Dividendenperlen nicht zu früh verkaufen

Dividendenauszahlung: Geld kassiert nur, wer die Aktie aktuell im Depot hat. Foto: Keystone

Dividendenauszahlung: Geld kassiert nur, wer die Aktie aktuell im Depot hat. Foto: Keystone

Im Februar habe ich Aktien der Zurich gekauft, und am 28. März 2017 habe ich Aktien der Swisscom verkauft. Wie steht es um die Dividenden: Bekomme ich sowohl von der Zurich als auch von der Swisscom eine Dividende ausbezahlt? H. H.

Ob Sie eine Dividende ausbezahlt bekommen oder nicht, hängt davon ab, ob Sie eine Aktie am GV- und Dividendentermin im Depot haben oder nicht. Sie müssen das Wertpapier also zum Zeitpunkt des Dividendenabgangs in Ihrem Besitz haben. Wenn Sie eine Aktie vorher verkauft haben, erlischt mit dem Verkauf Ihr Dividendenanspruch. Die Dividende bekommt dann der Käufer, welcher die Dividende am Dividendenauszahlungsdatum im Depot hat. Da spielt es auch keine Rolle, wenn Sie die Aktie schon länger besassen. Denn die Dividende wird nicht etwa pro-rata je nach Haltungsdauer ausgeschüttet.

Sie können das Papier sogar erst wenige Tage vor der Dividendenausschüttung erwerben und kommen dann trotzdem in den Genuss der Dividende. Allerdings sind gerade dividendenstarke Titel wie die Zurich und die Swisscom vor der Dividendenausschüttung teurer und verlieren dann direkt nach der Ausschüttung deutlich an Wert. Denn die Dividende geht dann weg. Zudem ist das Papier für einige Investoren nach dem Dividendenabgang nicht mehr gleich attraktiv. Die Dividende wird immer erst gleich nach der Generalversammlung ausbezahlt. Die Ausschüttung muss ja zuerst von den Aktionären bewilligt werden.

In Ihrem konkreten Fall ist es so, dass Sie selbstverständlich die Dividende bei der Zurich-Aktie ausgeschüttet bekamen, da Sie die Papiere ja weiter hielten. Die GV der Zurich-Versicherung fand am 29. März statt, und die Dividende ist bereits an Ihre Bank zu Ihren Gunsten ausbezahlt worden. Erkundigen Sie sich direkt bei Ihrer Bank.

Die Swisscom hingegen hat ihre GV erst am 3. April durchgeführt und die Dividende dann am 4. April ausgeschüttet. Sie haben Ihre Swisscom-Aktien somit einige Tage zu früh verkauft und die Dividende von 22 Franken je Titel verloren. Wenn Sie gewartet hätten, wäre die Dividende ebenfalls an Sie überwiesen worden. Da Sie aber zum Zeitpunkt der Auszahlung nicht mehr Aktionär der Swisscom waren, hatten Sie kein Recht mehr auf eine Dividende. Das ist schade und war ein Fehler.

Gerade Dividendenperlen sollte man nicht vor der Dividendenausschüttung abstossen – es sei denn, Sie sind gar nicht an der Dividende interessiert, sondern nur an dem Kurs. Damit Ihnen ein solcher bedauerlicher Fehler nie mehr passiert, empfehle ich Ihnen, bei Ihren Aktien immer zu prüfen, wann die GV stattfindet und wann die Dividendenausschüttung erfolgt. Die entsprechenden Daten finden Sie im Internet. Es gibt auch verschiedene Dividendenkalender. Auch auf der Homepage der einzelnen Börsenfirmen finden Sie unter der Rubrik Investor Relations alle wichtigen Daten.

12 Kommentare zu «Dividendenperlen nicht zu früh verkaufen»

  • Christoph Bögli sagt:

    Immer wieder erstaunlich, wer sich so an der Börse tummelt, ohne die geringste Ahnung zu haben. Die grundlegenden Mechanismen, die für den Hobby-Anleger relevant sein dürften, sind ja noch nicht mal sonderlich kompliziert. Trotzdem schaffen es manche, da herumzuwursteln ohne zu wissen, wie eben z.B. eine Dividende funktioniert. Kein Wunder dass da dann oft nur Geld verbrannt (bzw. den Profits zugeschoben) wird.

    • Peter Schuler sagt:

      Ja, es ist erstaunlich, was „Experten“ alles so sagen. Aber man hätte die Zurich-Aktie trotzdem besser vor der Dividendenzahlung verkauft! Warum? Der Kursgewinn (Gewinn seit Ankauf der Aktie) ist steuerfrei, während auf jeder Dividende Einkommenssteuern anfallen. Unter der Annahme, dass Sie ein gutes Einkommen haben, liegt der Grenzsteuersatz über 35%. Konkret für die Zurich-Aktie: Kurs am 29.3. = 285 CHF. Vor der Dividendenzahlung (17 CHF) am 30.3. Kurs noch bei 282 CHF. Am Tag nach der Dividendenzahlung am 31.3. = 266 CHF (also 17 CHF weniger als gerade vorher). Und am 3.4. war der Kurs nur noch 263 CHF! Hätte man am 29.3. verkauft statt am 3.4., wäre man etwa 11 CHF pro Aktie besser gefahren…

      • Pit Abt sagt:

        Was Sie Herr Schuler vergassen, die Gebühren sind je nach Bank noch sehr gross und somit ist ein Verkauf und ev. wieder Neukauf auch keine Lösung.

    • Karl von Bruck sagt:

      Immerhin zwingt niemand die Hobianleger, ihre Kohle den manipulierenden Profis in den Rachen zu werfen. Viel trauriger ist es, wenn die Jungen einen immer groesseren Teil ihrer obligatorischen Alters“vorsorge“ ins Kapitalabschmelz- statt Umlageverfahren verschleudern muessen. Der Umlage und Konsum durch die Rentner wurden so schon ueber 800 000 000 000 Franken abgestohlen. Der Kapitalabschmelzfranken kostet mehr als die doppelte Praemie als der Umlagefranken. Nicht nur den geprellten Alten, sondern auch den Jungen, wenn sie mal alt sind. Die Speckulationsgewinne machen vor allem die Baenkster selber und ihre freiwilligen Grosskunden. Die obligatorischen Grosskunden sackt man gar mit Negativzinsen statt Speckulationsgewinnen aus….

  • Albert Fiechter sagt:

    Wenn es sich um eine nicht-steuerbefreite Dividende handelt, kann es sehr wohl Sinn machen, die Aktie vor der Dividendenausschuettung abzustossen. Der Kurs der Aktie sackt in der Regel um den entsprechenden Betrag ab. Wenn man danach die Aktie wieder kauft, hat man die Dividende auch kassiert, ohne aber die Steuer zu bezahlen.

    • Anna Schweizer sagt:

      So ein Blödsinn, sowohl beim Kauf & Verkauf fallen
      Gebühren an, somit macht Ihr Vorschlag absolut keinen Sinn.
      Sinnvoller wäre ein Kauf nach dem Dividendenabgang, somit entfällt die Verrechnungssteuer.

  • Dietmar sagt:

    Woher wissen Sie denn, dass nach der Dividendenausschüttung der Aktienkurs wieder den Wert zuvor erreichen wird? Ihr Vorschlag macht definitiv keinen Sinn

  • R. Wenger sagt:

    Es kann rentabel sein, die Aktie kurz vor der GV zu einem guten Preis zu verkaufen und nach dem ex-Tag günstig wieder zu erwerben. Die Differenz ist oft grösser und steuerfrei. Dabei müssen aber die Courtagen beachtet werden.

  • Stephan Fehlmann sagt:

    Es käme mir gar nicht in den Sinn, Dividenden-Perlen zu verkaufen. Ich habe viele Aktien im Depot, die mir schon seit vielen Jahren hohe Dividenden ausschütten.
    Den richtigen Kauf-oder Verkaufszeitpunkt erwischt man sowieso nur in der Theorie, darum macht man lieber gleich gar nichts.

    • Peter Schuler sagt:

      Sie Glückspilz. Vielleicht braucht man aber einmal Geld und verkauft deshalb ein paar Aktien. Im Artikel oben sagt H.H. ja nicht, was er mit dem Erlös anfangen wollte. Es gibt übrigens „Perlen“, die eine gute Dividende bezahlen, aber übers Jahr wesentlich mehr Wert verlieren. Beispiel ABB im 2001: Dividende etwa 2%, Wertverlust im 2001 über 60%. Echt Geld verdient haben also jene, die im 2002/3 viele ABB-Ramschaktien gekauft hatten: 5 Jahre zwar ohne Dividende, dafür mit etwa 600% Kursgewinn (steuerfrei)!

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