Archiv für die Kategorie ‘#BernNotBrooklyn’

#BernNotBrooklyn

Urs Rihs am Sonntag den 26. März 2017

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist mächtig was los.
Zum Beispiel gestern im Garten der Spezies mit den montrealer Ornithologen HELIODROME und ihrem psych-spattered neo-dreamy avant-rap-rock. Der Raum zersetzte sich mal wieder, zerrieben zwischen Klängen einer bazookaähnlichen E-Posaune, polytheistischen Sprechgesang-Halluzinationen und analogen Effektschaltkreisen. Glücklich, wer sich dort selbst verfeinstofflichte – who needs Bushwick if we got Terrassenweg – one love!

we got weird wired

#BernNotBrooklyn

Roland Fischer am Sonntag den 19. März 2017

Freitag nacht im Lichtspiel. Farbe auf und in den Film zu bekommen war ja nicht ganz einfach, dazu gab’s so einiges zu sehen und zu hören an der Museumsnacht. Dasselbe gilt übrigens auch für Cocktails, wenn man nicht gleich mit der chemischen Keule nachhelfen will. Wer den notorischen Blue Curaçao also ohne Patentblau V mixen will, der versucht es am besten mit Rotkohl. Dumm nur, dass das schöne Blau ins Rote kippt, wenn ein wenig Säure dazukommt.

Dasselbe passiert übrigens gern auch mit den 16mm-Scopitones aus den 1960ern, die über die Bar-Leinwand flimmerten, manche arg rotstichig, aber deshalb nicht weniger charmant. Ah, Nathalie!

Plus question de phrases sobres
Ni de révolution d’octobre
On n’en était plus là
Fini le tombeau de Lénine
Le chocolat de chez Pouchkine
C’est, c’était loin déjà

Und erst diese schwülfrivole französische Version von «Teach me Tiger» – gibt’s die wirklich nirgends sonst auf Video?

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#BernNotBrooklyn bzw. MelkerNotPorno

Gisela Feuz am Sonntag den 12. März 2017

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist mächtig was los.

Die Ausgangslage ist eine heikle: da ist dieser subversive Tunichtgut mit Jahrgang 1898, der mit seiner Trash-Combo Mani Porno für erinnerungswürdige bierselige Auftritte bestschlechtmöglichster Natur sorgte. Oder besagte Auftritte gar nicht erst antrat, weil ein Bandmitglied sich vor dem Konzert dermassen intensiv mit Rauch-Paraphernalia vergnügt hatte, dass es schlichtweg vergass, dass es noch ein Konzert zu spielen gäbe und nach Hause ging. So zumindest die Urban Legend. Jedenfalls hat sich dieser Tunichtgut nun also mit richtig guten Musikern zum Quartett Melker zusammengetan und frönt nicht mehr dem Lo-Fi-Gitarren-Trash, sondern dem Synthie-Pop und New Wave der 80er-Jahre. Herr Porno, pardon, Gaviões so richtig seriös? Kann das gut gehen?

Anfänglich bangte man ja bei der Plattenaufe von Melker am Freitag im ISC. Nicht wegen der Musiker, die verrichteten vom ersten Ton an einen einwandfreien Job. Fred Bürki amtete als Metronom am Schlagzeug, Marco Loso bediente Gitarre und Bass, derweilen Oli Kuster mit seinem Synthesizer musikalische Nebelschwaden fabrizierte. Und der Herr Gaviões? Der schludderte in Sonnenbrille, USA-Hockeyshirt und Steppjacke über die Bühne und schien irgendwie ein Cornerfähnli im Allerwertesten zu haben. Es half dann auch nicht, dass seine Stimme anfänglich komplett in den Synthiewänden absoff und die Texte so nur Genuschel blieben.

Die Angelegenheit begann dann aber bald einmal Fahrt aufzunehmen, Herr Gaviões schien sich in seiner Rolle von Song zu Song wohler zu fühlen und auch der Herr Mischer drehte an den richtigen Knöpfen, so dass die Inhalte des subversiven Liedguts durchdrangen. Und siehe da: Die Geschichten rund um Damen in Mehrzweckhallen und Sennas aus dem Seeland, alles vorgetragen in gespielt gelangweilter, näselnder Nonchalance, funktionierten einwandfrei – tatsächlich im Melker-Gewand noch besser als im Mani-Porno-Getöse. Gut so, denn zu verstecken braucht sich der Herr Gaviões mit seinen wunderbar skurrilen, absurden und zeitweilig poetischen Alltagsbeobachtungen ja keinesfalls.

Melker ist, wenn auch das Publikum  auf der Bühne wild tun darf.

Darüber hinaus spielte diese Melker-Combo halt einfach auch so richtig schön tight, verleitete mit Depeche-Mode- oder Cure-Anleihen schon fast zum Schattentanzen oder sorgte mit treibenden Grooves für kollektives Abnicken im vollen ISC, wobei selbst ein Stephan Eicher im Publikum munter mittat. Eine richtig schön ausgelassene Sause wurde das schlussendlich, an deren Ende man erleichtert festhalten konnte: Jawohl, Gaviões angeseriöst funkioniert. Und voll wie der Mond kann man ja dann im Anschluss schliesslich trotzdem immer noch sein.

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#BernmobilNotBrooklyn

Mirko Schwab am Sonntag den 5. März 2017

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist mächtig was los.

Warten auf die Niederflur-Disko: Downtown Rüfenacht. (Photo: Son Strauss)

Halbzehn Freitagnacht. An der Tramhalte beim Hirschengraben versammelt sich eine Hundertschaft wohlstandsverwahrloster Raverkids. Die blaue Sechs Richtung Worb hält, das bernmobile Soundsystem wird angeworfen – heiteres Viervierteln bis Rüfenacht. Grosse Pause, ein herzliches Wiedersehen mit dem Chauffeur. Und Ehrenrunde ins Fischi ist Ehrensache.

Das Verhalten nennt sich Tram-Sauvage und birgt nebst kribbeligem Entgleisungsrisiko auch unschlagbare Preisvorteile: Ausgang zum Preis eines Langstreckenbillets, das niemand zu lösen hat. Ich hätte mich übrigens auch ganz gern swaggy rebellisch gegeben und auf einen gültigen Fahrschein **schissen, habe aber ein GA.

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#BernNotBrooklyn

Mirko Schwab am Sonntag den 19. Februar 2017

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist mächtig was los.

Photokredit: Rôgn H.

Es lag in der Luft und dann ist es explodiert.
Leute flogen durch den Raum, Bier, ein Stuhl. Einer hing am Lichtgebälk.
Scheinwerfer ein für den Bassderwisch Bit, Scheinwerfer ein für den göldenen Chronisten.
Liebe in Zeiten vom kommenden Alltag.

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#BernNotBrooklyn

Urs Rihs am Sonntag den 5. Februar 2017

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist mächtig was los.
In der Playground Lounge im Marzili zum Beispiel, einem Refugium für musikgetaktete Irrköpfe. Liveshows, Konzerte, und das auch am Wochenende(!) – z.B. letzten Freitag mit «UNHOLD» – klingt schon fast aus der Zeit gefallen: Unverfilztes, ehrliches Kulturschaffen, nicht mehr oft zu finden.
Ein Laden «à l’ancinne» betrieben, von einem slawischen Futuristen, Status: Legende.
Playground ist nicht Etikett, Playground ist Essenz: Du gehst nicht hin, um gesehen zu werden, du gehst hin, um zu zuhören, um beizuwohnen, um dich auszutauschen:
Harte Währung gegen Stoff, klar, aber auch eine gute Geschichte gegen Slibowitz, eine Anekdote gegen eine Umarmung, ein Geheimnis gegen ein Versprechen: Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber an manchen Orten trotzdem – fast – wie Bushwick: Word!

#relax@PlaygroundLounge

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#BernNotBrooklyn

Roland Fischer am Sonntag den 29. Januar 2017

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist mächtig was los.

Gestern im Orbital Garden, Kramgasse. Julian Sartorius spielte eine Stunde lang irgend so Techno. «Failing Trance Meditation» – no fail, muss man sagen.

Heute um 17 Uhr übrigens im Keller der Kramgasse 10: Artists Favorites Special with Raphaël Delan, laut Veranstalter «eine menschliche Enzyklopädie für Musik, Design und Architektur… was letztlich alles irgendwie “Sex” ist».

 

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Zrüggcho #likeaPro

Milena Krstic am Freitag den 27. Januar 2017

Kulturstattbern wäre nicht Kulturstattbern, würden wir nicht über die Rückkehr von Jeans for Jesus berichten.

Der Trailer zum neuen Album «Pro» verspricht jedenfalls hochgepitscht synthetische Sexyness. Mir si gschpannt.

https://www.instagram.com/p/BPxDWEtBzB0/?taken-by=jeans4jesus

Hier schon mal die erste Single kaufen und in Schlaufe hören und wer will, kann sich den 14. April vormerken: Dann ist nämlich Plattentaufe im Dachstock. 

Wär isch hässig?

Milena Krstic am Freitag den 27. Januar 2017

Zuerst waren da diese Sticker, irgendwie überall in dieser Stadt: an Ampelmasten, Häuserfassaden und auf Telefonhörern. Wer ist hässig und warum?

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#BernNotBrooklyn

Roland Fischer am Sonntag den 15. Januar 2017

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist mächtig was los.

Drinnen in der Reitschule so. Volles Haus, das sich cineastisch nach Jamaica, nach Tunesien und dann noch nach LA mitnehmen liess.

Draussen währenddessen so.

Wem es auch wieder zu kalt und grau ist heute: Am Nachmittag kann man sich in die musikalische Wüste schicken lassen.

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