfiehlt:
Spira mirabilis, ein Filmessay über das menschiche Streben nach Unsterblichkeit. Mit japanischen Wissenschaftlern, Mailänder Restauratoren, Berner Instrumentenbauern und Native Americans. Premiere am Donnerstag im Rex, in Anwesenheit einer Reihe von Protagonisten.

Kulturbeutel 15/17

Milena Krstic am Montag den 10. April 2017

Die Krstic empfiehlt von Herzen:
sich am Mittwoch Síd in der Turnhalle zu gönnen. Dort tauft die Band rund um Rea Dubach das neue Album «Völuspá». Es klingt nach Morgentau getränkten Wiesen und Kieselsteinen unter nackten Füssen. Es ist eine einnehmende Musik, wie ich sie so noch nie gehört habe. Und Sie auch nicht. Word.

Mirko Schwab empfiehlt gegen die Schmerzen:
Unter der Bezeichnung «End Hits» beschenkt sich der Dachstock mit Schwergewichten der Stromgitarrenkultur. Und damit auch uns, die ganz normalen Zweifler, Verirrten und Verzettelten, die wir um Heilung ersuchen im Kegel aufgedrehter Verstärkertürme. Sich ein bisschen anschreien lassen hilft. Am Samstag wieder mit Pulled Apart By Horses.

Fischer, nicht zum Scherzen (aufgelegt):
Heute abend hopp zum Videoscreening und Künstlergespräch ins Lehrerzimmer (nicht zuletzt der Knödln wegen) – Normaden, Tintenfische und andere Datenträger, wenn das nicht mal ein vielversprechender Titel ist.

Der Urs empfiehlt mit Kerzen:
Ein letztes geplantes Abendmahl – schliesslich ist Osterwoche – im Punto, die Oase im Burgernziel. Es gibt viel zu wenige davon, in den Quartieren. Aber bald schon wird uns auch diese von Baggern geraubt. Also ab zum candle-light-dinner und Tribut zollen. Sowieso besser als nur saufen in diesen heiligen Nächten.
Und für die unverbesserlich Gottlosen – FUZZ ORCHESTRA am Sonntag im Ross, radikalster Impro-Heavy-Soundtrack-Rock (für den Schwab mal wieder) mit Hang zu Psychedelik. Nur für HartHärterHärtestgesottene.

Frau Feuz empfiehlt:
Am Mittwoch gibt’s im Rössli mit Hathors eine furiose Mischung aus Alternativrock, Punk und Hardcore zu hören, darüber hinaus sorgt die Basler Supergroup Neo Noire für einen Abstecher Richtung 90er-Jahre-Grunge. Am Samstagnachmittag gibt’s bei Beat-Man im Voodoo-Laden dann eine Ladung Psychedelic-Punk auf die Ohren: The Love Cans kommen auf Besuch.

Kulturbeutel 14/17

Milena Krstic am Montag den 3. April 2017

Die Krstic empfiehlt
einen Besuch in Beckys Bude. Die Becky serviert da nämlich Pommes aus ihrem Waggon heraus und präsentiert jeweils ein kulturelles Schmankerl dazu. Start ist heute Montag in der Länggassner Sattelkammer mit der Band Vater Morgana. Becky tourt den ganzen April über, von Montag bis Mittwoch, aber nur bei schönem Wetter. Ganzes Programm hier.

Frau Feuz empfiehlt:
Am Mittwoch Dark Hop bzw. Hip Noir mit View im Rössli, am Donnerstag die Taufe von Hartmut Abenscheins korpuspoetischem Projekt «nicht begonnenes fortsetzen» im Kairo (mit musikalischer Untermalung von KSB-Ex-Chef Sartorius) und am Freitag zeigt dann die Kultmoviegang denn richtig schön schlechten Hitchcock-Verschitt «Birdemic: Shock and Terror» im Cine Club.

Der Urs empfiehlt:
Den jüngsten der Fela Söhne, Seun Kuti, mit den legendären Egypt 80 im Heuboden der Reitschule am Dienstag. Einer bee-flat / Dachstock Koproduktion, Afro-Funk Kings live – wird ein Fest!
Dann am Mittwoch ab ins Kapitel. Radio Bollwerk präsentiert dort eine Perle der überregionalen Klubkultur. EL TIGRE aus Luzern – so muss Eklektizismus!
Und am Donnerstag Ethio-Jazz enet dem Röstigraben. Mulatu Astatke, the legend, am CULLY JAZZ, an den Gestaden des Genfersees Lac Léman. Dort wo die Festivalsaison eigentlich so richtig beginnt. In familiärer Atmo und zu gelassenem Groove, vor allem auch nach den Main-Acts, in den pitoresken Weinkellerchen des Dörfchens. Die wahre Alternative zum grosskotzigen Montreux Kommerz Jazz Festival!

Mirko Schwab empfiehlt:
Es ist spät, ich machs kurz: Am Mittwoch gehen Sie ins Kairo und ersteigern sich «Rares gegen Bares» an der Vernissage von Carlo Lüthi. Und am Samstag dürfen Sie sich entscheiden: zwischen diesem Badass hier und vielen weiteren duften Musiken bei «Sounds Like Bern» im Dachstock. Oder der einzig wahren New-School-Fête der Stadt – «Larash» im Internationalen Stabiloboss-Club.

Fischer empfiehlt:
Endlich wieder mal Theater in der Grossen Halle, dem Theater Marie wäre es ein bisschen zu eng geworden im Tojo. Die Gruppe verwickelt Liliom in eine Spirale aus Gewalt und Perspektivlosigkeit – immer noch, immer wieder, seit der Uraufführung des Stücks 1909.