schliessen
  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/10/end.jpg

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/10/end1.jpg

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/10/w2.jpg

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/10/e1.jpg

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/10/w7.jpg

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/10/end5.jpg

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/10/end3.jpg

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/10/end8.jpg

/wp-content/uploads/sites/5/2012/10/end7.jpg


Arterien der Stadt, Pt. I


Vom Knotenpunkt Bahnhof bis zu den Endstationen, den letzten städtischen Enklaven vor der Agglomeration: Ein Reisebericht durchs Tramfenster. Zum Auftakt: Die Tramlinie 8 mit ihren ruppigen Kurven.

800 Meter. So lange sind sich Berns Trams einig. Zwischen Zytglogge und Hirschengraben nämlich. Dann aber gehen die Meinungen darüber, wos langgehen soll, ein erstes Mal auseinander: Am Zytglogge folgen die 8er-, 7-er und 6er-Linie dem Ruf des Ostens, und die 9er-Linie prescht gen Norden. Dasselbe am Hirschengraben: 8, 7 und 6 biegen scharf rechts ab, während die 9 sich von der Mehrheit nicht beirren lässt und ihrem exklusiven Schienenlauf folgt.

Unsereins biegt ab. Heute gilt es, nicht wie sonst immer die zentrumsnahen Stationen zu beherzigen, sondern bis zum Ende auszuharren. Eine Rundreise mit dem 8er-Tram von Brünnen Bahnhof Westside bis Saali steht an, das sind im Rundkurs stattliche 80 Minuten Fahrzeit, die nicht mit Gratiszeitungen kleingekriegt werden sollen, sondern bewusst abgefahren. Bis nach dem Loryplatz freilich hält sich die Spannung in Grenzen, ausserhalb der Fenster: das altbekannte Stadtgesicht.

Deshalb ein Rundblick im Tram: Ein Mann liest «Hürriyet», ein Kleinkind mit ernsthaftem Gesichtsausdruck saugt am Nuggi. Eine feine Reisegesellschaft. Wir passieren den BLS-Bahnhof Ausserholligen, das Weltkulturerbe Altstadt liegt weit hinter uns. Bümpliz zeigt seine zwei Gesichter, links blinken die blankgeputzten Fenster der zweigeschossigen Reihenhäuschen in der Sonne, rechts bäumt sich ein russgeschwärzter Wohnblock auf. Die Kirche Bethlehem zieht vorüber.

Irgendwo hier muss die Postfiliale liegen, die zur Weihnachtszeit besonders viel zu tun hat, weil sie den Geburtsort Jesu im Namen und auf dem Stempel trägt. Von Holenacker bis Gäbelbach ist die Tramspur grasbewachsen, was sehr schön aussieht. Und dann: die potentiell belebteste Endstation Berns, komplett mit Shoppingzentrum, Spassbad und Baumängeln. Allerdings ist an diesem Morgen nicht viel los. Der Gilberte-de-Courgenay-Platz ist menschenleer.

Als hätte sich das Tram auf seinem Weg in den Westen plötzlich anders besonnen, zieht es eine Schlaufe in die Gegenrichtung. Genug Agglo, es geht zurück in die Stadt. Der Rückweg ist ruppig, ab der Marktgasse häufen sich die Kurven, bevor das Tram auf der Thunstrasse eine Schneise durch das teure Bern zieht. Rechts wirbt ein Metzger mit «Super Kalbsleber frisch aus dem Emmental», doch was sonst verheissungsvoll wäre, kommt auf den kurvengeprüften Reisemagen gar nicht gut. Daher wird der Innenraum fixiert. Eine schwangere Mitreisende lässt sich vom Oktober nicht die Freude an kurze Hosen vermiesen.

Das Tram fährt nach dem Burgernziel direkt unter der Flugschneise. Und dann liegt da plötzlich kein Teer mehr unter den Geleisen, sondern Schotter, wie bei einem richtigen, echten Zug. Fast wähnte man sich auf dem Land, reihten sich linkerhand nicht die Hochhäuser von Wittigkofen aneinander. Just jene Skyline, die einem von der anderen Seite her kommend auf der Autobahn zum ersten Mal die Stadt verheisst. Endstation Saali. Wer nicht hier wohnt, der war noch nie hier. Ist es möglicherweise die schönste Endstation Berns? Vögel zwitschern, das Gras wächst hoch und die Sicht ist weit. 2 Franken 70 sind nicht alle Welt, man könnte glatt mal wieder kommen.

Hanna Jordi

Hanna Jordi lebt in Bern seit 1985. Etwas anderes hat sich bislang nicht aufgedrängt.


Publiziert am 24. Oktober 2012

4 Kommentare

  1. Mirella says:

    Je regrette de non pouvoir écrire en “schweizerdeutsch”. Moi je suis une femme suisse mais vivant en Italie. J’ai de la peine en moi pourqoui en Italie est impossible de voir un blog or sur un journal des photo de chemin de fer or train. N’est pas la meme chose. Nous avons des gares toujours sales (schmutzig) et pas accueillants. Tous les resorces vont au percours Milano-Roma , en aller a perdre les autres gares et les chemins de fer.
    En confiance: je viens en Suisse chaque deux-trois mois et un étape des mes sejour sont tuojours les gares et les chemins de fer.
    Ne levez pas les percours en existent

    • Heiner Hasler says:

      Mirella
      Deine Zeilen haben mich gefreut. Die lokalen Bahnen sind tatsächlich ein trésor – ein Schatz.
      Hier sind wir keine isolierte (automobilisierte) Monaden, eher Mitmenschen. –
      Mitmenschlich ist es, den eigenen Abfall zu entsorgen,
      und so den öffentlichen Raum zu erhalten.
      Danke für Deinen wachen Geist
      Heiner Hasler

    • henri hess says:

      Zu den Lokalbahnen muss man ganz besonders Sorge tragen, da gebe Ich Euch beiden recht. Leider werden sie oft vernachlässigt. Dies ist in Italien und in Frankreich noch mehr der Fall als in der Schweiz. Aber auch hier sind viele Linien in Gefahr. Wir sollten sie daher wenn immer möglich der Fahrt mit dem Wagen vorziehen und uns politisch für deren Erhalt einsetzen.

  2. Though it may be inviting in order to potential your entire Christian Louboutin Pas Cher activities procedure in order to Christian Louboutin Uk stave off a difficulty on the expanded darkening, makers in the long run are supposed to potential the requirements. It’s best not to extra Tiffany Ringe any dynamo as it may injury home equipment or maybe create a fireplace, in keeping with Florida Electrical power Commission rate. Be certain the entire power level you have is undoubtedly fewer than a productivity rating with the dynamo.

Alle Kommentare zeigen
  1. Mirella says:

    Je regrette de non pouvoir écrire en “schweizerdeutsch”. Moi je suis une femme suisse mais vivant en Italie. J’ai de la peine en moi pourqoui en Italie est impossible de voir un blog or sur un journal des photo de chemin de fer or train. N’est pas la meme chose. Nous avons des gares toujours sales (schmutzig) et pas accueillants. Tous les resorces vont au percours Milano-Roma , en aller a perdre les autres gares et les chemins de fer.
    En confiance: je viens en Suisse chaque deux-trois mois et un étape des mes sejour sont tuojours les gares et les chemins de fer.
    Ne levez pas les percours en existent

    • Heiner Hasler says:

      Mirella
      Deine Zeilen haben mich gefreut. Die lokalen Bahnen sind tatsächlich ein trésor – ein Schatz.
      Hier sind wir keine isolierte (automobilisierte) Monaden, eher Mitmenschen. –
      Mitmenschlich ist es, den eigenen Abfall zu entsorgen,
      und so den öffentlichen Raum zu erhalten.
      Danke für Deinen wachen Geist
      Heiner Hasler

    • henri hess says:

      Zu den Lokalbahnen muss man ganz besonders Sorge tragen, da gebe Ich Euch beiden recht. Leider werden sie oft vernachlässigt. Dies ist in Italien und in Frankreich noch mehr der Fall als in der Schweiz. Aber auch hier sind viele Linien in Gefahr. Wir sollten sie daher wenn immer möglich der Fahrt mit dem Wagen vorziehen und uns politisch für deren Erhalt einsetzen.

  2. Though it may be inviting in order to potential your entire Christian Louboutin Pas Cher activities procedure in order to Christian Louboutin Uk stave off a difficulty on the expanded darkening, makers in the long run are supposed to potential the requirements. It’s best not to extra Tiffany Ringe any dynamo as it may injury home equipment or maybe create a fireplace, in keeping with Florida Electrical power Commission rate. Be certain the entire power level you have is undoubtedly fewer than a productivity rating with the dynamo.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Verbleibende Anzahl Zeichen:

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.