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  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/09/IMG_8133.jpgDas Uni-Hauptgebäude auf der Grossen Schanze.(Bild: Martin Erdmann)

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/09/IMG_8134.jpgSchild vor dem Eingang.(Bild: Martin Erdmann)

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/09/IMG_8144.jpgDas neue Zuhause für einige Erstsemstrige.(Bild: Martin Erdmann)

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/09/IMG_8157.jpgHörsaal im Uni-Hauptgebäude(Bild: Martin Erdmann)

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/09/IMG_8173.jpgIm Treppenhaus. (Bild: Martin Erdmann)

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/09/IMG_8176.jpgDie Unitobler (Bild: Martin Erdmann)

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/09/IMG_8182.jpgIn der Bibliothek. (Bild: Martin Erdmann)

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/09/IMG_8184.jpgZwischen den Büchern. (Bild: Martin Erdmann)

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/09/IMG_8185.jpgIm Treppengang.(Bild: Martin Erdmann)

  • /wp-content/uploads/sites/5/2012/09/IMG_8186.jpgStille in der Bibliothek.(Bild: Martin Erdmann)

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Willkommen im ersten Semester!


Heute beginnt für 4300 Neo-Studentinnen und -Studenten das Abenteuer Universität. Drei immatrikulierte «Hauptstädter»-AutorInnen geben Tipps und Tricks für Erstsemestrige und kramen in den Erinnerungen.

«Lass die Krawatte zu Hause»

Es kann der Beginn eines neuen Lebens sein, ein Neuanfang: Im Hörsaal in einer fremden Stadt neben lauter fremden Gesichtern Platz nehmen, von dem gescheiten Menschen hinterm Rednerpult Ausblicke auf eine gescheitere Zukunft erheischen. Diese ersten Stunden an der Universität entscheiden über den Rest Deines Lebens. Neben wem Du jetzt Platz nimmst, mag bestimmen, ob Du mit 25 Jahren Vater wirst oder bis dahin 25 Mal den Bettpartner wechselst; ob Du dereinst mit einer schmalbrüstigen NGO die Welt rettest, oder doch auf dem Chefsessel eines Lebensmittelkonzerns endest.

Keine Bange. Hier wird keine Studentenverbindung beworben. Überhaupt möchte sich der Autor mit Ratschlägen zurückhalten. Nur so viel: bleibe cool. Das blondeste Mädchen der Welt hat Dir gerade zugelächelt? Wart ab, ob sie nach drei Wochen Vorlesungen noch immer als erstes zum Professor huscht. Der unscheinbare Junge mit der Brille mag ja eher still sein – vielleicht wird er Dir aber an den nächsten 15 WG-Parties das Leben retten. Und wer auch immer Dich darum bittet: Mach die Person weder zu deinem Zimmer-, Bett-, oder Lerngenossen, ehe sie Dir nicht ihr Fahrrad gezeigt und Dich im Tischtennis besiegt hat.

Damit Erstsemestlern schmerzhafte Erfahrungen erspart bleiben, hier zehn knappe Tipps:

1. Lass die Krawatte zu Hause.
2. Beklage Dich nicht in der ersten Lektion öffentlich beim Dozenten über den in Englisch gehaltenen Unterricht – ausser Dein Oxford-Akzent ist besser als seiner.
3. Vermeide es, den älteren Herrn in der vordersten Reihe anzustarren oder sich über ihn lustig zu machen. Als Hörer hat auch er Anrecht auf Bildung.
4. Findest Du an einer Kommilitonin oder einem Kommilitonen Gefallen, gründe keine WG mit ihr oder ihm.
5. Nimm Dich in Acht vor christlichen Sekten, Fachschaften und Studentenzirkeln. Sie alle werden früher oder später Deine Seele retten wollen.
6. Egal wie sehr Du den Studentenjob und das Geld brauchst: Meide Telefonmarketing wie den Teufel.
7. Sekretärinnen und Assistenten sind so etwas wie Feen oder Heinzelmännchen: Sie können Dich ins Paradies führen, und sie können Dich im dunklen Wald meucheln. Sei nett zu ihnen.
8. Masterstudenten werden Dich in der Regel in Ruhe lassen. Sollte einer doch etwas wollen, behaupte, Du würdest Deine grosse Schwester an die Uni begleiten.
9. Professoren sind nicht von dieser Welt. Tu einfach so, als würdest du sie verstehen und schreib um Himmels willen nicht alles auf, was sie sagen.
10. Es gibt zwei Arten von Studierenden: Jene, die Vorlesungsnotizen nehmen und jene, die es nicht tun. Solltest du zu Letzteren gehören, versuche noch vor Semesterende Freunde zu finden.

Matthias Ryffel

Das richtige T-Shirt

Wie findet man Freunde an der Uni? Natürlich mit dem richtigen T-Shirt. Print-Shirts sind natürlich einigermassen verpönt, aber damals, im ersten Semester, war ich noch überzeugter Band-T-Shirt-Träger. Und natürlich wollte ich mit diesen T-Shirts ein gewisses elitäres Image vermitteln, eines, das U2- und Coldplay-Fans abschrecken sollte. So jedenfalls der Plan.

Damals lagen in meinem Kleiderschrank zwei schmale T-Shirts einer mir lieben Band rum, die dem noch Schmalbrüstigen bestens passten. Andere hatten ähnliche Ideen, trugen ihre Lieblings-Band-Shirts spazieren, und signalisierten geheimes Wissen. Und so fanden sich die scheuen Print-T-Shirt-Träger schon bald zusammen, tauschten auf dem Pausenhof Platten, übten sich in Nerdentum, besuchten Konzerte, kurz: Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Nachahmenswert, auch wenn T-Shirts mit Print eher verpönt sind.

Benedikt Sartorius

FestaTicininese!Bünderfest!JetSetParty!

Aus der Sicht der höheren Semester gibt es zwei Sorten Erstsemestrige (alle, die nicht in eine solche Kategorie fallen, werden gar nicht erst als Neulinge erkannt, und können sich somit weitgehend unbeachtet ihren Studien widmen): Die Spassstudenten und die Hypermotivierten.

Erstere haben häufig die Tendenz, die Uni als eine etwas umfangreichere Freundschafts- und Datingbörse zu betrachten, und behandeln ihren freitagmorgendlichen Kater als eine Art Gütesiegel. Sie stellen die Sorte Fragen, die die Frage nach der Weisheit ihrer Studienwahl nahelegen und verteilen derart viele Flyer für Studentenparties, dass umtriebige Jungunternehmer damit gerüchteweise ein lukratives Geschäft für Zibelemärit-Konfetti gründen konnten. Natürlich sollte man die schönen Seiten des Studentenlebens geniessen. Doch wer mehr als – sagen wir mal – zwei Jahre an der Uni ist, bei dem löst FestaTicininese!Bünderfest!JetSetParty! nicht mehr den Ruf nach Bier aus, sondern ein peinlich berührtes, von unangenehmen Erinnerungen erfülltes Schaudern.

Nicht alle sind wegen dem Berner Nachtleben hier an der Uni, es gibt schliesslich auch noch diese beängstigend motivierten Jungstudierenden. Sie fallen oft dadurch auf, mit stolzgeschwellter Brust die Geschichte zu erzählen, wie schrecklich beeindruckt ihr Matura-Experte in Naturwissenschaften war, und sind überzeugt davon, in Bälde auf du und du mit ihren Dozierenden zu sein – nichtsahnend, dass diese bei den meisten Einführungsvorlesungen gerade so als vage Silhouetten weit vorne im überfüllten Vorlesungssaal erkennbar sind. Denn eine der vielen schmerzhaften Erkenntnisse beim Studienanfang ist häufig, nicht mehr «der Clevere von der 1b» zu sein, sondern eine anonyme Nummer unter Tausenden. Sie gehen daher das Risiko ein, nicht beeindruckte Blicke, sondern eher ein müdes, allenfalls mitleidiges Lächeln zu ernten.

Wem das jetzt Angst vor seinen zukünftigen Mitstudierenden eingejagt hat, kann aber getrost beruhigt sein: Das erste Studienjahr geht schnell vorbei, auch der übelste Festa-Ticinese-Kater lässt sich überleben. Und im Herbstsemester 2013 wird es sicher ein paar Tausend neue Studierende geben, denen man das letzte Mensa-Schoggigipfeli vor der Nase wegschnappen kann.

Gianna Blum

Organisieren Sie sich!

Es war vor sieben Jahren. Die Daten zum Studienbeginn wurden damals noch via Telefonleitung aus dem Internet gezogen, die ersten Anmeldungen für Proseminare waren bereits verpasst und für die akkurate Lektüre des Pflichtstoffs für die Propädeutika und Einführungsvorlesungen blieb kaum mehr Zeit. Natürlich war das alles bewältigbar, zumal die Lektüre ja nur einige hundert Seiten betrug, denn zu Beginn ist man noch motiviert, und man fühlt sich jung.

Doch rechnete ich nicht mit der Widerborstigkeit einiger Sekretariate. In Unkenntnis der kurzen Öffnungszeiten platzte ich immerzu zu früh oder zu spät in die vermeintlichen Informationszentralen, und wenn es dann doch mal klappte, fehlte das nötige Kleingeld für das Depot der Kopierkarte. «Nächstes Mal müssen Sie sich besser organisieren», so das Fazit der Sekretärin gegenüber dem kleinen Schulbuben, und ich versuchte diese Losung so gut als möglich zu befolgen. Man muss aber schon sagen: Mein anfänglicher jungakademischer Elan erlitt arge Kratzer, von denen ich mich, so in selbstmitleidigen Stunden, nie wirklich erholt habe.

Dreizehn Semester später wage ich mich schon gar nicht mehr in das Haus vor – trotz gültiger Legitimation. Und es sei Ihnen hiermit nahegelegt: Notieren Sie sich die Öffnungszeiten der Sekretariate! Dann kann Ihnen eine blühende akademische Karriere blühen.

Benedikt Sartorius

Schreiben Sie dem «Hauptstädter» eine Mail: hauptstaedter(ät)derbund.ch


Publiziert am 17. September 2012

1 Kommentar

  1. Nicht-Erstsemester says:

    Und wie das Amen in der Kirche, erscheint auch zum Erstsemestrigentag ein Abriss eines nur minder interessanten Studentenlebens, verpackt als wohwollende Tipps… Sorry, aber etwas mehr pep wäre wohl möglich gewesen ;) sonst fragen Sie doch mal ihre ehemaligen Komilitonen, die hätten sicher noch die eine oder andere Geschichte, die interessant wäre.

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  1. Nicht-Erstsemester says:

    Und wie das Amen in der Kirche, erscheint auch zum Erstsemestrigentag ein Abriss eines nur minder interessanten Studentenlebens, verpackt als wohwollende Tipps… Sorry, aber etwas mehr pep wäre wohl möglich gewesen ;) sonst fragen Sie doch mal ihre ehemaligen Komilitonen, die hätten sicher noch die eine oder andere Geschichte, die interessant wäre.

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