Archiv für die Kategorie ‘Daten & Termine’

Kulturbeutel 13/17

Mirko Schwab am Montag den 27. März 2017

Mirko Schwab empfiehlt:
Rap am Mittwoch an der Style Bakery im Ross: Zwei Mics und eine fette Band, die Freistilisten werden fliegen. Am Donnerstag dann ab nach dem Mattenhof, Werkhof 102: Das Seltene Orchester ist ein eigenartiger Haufen aus hochkarätigen Instrumentalist_innen unterschiedlichster musikalischer Provenienz und spielt die mal halsbrecherischen, mal feinfühligen Kompositionen aus den eigenen Reihen so, dass einem das Herz aufgeht.

Der Urs empfiehlt:
Diskutieren über Vertrauen im Kairo
. Die Uni mochte selten zu begeistern. Doch es gab auch Lichtblicke, im Philo bei der Metaethik mit Budnik beispielsweise. Der Typ schien zwar immer wenig übrig zu haben für existenzialistisches Kulturpräkariats-Gesülze, dafür umso mehr für die analytische Ausprägung der Liebe zur Weisheit. Mal sehen ob der im Café auch so staubtrocken diskutiert wie im Hörsaal, wär ne Freude! Heute Montag ab 19:30, mit Folgeveranstaltungen im April, Mai und Juni. Undogmatisches Debattieren in Wohnzimmeratmosphäre, so kann die Woche beginnen.
Und dann ein Pflichttermin im Bad zu Bonn am Donnerstag: Woods, Kult-Folk aus notBern Brooklyn, unterstützt von Dj Benedikt Sartorius.

Fischer empfiehlt:
Apropos Vertrauen: Am Donnerstag beginnt die tolle Filmreihe zu universalen Monstern im Rex. Es gibt ein Wiedersehen mit so liebenswerten Unwesen wie Dracula, dem Wolfmann und natürlich der unverwüstlichen Creature From The Black Lagoon.

Friedli ist ein Sauhund

Gisela Feuz am Mittwoch den 22. März 2017

Am Freitag spannen die beiden Kinos Cinématte und cineBubenberg zusammen und laden zur 15. langen Nacht der kurzen Filme. Nebst divesen aktuellen Kurzfilm-Produktionen aus der Schweiz und Europa gibt es auch eine Berner Premiere zu begutachten, nämlich «In a Nutshell» von Fabio Friedli. Besagter Herr Friedli hat uns ja vor rund sechs Jahren schon mit dem wunderbaren Stop-Motion-Kurzfilm «Heimatland» beglückt, der zwischenzeitlich keinesfalls an Aktualität verloren hat.

Die titelgebende Redewendung von Friedlis neuem Animationsfilm «In a Nutshell» bedeutet so viel wie «komprimiert», wobei der Berner Filmemacher gemäss Pressetext denn auch die richtig grossen Themen wie Konsum, Sex, Gewalt, Migration und Krieg bis hin zu Facebook und Tinder in gerade mal fünf Minuten abhandelt. Die ganze Welt in einer Nussschale eben. Regisseur Friedli wird bei der Première übrigens mit seiner Crew persönlich vor Ort sein, um dem Publikum Rede und Antwort zu stehen. Ihnen sagt der Name Fabio Friedli nichts? Dann vielleicht Pablo Nouvelle? Ja genau, der Pablo Nouvelle, welcher als Musiker in elektronischen Gefielden internationale Erfolge feiert. Das ist ebenfalls der Friedli. Offenbar haben wir es hier mit einem Kerl zu tun, der so ziemlich alles kann. Sauhund.

Die Kurzfilmnacht findet diesen Freitag 24. März in Cinématte und cineBubenberg statt, gezeigt werden vier Themenblöcke. SWISS SHORTS  bietet neue Kurzfilme aus der Schweiz, wie zum Beispiel «Digital Immigrants» von Dennis Stauffer und Norbert Kottmann, «Analysis Paralysis» von Anete Melece sowie internationale Festivalhits wie «Bon Voyage» von Marc Wilkins mit Tatort-Kommissar Stefan Gubser, über den KSB hier bereits berichtet haben. Im Block FAMILY TIES  werden Kurzfilme gezeigt, welche beleuchten, wie mühselig die eigene Familie doch manchmal sein kann – sehr zu empfehlen: «Die Badewanne» von Tim Ellrich. «C’EST LA VIE – Kleine Geschichten aus Frankreich» zeigt aktuelle französische Kurzfilme einer neuen Generation von jungen Filmemachenden und in der Nocturne «THIS GIRL IS ON FIRE – Sex bleibt Nebensache» werfen drei junge Regisseurinnen einen frischen Blick auf die weibliche Sexualität.

 

Kulturbeutel 12/17

Milena Krstic am Montag den 20. März 2017

Die Krstic empfiehlt:
Unplush,
Berns internationale zusammengepuzzelte Tanzkompanie, zeigt am Samstag in der Turnhalle das Stück «Fried Air». Das wird so, wie Sie sich ein Tanzstück eigentlich nicht vorstellen würden. Was tatsächlich dahintersteckt, steht am Donnerstag in der Berner Woche. 

Mirko Domingo empfiehlt:
Sie sind auch wütend? Heraus zum «Headbangersball» an der Scheibenstrasse 64. Dort wird gemurrt, gegurgelt und gebrüllt und mit beiden Doppelbass-Füssen das letzte Restchen Selbstmitleid aus Ihnen herausgeknüppelt. Klingt sympathisch? Oral Fistfuck, Cremation, Carnal Decay und natürlich meine liebsten Brutalo-Mathematiker von Sulphur Sun sorgen am Samstag für … nun ja, «Aural Fistfuck» triffts wohl recht gut. Einstimmen sollte man sich indes schon morgen im Ross: Brutus aus dem rauen Belgien nisten sich ein zwischen Indie-informiertem Selbstmitleid und besagtem Fistfuck. Ein schönes Wort: Fistfuck Fistfuck Fistfuck.

Frau Feuz empfiehlt:
……………………. Sie verzeihen, Grossmutter Feuz musste erst mal «Fistfuck» googeln. Die heutige Jugend. Ich bin erschüttert. Herr Domingo, Sie schreiben jetzt auf der Stelle 100x «ich soll nicht so wüste Wörter wie ‘Fistfuck’ gebrauchen» in Ihr Aufgabenbüchlen. Sie, werte Leserschaft, dürften was anderes schreiben: Angenda aufmachen und am Mittwoch die 80. Ausgabe von Pixmix in der Dampfzentrale eintragen. Dann blättern Sie ein paar Seiten vor und schreiben am Samstag Kino Reitschule rein, dort wird nämlich Girl Power gezeigt, ein Dokumentarfilm, welcher Ladies porträtiert, die sich in der nomaleweise männlich dominierten Grafittiszene tummeln.

Der Urs empfiehlt:
Lago mio – pornism Slang in der Gang! Dagegen hilft nur die volle Kelle Kontrastprogramm, etwas Abgehobenes am besten, hmm – schon mal was vom «Spatial turn» gehört vielleicht? Von der topologischen Wende? Nein? Raumtheorie und so, gibts spannende Bücher zu, war ein wichtiger  sozialwissenschaftlicher Paradigmenwechsel. Weniger Raum der Zeit, dafür mehr Zeit dem Raum, vereinfacht. Zu abstrakt? Nun denn, ab zum Praxisunterricht im Raum am Terrassenweg – eine der besten Lehrstuben für Abstraktes sowieso – diesen Samstag, ab zweiundzwanzighundert , mit Héliodrome. Experimenteller Rap mit psychoaktiven Beats, aus Kanada, Geheimtipp, mit besten Grüssen.

Prof.«Brötlifresser» der Urs

Kulturbeutel 11/17

Gisela Feuz am Montag den 13. März 2017

Frau Feuz empfiehlt:
Vereinbaren Sie doch einen Termin bei Dr. Blöffer, der hält ab Dienstag wieder Sprechstunde in der Heiteren Fahne. Am Freitag laden Austra dann zum heiteren electropoppen in der Dampfzentrale und am Samstag tauft Baze seine Bruchstücke im Dachstock. Das wird ganz bestimmt «eine beschissen schöne Angelegenheit».

Die Krstic empfiehlt:
Am Mittwoch startet Bestival, das Berner StudentInnen Theaterfestival. Bis am 21. März gibts im Gaskessel Theater vom Schweizer Nachwuchs zu sehen, aber auch von Gruppen aus UK, Griechenland und Mallorca. Rosine: Am Donnerstag zeigt Architektin Joana de la Fontaine im Stück «Mama Fomo», wie sie im Studium Gelerntes auf die Bühne ummünzt. Zusatzrosine: Danach spielt Dave Eleanor ein Konzert.

Mirko Domingo empfiehlt:
Sich den keramischen Wahnsinn Marc Ribots geben am Sonntag, Turnhalle altes Progymnasium. Und am Samstag heben die Rumpelbrüder von Here Hare Here ihre neue Single aus der Taufe, Spinnerei Felsenau. Ja und gehen Sie nochmal bei Chop Records Serge und Jürg vorbei. Da greifen Sie nach einer letzten Scherbe, rauchen eine letzte Zigarette und werden sich bewusst, dass Ihre Jugend jetzt spätestens vorbei ist.

Fischer empfiehlt:
Jetzt einfach mal ins Blaue hinaus, weil der Name einen auf Ideen bringt: den Club Soleil am Sonntag Spätnachmittag in der Dampfzentrale. Da legt nämlich Anaconda Extended auf – und man kann sich ja einfach mal vorstellen, wie es wäre, wenn der Has höchstselbst sich mal elektronisch extendieren tät. Da würde man doch hin, oder? Und sonst lohnen Heiko und Eftn den Besuch auf jeden Fall auch. Und überhaupt ist das Format eine sehr sympathische Art, das Wochenende ausklingen zu lassen.

Der Urs empfiehlt:
Friends, you beat me to it, I’m sorry – alles schon gesagt! Aber vielleicht doch noch, wers verpasst hat, im Schlachthaus, «Ebony and Irony» – heute noch, um 19:00 und dann spätestens im April nochmals, 5. bis 8 ten. Over and out!

Kulturbeutel 10/17

Mirko Schwab am Montag den 6. März 2017

Mirko Schwab empfiehlt:
Gegen die Montagsdepression: Stangen und Standards mit dem Trio Dahanukar, Howald und von Fischer im Les Amis. Gegen die Dienstagsschwere: Skandinavische Qualitätspsychedelik mit Black Light White Light im Ross. Gegen die Mittwochsmisère: Detailgenauer Dialekt-Realismus ja Minimalismus mit Manuel Stahlberger zu Bad Bonn. Gegen die Donnerstagswut: Neuer Untergrund auf die Fresse mit Lil’ Lou und den most beloved Yangboy$, Ross again. Gegen die Freitagsmanie: zuhausebleiben. Gegen die Samstagssünden: Am Sonntag in die Kirche, musikalisches Opfer vor dem Heiliggeist; Bach, schwemm mich fort.

Frau Feuz empfiehlt:
Am Dienstag gibt’s Spoken Word im Doppelpack: Ariane von Graffenried und Rolf Hermann laden im Stauffacher zur doppelten Buchtaufe. Am Freitag zuhausebleiben my ass, Herr Schwab! Dann geht man entweder in die Dampfzentrale zum Newcomer-Event Shit & Schein oder aber man geht synthiepoppen zu Melker ins ISC, die sich für ihre Plattentaufe Mister Milano ins Boot geholt haben.

Der Urs empfiehlt:
KulturStattBern ein Kuschelblog? Ha! An alle abgelederten Schnöder, nix da, jetzt gibts aufs Maul! Nicht nur am Töggelikasten Am besten in der Boxschule Viktoria, beim egalitärsten Kampftraining der Stadt. Siebenmal wöchentlich – gratis Probehauen jederzeit möglich, einfach hingehen und mitmachen.
Und wenn wir danach weichgedroschen auf der Pritsche liegen, tun wir den neuen Erzählband von Michael Fehr  «Glanz und Schatten» vorbestellen. Dann haben wir nämlich bald wirklich einen Grund zum Zuhausebleiben Frau Feuz.

Die Krstic empfiehlt:
Noch was ganz anderes, nämlich zwei Mal Bonsi cette semaine: Am Donnerstag zeigt Joiz-Aushängequeen Gülscha ihre Schnägg und am Samsti gömr ab zu #Islandlife, einer Partyreihe, die mit karibischer Afro-Guge Laune macht.

Fischer empfiehlt:
Hack the System. Und zwar für einmal nicht das politische da draussen, sondern eines, das in uns allen hockt. Die dritte Ausgabe des ckster-Festivals widmet sich Gender als gesellschaftlicher Ordnungsstruktur und Hacking als möglicher Unruhestifterin dieser Ordnung. Ab Donnerstag, im Progr.

Kulturbeutel 9/17

Milena Krstic am Montag den 27. Februar 2017

Die Krstic empfiehlt:
Pamela Méndez
ist zurück und spielt am Mittwoch mit ihrer tollen Band im Rössli. Am Samstag dann lass ich mir in der Dampfzentrale am Anti-Wellness-Abend was auf den Nagel tätowieren, um mich danach in der Teezeremonie in andere Zustände versetzen zu lassen.

Mirko Schwab empfiehlt:
Nicht, dass in Bern nichts liefe oder explodierte. Aber gehen Sie doch wiedermal nach Zureich: Im Theater Gessnerallee premiert das Stück 0 der gleichnamigen Guerillagruppe, die im Vorfeld der Produktion etwa die Rütliwiese entführt hatte. Auf der «Suche nach einem Widerstandskörper» wird das Ensemble von der Musik meines Bruders David Jegerlehner begleitet. 2. bis 11. März.

Frau Feuz empfiehlt:
Am Samstag gibt’s im Graffiti eine ordentliche Ladung Hardocre auf die Ohren mit Insanity, Invoker, The Giving und Horace.

Der Urs empfiehlt:
Puh, das war mal urbaner Verschleiss die letzten Tage, einsatzstrategisch sprech ich mich darum für Rückzug aus. In die eigenen vier Wände, um sich einzupendeln, tut gut. Dabei muss aber nicht auf städtisches Kulturschaffen verzichten werden, das wär dann blöd! Gönnt euch den Debütroman LANZ von Flurin Jecker, oder geht in die Comic-Abteilung und zieht euch was vom stadtbegnadetsten Finliner-Samurai Jared Muralt, wird sich lohnen, versprochen!

Fischer empfiehlt:
Heute abend gibt es eine kunterbunte Ladung Mensch-Maschinen-Zeugs im l’endroit perdu-Keller, zusammen mit dem Kunstkollektiv Konglomerat M.I.D.I.

Kulturbeutel 08/17

Milena Krstic am Montag den 20. Februar 2017

Die Krstic empfiehlt:
Elektronika frisch aus dem Feld: So würde ich die wunderbaren Geräuschwelten von Marco Repetto alias Bigeneric beschreiben. Am Samstag tauft der Berner sein neues Doppelalbum «Spielmanda» in der Dampfzentrale.

Mirko Schwab empfiehlt:
Technokultur teilen bis der Morgen graut: Deins&Meins im Internationalen Stenzenclub. It’s Friday, you wanna be in love. Ferner vorab: Zaubereien, Illusionen, Tricks und Finten in der Heitere Fahne, Berns schönstem Aussenposten bevor die Gürbe gähnt. Und eine Konzertpremiere: Das Trio Nola schwärmt für bittersüssen Synthpop.

Frau Feuz empfiehlt:
KSB-Vetterliwirtschaft? Ja eh!! Wenn man schon so kreative und umtriebige Vetter*innen in der Blog-Verwandtschaft hat, muss gevetterliwirtschaftet werden, was das Zeugs hält. Drum: Herr Schwab ist gerne macht am Donnerstag BlauBlau und präsentiert im ISC One Sentence Supervisor, deren Album letztes Jahr bei Indie-Suisse abgeräumt hat. Und dann ist da auch noch unsere fantastische Frau Krstic mit von der Partie, die als Milena Patagônia Lo-Fi Mundart Sounds mit Spoken Word kombiniert. Ausserdem wird ab Mittwoch im Tojo «Als ich einmal tot war und Martin L. Gore mich nicht besuchen kam», wieder gezeigt, eine vergnüglich schwarzhumorige Angelegenheit, über die wir hier bereits berichtet haben.

Der Urs empfiehlt:
Diese Woche mal raus aus der Stadt – um zu sehen was andere machen, die schon länger raus aus der Stadt sind. Darum auf Zureich, mit Milo Rau im Schauspielhaus, sein neues Bühnenstück «Die 120 Tage von Sodom» – nach Motiven von Pier Paolo Pasolini und Donatien Alphonse François de Sade – hat ein gesellschaftlich unterdiskutiertes Thema im Fokus. Normaliesierungswahn und Instrumentalisierung von Andersartigen, darum auch – ein unabdingbares Theater!
Noch nicht ausverkaufte Vorstellungen diese Woche gibt es am Mittwoch und am Samstag, Aufführungsstart jeweils um 20:15 Uhr.

Fischer empfiehlt:
Kunst: ist doch alles umsonst. Am Donnerstag Abend im Progr-Ostflügel, mit den Ausstellungseröffnungen der Stadtgalerie (sans titre, dafür aber avec beacoup de femmes artistes) und der Galerie Bernhard Bischoff (Filip Haag) und am Freitag dann latenight ins Kino for free.

Kulturbeutel 07/17

Gisela Feuz am Montag den 13. Februar 2017

Frau Feuz empfiehlt:
Am Donnerstag tun Sie sich am besten vierteilen. Den Kopf schicken Sie zu Matto Kämpf und Gerhard Meister ins Kairo, wo die beiden ihr Spoken Word Programm «Hirni» aufführen. Die Lachmuskeln schicken Sie ins Kino Cine Club, wo die Kultmoviegang das filmische Fiasko «Allan Quatermain & the Lost City of Gold» zeigt. Die Genitalien sind bei den Ostschweizer Antihelden Knöppel (ehr Wichsers!) im ISC bestens aufgehoben und die Tanzbeine wollen bestimmt zu Blind Butcher ins Du Nord.

Die Krstic empfiehlt:
Vor ein paar Jahren ist sie mir aufgefallen, mit ihrem schnoddrigen Schreibstil, dank einer ihrer Reportagen im Vice Magazin. Ich habe mir das Mag immer im Olmo geholt, damals, als ich noch weniger Zeit im Internet verbrachte, ein fettes Heftli, gefüllt mit viel Bildli und draufgängerischer Schreibe. Dank Vice also entdeckte ich Stefanie Sargnagel, Prolo-Braut mit System, die mittels Facebook-Stati ein Netzphänomen geworden und mittlerweile zum kleinen Star avanciert ist, der gerne mit Lena Dunham verglichen wird (was die Sargnagel aber uncool findet). Item. Was ich eigentlich sagen wollte: hingehen zu ihrer Lesung. Am Sonntag, 19 Uhr, im Tojo. Followen auf Facebook ist auch gut.

Der Urs
Yo, ich plädier hier mal für Frischgemüse, zu geniessen im Dachstock, am nächsten Samstag: «Doppuschnägg». Für zehn Stutz gibts da noch spärlich gehörte Bands, auf dem hoffentlich aufstrebenden Ast. Vor allem dieses St.Galler Duo HOPES & VENOM hat beim Vorhören Laune gemacht. Ein Sound irgendwo zwischen Lush und Kyuss, geilo!

Mirko Schwab empfiehlt:
Seit Monaten ist der nächste Donnerstag in meiner Agenda euphorisch angemalt: Göldin & Bit-Tuner im trojanischen Rössli. Vom Meister Gebäude aus Beton und Bass, des Journis Gedichte von trockenem Hass #JournalistDesJahres2016. Und wir, die Einverstandenen, wir sitzen im Kreis – «und wichset eus eis.»

Fischer empfiehlt:
The blues is dead? So heisst’s im Ankündigungstext von The Big Nasty – aber wer glaubt schon PR-Textern. Also nichts wie hin, in die Zar Bar am Freitag. Oder am Samstag Nachmittag runter ins Voodoo Rhythm-Kellergewölbe – was auf einen in manchen Nasen durchaus wohlriechenden Dunstkreis dieser zwei Londoner hindeutet.

 

Ode an das Absonderliche

Milena Krstic am Freitag den 10. Februar 2017

Es waren die Pressefotos, die mich auf die Theatervorstellung «Fallen – Believe The Unbelievable» neugierig gemacht haben. So informierte ich mich vor dem Besuch nicht mehr gross über das Stück. Ich hatte vor, mich berieseln zu lassen, schliesslich war das schon eine ziemlich aufregende Kulturwoche, mensch erträgt ja auch nur soviel Spektakel.

Gerieselt hat es dann tatsächlich, weisse Plastikstückchen nämlich, auf die Leiber des Kollektivs Lebensunterhalt, bestehend aus Karisa Lynn Meyer, Ladislaus Löliger und Annina Machaz. Gemeinsam haben sie unter der Regie von Johannes Mager Texte von Daniil Charms in theaterform gebracht.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie Charms auch nicht kennen, drum: Daniil Charms war ein russischer Schriftsteller, geboren 1905, der über Vodka, Kommunalkas und Frauen schrieb. Unter anderem jedenfalls. Die Themen wirken stereotyp, aber, wie Wikipedia mich wissen lässt, seien Charms’ Texte von anderer Qualität gewesen, als all das, was damals in der Sowjetunion gedruckt wurde. Kurzgeschichten und verwirrende Satzstrukturen waren sein Ding, so ganz anders, als die Üppigkeit eines «Krieg und Frieden» etwa. Jedenfalls war Charms ein Verfolgter, seine Texte aufgrund ihrer Undefinierbarkeit verboten, und im Jahr 1942 verhungerte der arme Teufel in politischer Gefangenschaft.

Auf der Bühne des Tojos jedenfalls wirkte die Inszenierung über weite Strecken mühsam, etwa dann, wenn Karisa Lynn Meyer eine ganze Textpassage schreiend rezitiert, oder wenn so ganz Godard-mässig Szenen auf absurde Weise wiederholt wurden. Und was machte eigentlich dieser süsse Hund auf der Bühne? Ich war ratlos.

Am Ende aber gab es aber eine versöhnliche Szene, ich sage nur: Ballett und wieder Plastikschnipsel-Geriesel.

Karisa Lynn Meyer, gestützt von Annina Machaz. Foto: zvg.

Und dann war da die Musik,  dargeboten von Marlon McNeill, der mitten auf der Bühne vom Stehpult aus elektronisches Gedröhne und epische Chöre einspielte. Das war alles irgenwie brutal, sinister poetisch und ab vom Schuss. Falls dieser Charms, dieser mir bis anhin unbekannte russische Autor, so ein absonderlich faszinierender Kerl war, dann war «Fallen» die perfekte Hommage an ihn.

Schauspielerisch gesehen ist das Stück sicher einen Besuch wert, aber nur für Menschen, die mit Verwirrung, Brutalität und dunkler Poesie etwas anfangen können. Den Trailer zum Stück gibts hier.

«Fallen – Believe The Unbelievable» wird noch heute und morgen, 20.30 Uhr, im Tojo gezeigt.

«Bauer sucht Power»

Gisela Feuz am Freitag den 10. Februar 2017

Das Jahr ist zwar noch jung, aber die Gewinner im Wettbewerb um den schönsten Flyer sind bereits bekannt. Welcher Wettbewerb? Na jeder, der da im 2017 noch kommen mag. Ich mein: dieses ausgeklügelte Arrangement, diese sinnliche und harmonische Ästhetik der Bildkomposition. Meisterhaft. Fürwahr.

Seit 15 bis 17 Jahren (man ist sich bezüglich der Dauer des Bestehens bandintern nicht ganz einig) «verpiggern» die Herren vom Biggerclub Heuler aus der Rock-, New Wave- und Punkgeschichte. Gefunden hätten sie sich damals per Annonce in der Tierwelt, sagt Sänger Thomas «Hoschi» Hostettler. Auf «Bauer sucht Power» hätten sich die Herren Schütz (Bass), Abt (Gitarre) und Hertig (Schlagzeug) gemeldet und seitdem fährt die illustere Männerriege mit dem Traktor von Landgasthof zu Landgasthof und beschallt alles, was bei one, two, three, four nicht auf den Bäumen ist.

Nun soll der ungefähre eigene Geburtstag gefeiert werden, und zwar in Berns chicstem Inlokal, dem Dead End. Wer Piggerclub schon mal live gesehen hat, der weiss: Erwartet werden kann eine ausufernde Show mit überbordender Rampensau am Mikrofon, die irgendeinmal äusserst leichbekleidet sein wird und besagtes Mikrofon nur im besten Fall zum Singen gebraucht, im wahrscheinlicheren Fall aber sonstigen Unfug damit anstellt. Falls Sie einen Konzertbesuch anstreben: Leihen Sie sich doch eine Hockeyaustrüstung aus. Denn die Chance, dass sie von Hoschi in irgendeiner Form angepiggert werden oder beim Verlassen des Lokals in der Morgendämmerung die Treppe runterfallen, ist gross.

15-17 Jahre Biggerclub, Samstag 25. Februar Dead End, Türöffnung um Mitternacht, Konzert ca 2Uhr.