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Die Quartier-Transformer II

Christian Zellweger am Freitag den 5. Februar 2016

Auch dieses Jahr bei uns zu Gast: Das «interdisziplinäre, konsequent experimentelle Kunstprojekt» Transform. Hier die Zwischenbilanz der ersten Woche von Transform-Mitinitiant Franz Krähenbühl.

transform

Also wie genau? Was machen denn die Kunstschaffenden vor Ort? Monolog im Coiffeur? Skulptur im Starmarket? Also was machen die dann da? Das der Versuchsanordnung 5 zugrundeliegende Konzept, den Kunstschaffenden nicht einen leeren Raum zur Veränderung anzubieten, sondern sie in funktionierende Geschäfte und öffentliche Strukturen eines Quartiers zu platzieren, sorgte im Vorfeld für ein ordentliches Mass an Skepsis. Was soll denn schon aussergewöhnliches passieren, wenn Kunstschaffende zum Coiffeur gehen? Ohne Konzept und «schauen, was passieren wird»?

Die Orte mit ihren BetreiberInnen sind für einmal künstlerischer Bezugspunkt und Inspirationsquelle; die Begegnungen das Material. Und damit unterscheidet sich diese Versuchsanordnung fundamental von den bisherigen, wo vielmehr der Raum und die anderen Kunstschaffenden Reibungsfläche für die Kunstproduktion boten.

Anders als sonst lockten also diese Woche Stephan Stock, Wanja van Suntum, Regina Dürig, Marius Kob und Nicolette Kretz nicht das kühle Bier (obwohl das vielleicht auch), die wohlriechende Tolle oder das wohltemperierte Instrument in die Restaurants Lory und AS, zu Amer’s Hair Style oder ins Geschäft von Musik Beat Zurkinden: Die TransformerInnen waren diese Woche mit Situationen, Geschichten und Lebensentwürfen konfrontiert, welche ihre Interventionen prägen und nachhaltig beeinflussen – oder gar erst entstehen lassen. Aber nicht nur das: Beide Seiten erkunden sich neugierig. Die Kunstschaffenden werden ebenso betrachtet, es wird reichlich diskutiert und gefragt und ausgetauscht.

So werden beim 1. Rundgang zu den Aktionsorten, morgen Freitag, der neue Haarschnitt von Stephan und der akkurate Bartschnitt Wanjas eben nicht die einzigen sichtbaren Veränderungen der ersten Woche von transform sein, und zahlreiche Stammgäste des Restaurants AS haben ihr Kommen angekündigt. Für das Konzert von Trummer empfiehlt Nicolette Kretz also rechtzeitig zu erscheinen. Die AS Bar könnte mit Altbekannten und Neukennengelernten aus allen Nähten platzen.

Heute ab 18.30 Uhr am Loryplatz: Der Rundgang zur Wochenbilanz mit Marius Kob, Regina Dürig, Stephan Stock, Wanja van Suntum und Nicolette Kretz. Ab 20:30 Konzert von Trummer im Restaurant AS, Schlossstrasse 129. Alle Informationen: www.transform.bz

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