Archiv für die Kategorie ‘Daten & Termine’

Kulturbeutel 25/17

Milena Krstic am Montag den 19. Juni 2017

Die Krstic empfiehlt:
Ehrlich gesagt chumeni nid so drus beim diesjährigen Pressetext zum Festival Belluard Bollwerk. Von der Game-Theater-Truppe machina eX ist die Rede und dass die seit dem Monat Mai schon dran sind und vor Ort ein Spektakel zusammenbrauen. Erwähnt sind Busfahrten an geheime Plätze und irgendwann am Textende steht geschrieben, dass sich die diesjährige, 34. Ausgabe, mit Alltäglichem befasst. Nun gut. Lassen wir uns überraschen – von diesem Festival nämlich gerne. Am Donnerstag fängts an und dauert bis am 1. Juli.

Der Urs empfiehlt:
So einen sündhaft überteuerten Deluxe-Badi-Burger im Lorrainebedli, wahlweise einem mittellosen Kind geschenkt oder den PreispolitiknörglerInnen an den Kopf gezimmert.
Wissen letztere eigentlich wieviel Arbeit hinter so einem Gastrokonzept steckt, wie mickerig die Margen auf Essen sind, woher diese Menschen stammen die da anreissen? Ich breche hier mal eine Lanze fürs Kulturpräkariat – die gehören nicht der hardcore Fukuyama-Fraktion an, sondern grossteils dem Heimblock – Spalterei ziemt sich demnach nicht!
Ach, und wenn wir schon fast beim Baden sind, das Kino Rex Bern bläst von Montag bis Donnerstag unter dem Titel «Splash» zum Open-Air im Innenhof des GenerationenHauses. Gezeigt werden Sommerfilme wie «La piscine», «The Swimmer», «The Party» und «A Bigger Splash».

Fischer empfiehlt:
Die Apokalypse überleben, es wird wieder heiss. Also entweder in die Badi oder zum Seminar mit dem Künstler Nino Baumgartner: Am Freitag gibt’s in der Stadtgalerie eine kurze Einführung in Überlebenstechniken und anschliessend eine praktische Tour mit Abendessen.

Mirko Schwab empfiehlt:
Süss, les Badiboys. Während Dandy und Urs nebeneinander auf dem Frottiertuch liegen, glückliche Biofritten in Hummus tunken und sich Proust vorlesen, steigt im Emmentaler Nest Signau das Kugelfest. Politik und Porno, Mucke und Mücken, DIY und XXY, Werwölflen und Werweissen – kurz, den wichtigen Fragen mit Humor auf die Spur kommen, einen Geilen haben und das bis tief in die Nacht. 22. – 25. Juni.

Frau Feuz empfiehlt:
Sie heissen Cecilia de Buurenworst, Ibrahim al Merguezi und Maithai Landjäger-Satay und sind die Protagonisten des Muscials «Sit so guet, s.v.p.», das ab Donnerstag in der Dampfzentrale über die Bühne geht. Musical? Keine Sorge, den Schabernack haben sich die Herren Matto Kämpf, Rapahel Urweider, Dennis Schwabenland und Simon Hari ausgedacht, das heisst, es wird zwar gesungen, aber eben mit richtig schön bitterbös-derbem Inhalt.

Kulturbeutel 24/17

Gisela Feuz am Montag den 12. Juni 2017

Frau Feuz empfiehlt:
Am Dienstag wird das ISC wahrscheinlich aus allen Nähten platzen, Kvelertak kommen nämlich auf Besuch. Reinmosten lohnt sich aber, denn die Norweger gehen ab wie Raketen mit ihrer Mischung aus Hardcore Punk, Rock’n’Roll und Black Metal. Am Freitag ist dann Garage-Soul-Zeremonienmeister King Khan im Dachstock zu Gast und Samstag und Sonntag finden im Rahmen des Empowerment Days – dem Gleichstellungstag der Schweizer Musikbranche – im Progr diverse Konzerte, Workshops und Podiumsdiskussionen statt. C’mon Ladies, let’s connect!

Die Krstic empfiehlt:
Sartorius´ Julian droppt ein neues Album, das am Donnerstag und Freitag in der Dampfere getauft wird. Aber nicht öppen so klassich im Club, sondern als Spaziergang rund ums Haus wird das geschehen. Schliesslich ist der Perkussionist für «Hidden Tracks: Basel-Genève» von Basel über den Jura-Höhenweg nach Genf gewandert, hat auf seiner Reise Klänge gesammelt und daraus eine Scheibe fabriziert. Die Plattentaufe ist eine Reproduktion der Entstehungsart, währenddessen das Publikum – mit Kopfhörern bestückt – dem Julian followt. Ich hab sowohl das Album schon herauf- und heruntergehört wie einem dieser Spaziergänge beigewohnt und empfehle beides. Von Herzen.

Fischer empfiehlt:
Ein runder Geburtstag in der Länggasse oben – gefeiert wird allerdings nicht mit Fanfaren und Trompeten, sondern still und leise, wie es sich 2017 gehört. Und nur bis 22 Uhr. Die Sattelkammer wurde vor 50 Jahren gegründet, seit nicht ganz so vielen Jahren ist sie ein kultureller Unruheherd im allzu beruhigten Quartier. Am Mittwoch gibt es ein Prefermusic-Lab, ein Kreuzung zwischen Improabend und Open Stage (die Partitur hängt an der Wand). Und am Samstag dann die grosse PST-Party.

Der Urs empfiehlt:
Ich hasse ja eigentlich diese Flohmi-Kacke, wo viele welche sonst rumproleten Kultur müsse Hauptsache unterschwellig – ergo gratis – dann mehr Geld ausgeben für ein abgetragenes T-Shirt, als es für ein Konzert schon ein Anfang wäre… Tragt eure Sachen gefälligst selber ab, Abrieb vortäuschen ist wie Höhepunkte vortäuschen, ebenfalls Kacke!
Aber sorry, ich verlier den Faden hier, eigentlich wollt ich ja gerade auf so eine Flohmi-Dings Ausnahme aufmerksam machen. SCHAUPLATZ – der Ort am Sonntag. Eines der besten Katerprogramme der Stadt, gutes Essen, gute Leute, gute Musik und sehr entspannte Atmosphäre. Früher war das im Wyler, jetzt ist’s auf dem Vorplatz – eigentlich etwas schade, war schön sowas mal abseits der Reitschule zu wissen – gebt diesen Leuten Raum!

Mirko Schwab empfiehlt:
à propos abseits, Freunde, da steh ich, Beutel verpasst. Ich verziehe mich, verzeihe nichts, nach meinem Zimmer und bestrafe mich selbst mit einem Gurt … Ach, à propos abseits, Freunde: In Bremgarten erwacht ein neuer Space, dem lustlos dudelnden Vorstadtblues den Garaus zu machen: 3ab3 / Belvedere heisst der schöne Ort. Am Donnerstag erhellt von schwerelosen Klängen, von Nicola Habeggers «Tamna Komora» zu Dimitri Howalds «Listric Liquids». It’s okay to eat fish cause they don’t have any feelings.

Reiche Eltern für alle

Mirko Schwab am Samstag den 10. Juni 2017

Wie kommen junge Musiker_innen an die Förderkohle? Ein Gastshout unserer Freunde von der «Musikförderung Bern».

Die haben uns nämlich angehauen und etwas Aufmerksamkeit erfragt für eine wahrscheinlich sinnvolle Angelegenheit, heisst: Workshop, Fragerunde und Diskussion rund ums Thema Kulturförderung für den Popnachwuchs. Unter dem Titel «Gibgäud – einmal Kulturförderung, please!» soll während eines Nachmittags über verschiedene Möglichkeiten und Strategien beraten werden, wie eigene popmusikalische Projekte dank den verschiedenen Förderinstanzen auch finanziell abflugfertig gemacht werden können.

Das Kulturblog der Herzen begrüssts. Denn, girls et boys: über was zur Hölle sollen wir hier berichten, wenn keine feine Popmusik mehr durch die Hauptstadt summt? Der Kummer wäre gross und wir müssten Interviews erfinden oder so. Glasklare Angelegenheit also, die Gelegenheit zu nutzen und die bernischen Freaks des Untergrunds darüber zu informieren, wie sich etwas vom staatlichen Chümi abstauben lässt.

Und nebenher solls erwähnt sein: Die Lehrstunde wird von unserer lieben Lady Krstic persönlich abgehalten, die als Mitglied der städtischen Musikkommission den Hustle bestens und von innen kennt. Auch deshalb also mit wärmster Empfehlung der KSB-Gang:

Workshop «Gibgäud – einmal Kulturförderung, please!», 24. Juni, Bern. Der genaue Tagungsort werde den Angemeldeten dann rechtzeitig zugeflüstert, informieren und einschreiben kann man sich hier.

Kulturbeutel 23/17

Milena Krstic am Montag den 5. Juni 2017

Die Krstic empfiehlt:
Heute ist ein Feiertag? How cares! Wir sagen Ihnen trotzdem, wo Sie uns diese Woche einen Drink bezahlen können. Mir zum Beispiel am Samstag und Sonntag im Schloss Holligen (das klingt nur nach weitweg, ist es aber nicht, weil grad in der Nähe vom Loryplatz), wenn Klang auf Bild trifft und mich IllustratorInnen und Musikmenschen in einen mantrischen Zustand versetzen (diesen verspreche ich mir jedenfalls aufgrund dieses Trailers). Und ich tu mich normalerweise schwer mit Kleinkunst, aber kürzlich hatte ich ein Interview mit Lisa Catena und die ist so cool, dass ich Ihnen ihr neues Programm «Nume nid gsprängt» ans Herz lege; Samstag und Sonntag im La Cappella.

Mirko Schwab empfiehlt:
«Follower» heisst «das erste on-the-road-multicam-live-improfilm-theater». Sie können sich da nichts drunter vorstellen? Ich auch nicht, aber es findet zum Teil in meinem einfallsreich zum Stundenhotel umgestalteten Wohnzimmer statt. onlinetheater.live, falls Sie sich am Mittwochabend zur Premiere einklikken möchten. Weiter Küsse an den lieben Knor (Rave U Are) aus Zureich, der zum nächsten Aufguss «Midilux» im Dachstock gleich in zweierlei musikalischer Entität zum Tanz bittet. Samstag.

Fischer empfiehlt:
Ein Solostück über das Nicht-Funktionieren in einer rasenden Welt, im Tojo, ab Mittwoch – das gibt hoffentlich neuen Schub. Und mit dem dann am Freitag und Samstag in den Holliger Schlossturm, gleich beim Loryplatz, wo Illustration auf Musik trifft.

Frau Feuz empfiehlt:
Donnerstag bis Sonntag steht das Kino Rex ganz im Zeichen des Fussballs: die Halbzeit lädt nämlich in Zusammenarbeit mit den verehrten Lederboys und Radio Gelb-Schwarz zum Film-Fest «Match Cut». Unter dem Motto «Ultras, Idole und Hymnen» werden Porträts von Maradona und Zlatan Ibrahimovic gezeigt, die Mutter aller Fussballhymnen «You’ll never walk alone» wird filmisch ins Zentrum gerückt, selbstverständlich darf die Verfilmung von Nick Hornbys Bestseller «Fever Pitch» nicht fehlen und ausserdem gibts nach einer Podiumsdiskussison rund ums Thema Ultras Ricky Tognazzi «Ultrà» zu sehen.

Der Urs beutelt reuig nach und empfiehlt:
Eine Wanderung zur Genesung, zur Wiedervereinigung der nach der Kilbi – das Mutterschiff hat berichtet – zurückgebliebenen Scherben im Kopf. Nicht allzu weit weg von der Metropole, nahe dem Schwarzwasser. Dort gibt es diesen Ort – Schlosschaele – ein Felsentor, eine der entrücktesten Stellen der Region, bestens für eine Einpendelung geeignet. Obacht aber, empfiehlt sich nur trocken und bei trockenem Wetter, Absturzgefahr!

Swiss Live Talents: 35 Shows in 2 Tagen

Gisela Feuz am Dienstag den 30. Mai 2017

Eine einfach Entscheidung dürfte es nicht gewesen sein für die 25 Expert*innen, aus den 665 (Satan war gerade im Urlaub) eingeschriebenen Schweizer Bands und Musiker*innen jeweils fünf Nominierte für sieben Kategorien rauszufiltern. Der Anlass? Eine Veranstaltung mit dem etwas sperrigen Namen Swiss Live Talents Music Marathon. Nein, SLT wird in Bern nicht zum ersten Mal, sondern bereits zum dritten Mal durchgeführt. Bis anhin gab es einfach jeweils nur eine Awards Night, bei der die Gewinner*innen ihre Preise abholen konnten. Für die dritte Ausgabe wurde Swiss Live Talents nun um den Music Marathon erweitert, das heisst, dass nun alle 35 nominierten Bands auch wirklich live auftreten können und zwar am 17. und 18. November in sechs Berner Clubs: Dachstock, Rössli, Frauenraum, ISC, Turnhalle und Bonsoir. Gestern wurde nun die Katze aus dem Sack gelassen, wer da alles mittun wird. *Trommelwirbel* AND THE NOMINEES ARE:

Da haben sie uns Üsserschwiizer aber mal gezeigt, wo der Musikhammer so hängt, die ollen Walliser.

Pop/Indie/Folk/Songwriter: Brandy Butler (ZH), Odd Beholder (ZH), One Sentence Supervisor (AG), Tatum Rush (TI), Yellow Teeth (VS)
Rock/Metal: Dirty Sound Magnet (FR), John Gailo (ZH), The Last Moan (VS), L’Arbre Bizarre (BS), Sons Of Morpheus (BS)
Electro/Dance: Gina Estrada (GR), The Lugubrious (BE), Two Waves (VS), Wassily (SG), Wugs (GE)
Urban/Hip Hop/Groove/Reggae: Koqa Beatbox (NE), KT Gorique (VS), La Base & True Comers (BE), La Nefera (BS), Penfield (GE)
National Language: Carrousel (JU), Dachs (SG), KT Gorique (VS), Macaô (VS), Pascal Gamboni (GR)
Best Live Act: Fai Baba (ZH), Klaus Johann Grobe (BS), Peter Kernel (TI), The Pussy Warmers (TI), Zeal & Ardor (BS)
Best Emerging Talent: a=f/m (LU), All XS (BE), Long Tall Jefferson (LU), Pandour (FR), Veronica Fusaro (BE)

Zusätzlich zu den 35  Konzerten werden im Rahmen von Swiss Live Talents Music Marathon am 17. und 18. November auch Workshops und Netzwerkanlässe stattfinden. Und ausserdem wird nicht nur der Rösti- sondern auch gleich der Risottograben kurzzeitig zugeschüttet, als Gastkanton wurde nämlich das Tessin eingeladen, seine Musikszene zu präsentieren. Buongiorno Amici!

Kulturbeutel 22/17

Gisela Feuz am Montag den 29. Mai 2017

Frau Feuz empfiehlt:
heute Abend steht das Kairo ganz im Zeichen de l’Amour: bei philosophie.ch ist nämlich die Philosophin Dr. Federica Gregoratto zu Gast, welche die Frage ergründet, ob sich unsere Vorstellung von Liebe je nach Epoche wandelt und wie sich eine positive und emanzipierende Idee der Liebe verwirklichen lässt. Am Donnerstag (und von da an einmal wöchentlich) schauen Sie im neuen Plattenladen Serge and Peppers Records in der Berner Rathausgasse vorbei.

Fischer empfiehlt:
Sich am Mittwoch in den kleinsten Berner Kunstraum (Stauffacherplatz 9a) zu quetschen und den Hype des Politischen in der Kunst zu debattieren. Marks Blond is back in town und hat Johannes Lortz eingeladen. Und apropos Sommer und Blumen (merci Schwab weiter unten): Am Samstag fährt ein  Kunstraum auf Rädern los, der die Allmend über die Sommermonate in eine magische Mandel verwandeln wird. So geht Kunst am Bau heute.

Der Urs empfiehlt:
Bern im Philofieber, find ich gut Frau F. schliesslich war letzte Woche gar der olle Žižek mal in der Hood, war ein ernster Spass! Nun aber zur Kalenderwoche 22 – hmm – ach ja, ich weiss: «Smallest festival, five bands and only three musicians», für all jene armen Seelen, welche kein Kilbi Ticket abzustauben vermochten,  JAPANESE NEW MUSIC FESTIVAL 2017, am Sonntag im Ross. Das sind drei völlig durchgeknallte Japanizos, welche sonst mit Ruins oder Acid Mothers Temple unterwegs sind. Prog, Noise, Drone, Jazz – harter Tobak sicherlich, aber sehr unverkrampft, die Jungs sind echt nie um einen Lacher verlegen.
Grosse Kunst ist vielleicht eben wenn man trotzdem Lacht. «JNMF», ein humor- und enthusiasmuskatalytisches live Konzerpt, geht hin und seht selbst!

Die Krstic empfiehlt:
Es war mir eine Ehre, lieber Club d’Essai, dass du in unserer Stadt Elektronika-Tüftelnden die Möglichkeit geboten hast, sich einmal im Monat zu verdrahten und einen Jam zu starten. Damit machst du jetzt Schluss: Am Donnerstag nämlich findest du zum letzten Mal statt. Erweisen Sie diesem tollen Anlass die Ehre. Auch am Donnerstag startet im Progrhof eine Veranstaltungsreihe, die – immer von Mittwoch bis Samstag – bis am 1. Juli dauert. Erwartet werden Auftritte verschiedenster Gattung. Das wirklich Schöne daran: Ein Teil der Einnahmen geht an das Hausprojekt Kesariani, das der in Bern lebende Architekt Dimitri Panayotopoulos gestartet hat (RaBe hat einen hörenswerten Beitrag dazu gemacht). Am Samstag dann tanzen wir uns die Tabus von Leib, es gibt nämlich ein Solitanzen im Frauenraum, das dem bald schon stattfindenden Kugelfest finanzielle Starthilfe gewähren soll.

Mirko Schwab empfiehlt kommentiert:
Sie bemerken, Sommereuphorie im Blog der Herzen! Blumige Beuteleinträge und Fischer schon als Zweiter an der Reihe, dass es eine Freude ist. Dann Rumours: Jimmy Ragusa spielt am Mittwochfeierabend nicht beim Punto, nicht um 19 Uhr gehts los. Hajde Habibi.

 

Kulturbeutel 21/17

Milena Krstic am Montag den 22. Mai 2017

Die Krstic empfiehlt:
Die Badisaison startet am Samstag,ƁỊ₮ϾῌЄ$. Weil: Das Weyerli feiert sein neues, fesches Beizli, das für den Anlass ein paar nette Acts engagiert hat. Drei Mal dürfen Sie raten, wen (unter anderem). Oder klicken Sie einfach hier. 

Frau Feuz empfiehlt:
Am Samstag macht ein immer wieder gerne gesehener Gast im Kairo Halt: Der Düster-Folker Delaney Davidson. Ausserdem lohnt sich zwischen Donnerstag und Sonntag eine Reise in die Pampa, genauer: nach Münsingen, wo im Rahmen von Photo Münsingen diverse Fotografen und Fotografinnen ihre Werke ausstellen, so unter anderem auch Alain Schenk, der in «Live on stage» Konzertbilder von rund 20 Schweizer Bands zeigt. Am Donnerstag spielen zudem die grossartigen Harvey Rushmore & the Octopus an der Foto-Ausstellung.

Der Urs empfiehlt:
Die Silver Apples – ich glaubs nicht, das ist doch Spacerock! – und natürlich das ganze Drumherum, «Die lange Nacht der elektronischen Musik» – in der Dampfzentrale am Donnerstag. Geht hin, das war mal Synth-Proto-whatsoever – und darum  jetzt immer noch hip as fu**. Ist zwar leider – Dan Taylor R.I.P – nur noch einer davon, aber trotzdem legendär. Le – gen – där, no joke, wegweisender Sound!!

Mirko Schwab empfiehlt:
Massicot machen den schönsten Krach irgendwo zwischen Galerie, Nihilismus und No-Wave, kommen aus Genf und am Samstag in der Spinnerei vorbei. S/o to the club, der sich weiterhin unbeschwert und mit einem prächtigen Programm in der hauptstädtischen Konzertszene hervortut.

Ach, Bundi

Mirko Schwab am Donnerstag den 18. Mai 2017

Er hat keine Website, dafür eine grosse Klappe. Und wir können ihm beim Klettern zuschauen, dem Emanuel Bundi: Autor, Performer, Unikat.

Der Berner Schriftensteller Emanuel Bundi und ein etwas wüster Hund. (Photo ©: ale, www.alexanderegger.ch)

Dieser Text hat folgendes Vorwort: Bundi ist ein guter Freund und wir küssen uns oft auf den Mund. Ob man denn Kritik betreiben könne an einem, den man auf den Mund küsst. Ob das nicht eben genau diese inzestuöse Kulturfuzi-Kuschelei sei, dieses freischaffende «einander am Anus chräbele», wie der Porträtierte selbst es formulieren würde. Dazu muss ich die Begriffe der Freundschaft und der Kritik etwas von ihrer mitgemeinten Unbedingtheit befreien. Zum einen ist es durchaus möglich, manchmal nötig, streng zu sein mit guten Freunden. Im Gegensatz zu flüchtigen Bekannten besteht bei ihnen wenigstens die Gewissheit, dass, sollte einer beleidigt sein, man sich einmal gepflegt auf die Haube geben könnte und gut ist. Zum anderen wird auch der Begriff der Kritik oft als unbedingt, als unbedingt negativ nun, verstanden. Wobei einander 1 runterzuholen natürlich keine wohlgesinnte Kritik sein kann, die sorgfältig begründete Bewunderung aber mit Sicherheit schon.

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Kulturbeutel 20/17

Gisela Feuz am Montag den 15. Mai 2017

Frau Feuz empfiehlt:
Am Mittwoch kommen Digger Barns und Pencil Quincy mit ihrer Diamond Road Show auf Besuch ins Rössli, wir haben hier bereits über die bezaubernden handgemachten Visuals berichtet. Am Freitag halten dann die Russen Einzug im Kino Rex: «Feiern, Trinken, Tanzen» ist die Devise des Datscha-Projekts und was eignet sich besser dazu als Balkan-Electro-Franzosenpolkas, durchmischt mit wilden Bläsern, einem ordentlichen Schuss Punk und russischem Jazz der dreissiger Jahre, he? Genau: ничего!

Die Krstic empfiehlt:
«Lick my cunt consumption» ist meine Lieblingstextzeile des Jahres 2017 und sie kommt von JPTR, diesem abgefahrenen Zürcher Duo, das sich geschlechtsneutral inszeniert und Musik macht, die von irgendwo tief unten kommt. Schlagzeug (Ramón Oliveras) und Stimme (Andrina Bollinger) reichen, um eine Revolution zu vertonen. Am Sonntagabend in der Turnhalle im Doppelpack mit den Charmanten vom Am Kap.

Der Urs empfiehlt:
Gehts doch mal in die Sattelkammer an der Zähringerstrasse 42. Am Mittwoch gibts dort trotz Frühling eine Vernissage im «SCHNEE GESTÖBER». Mit diffusen Strukturen im Fokus – eine Ausstellung von Natalie Reusser und Myriam Gallo.
Dann gönnts euch das erste Tape von «FRANK SPIRIT» junger oldschool-house shizzle out da hood –  smooth as f***!
Und hörts doch mal bei «Kap Druhad» rein, am Sonntag im Ross. Drei Ausnahmeirre spielen Dudelsack, Cello, Hackbrett und Schlagzeug – muss was sein!

Mirko Schwab empfiehlt:
Von ersten Gehversuchen bis zu kleinen Meisterwerken gibts am studentischen Kurzfilmfestival mit dem leider bisschen abtörnenden Namen Academy Shorts allerhand anregende Bewegtbildkunst zu sehen, hopp nach Fribourg also. Auch nice und am Freitag im Kairo: Die Burschen von What Josephine Saw um Siebensiech Max Kämmerling schmeissen der leichtfüssigen Gitarrenmukke ein Fest.
Und #KrewLove am Samstag in der Schlosserei: Milena Milena aufm Cruise Ship Misery am been, anderes Verschrobenes mehr, Spoken Word, Alleinunterhalterpianos, Trash, Techno, Liebe à la Cold Storage Records.

Fischer empfiehlt:
Das Auawirleben geht in eine exzessive, überexponierte zweite Woche, zum Beispiel mit 69 Performance-Positionen oder 50 Grades of Shame in der Dampfzentrale. Und musikalischen Exzess verspricht der Auftritt der Ghost Wolves heute abend an der Schwarztorstrasse.

Kulturbeutel 19/17

Milena Krstic am Montag den 8. Mai 2017

Die Krstic empfiehlt:
Auawirleben
#forreal: Am Donnerstag ist in der Dampfere der Auftakt zum Theaterfestival der freien Szene. Musikalische Rosine: Julian Sartorius spielt am Samstag um 22 Uhr im Festivalzentrum sein meditatives Techno-Set.

Frau Feuz empfiehlt:
Heute Abend zeigt die Musikfilm-Reihe «Song and Dance Men» in der Cinématte «Bunch of Kunst», eine Dokumentation über das grantige Rap-Duo Sleafort Mods aus Nottingham. Am Mittwoch liefern in der Turnhalle Esmerine dramatischen Soundtrack, wobei sich im instrumentalen Kammerrock-Quintett Mitglieder von Godspeed You! Black Emperor und Thee Silver Mt. Zion finden lassen.

Schwab empfiehlt:
Xiu Xiu

(dreizeilige Lobeshymne, die den Youtubelink ja doch unterläuft)
am Dienstag im Dachstock.

Der Urs empfiehlt:
Das kleine Festival der grossen Bands
(oder umgekehrt), erst die zweite Austragung und schon ein Klassiker! Im Dachstock, am Samstag. Wo sich die Grenze zwischen Bühne und Publikum auflöst und sich das Gemenge zu einem üblen Cocktail mischt – wird archaisch! Und wenn wir schon im R’N’R Verve sind – Gimme Danger – der Jarmusch-Dok über Jim Osterberg alias Iggy Pop aka the oldest sixpack alive und The Stooges, hell yea – im Kino Rex Bern natürlich.