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Heavy Rotation sucks!

Gisela Feuz am Freitag den 21. April 2017

Er habe mit seinem Wrestling-Projekt «Lightning Beat-Man» in den 90er-Jahren eine Platte aufnehmen wollen, hätte aber zu wenig Geld fürs Mastering gehabt, erzählt Berns Höllen-Priester Reverend Beat-Man. Radio RaBe habe dann vorgeschlagen, dass zu Unzeiten (4 Uhr morgens) die gesamte Platte durch den Äther gejättet werden solle und dass er, Beat-Man, ja dann zuhause eine DAT-Aufnahme davon machen könne. Gesagte getan und so kam der Reverend zu seinem billigen Mastering für eine Platte, welche dann in die ganze Welt verkauft wurde.

Diese und andere vergnüglich Anekdoten finden sich im soeben erschienen Buch «RABE – 20 Jahre alternatives Kulturradio in Bern» für welches sieben Rabeisten und Rabeistinnen tief in den Archiven gegraben und Originaldokumente, Fotos, künstlerische Beiträge, grafische Elemente, Kommentare und Einschätzungen zusammengetragen haben. Da wird zum Beispiel berichtet, wie der Rabe einst schlüpfte und on Air ging und wie er sich bis heute in der Berner Medien- und Kulturlandschaft zu behaupten vermochte. Dabei bleibt der Fokus aber nicht alleine auf RaBe, sondern es wird auch ein informativer Überblick geliefert, wie sich die Rundfunkpolitik im Allgemeinen und die radiophone Medienlandschaft in Bern im Spezifischen in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Des Weitern machen zahlreiche Fotos von Events, RaBe-Flaggen an allen mögliche und unmöglichen Ecken und Enden dieser Welt und Abbildungen von Plakate das RaBe-Buch schön bunt.

RaBe ist ein Gemeinschaftsradio, bei welchem Selbstbestimmung und Selbstverantwortung gross geschrieben werden und welches als Sprachrohr für rund 180 Sendungsmachende aus verschiedenen Herkunftsländern fungiert. Das RaBe-Buch gibt einen Überblick über aktuelle Sendungen (zur Zeit 84, davon 24 fremd- bzw. mehrsprachig in 16 Sprachen) und schlüsselt zudem auf, wie der ganze Horst organisiert und finanziert wird, wobei auch Technik-Nerds auf ihre Kosten kommen. Und wer schon immer wissen wollte, wie die Musikredaktion von RaBe funktioniert, welche Kriterien ein Song erfüllen muss, dass er ins «Klangbecken» (das Musikarchiv, welches zum Zuge kommt, wenn keine Live-Sendung läuft) aufgenommen wird und wie oft er dann dort täglich zu hören ist, auch der findet Antwort im RaBe-Buch. So viel sei verraten: Heavy Rotation sucks – es lebe die Vielfalt!

«RABE – 20 Jahre alternatives Kulturradio in Bern» mit Text-, Bild- und Tonmaterial, Zahlen, Fakten, allerlei Wissenswertem und vielen Bilder wird morgen Samstag im Rahmen des Rabe-Festes ab 19 Uhr im Tojo Theater getauft und kann für 35.- hier bestellt werden.

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