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Fünf Dinge, die man öfter mal unbemerkt austauschen könnte.

Neu mit Schnauz: Adam Sandler in Cannes 2017 (l.) und in Toronto 2014. Fotos: Keystone

Jake Slater aus Derby, England, erregte unlängst Aufsehen mit dem folgenden Tweet: «Mein Bruder hat sein Foto über der Treppe zu Hause mit einem Porträt von Kim Jong-un vertauscht und unsere Mutter hat das nach zwei Wochen immer noch nicht bemerkt.»

Slaters Tweet, komplett mit fotografischer Evidenz des ausgetauschten Porträts, erzielte bis dato über 65’000 Retweets. Ausserdem zeigte sich im Gefolge der Sache vereinzelt Evidenz dafür, dass der Austausch von Familienbildern mit solchen, die in irgendeiner Weise Kim Jong-un zeigen, einen gar nicht so seltenen Test elterlicher Aufmerksamkeit darstellt.

Und dies nun inspirierte mich, meine Damen und Herren, zu folgender Überlegung: Wie aufmerksam sind wir eigentlich wirklich in unserer hypernervösen spätmodernen Mediengesellschaft? Mit anderen Worten: Wen oder was könnte man austauschen, ohne dass dies mutmasslich besonders schnell auffallen würde? Hier sind ein paar Ideen:

  1. Karl Lagerfeld tauscht die aktuelle Chanel-Kollektion gegen jene des Jahres 1987 aus.

  2. Zu Frank Castorfs Abschied als Intendant von der Berliner Volksbühne werden sämtliche Castorf-Inszenierungen gegeneinander ausgetauscht. Und dann gegen die von Claus Peymann. Merkt kein Mensch. Schon gar nicht Herr Lederer.

  3. Jeden Film, in dem Adam Sandler mitwirkt. Gegen jeden anderen Film, in dem Adam Sandler mitwirkt. In einem zweiten Schritt: Amy Schumer gegen Will Ferrell. Beziehungsweise umgekehrt.

  4. Beliebige Wörter gegen den trumpschen Neologismus «covfefe». So wie neulich an Bord des Eurostar-Schnellzugs unter dem Ärmelkanal. Die Eurostar-Bildschirme zeigten Folgendes an: «Lust auf einen Covfefe? Besuchen Sie unseren Speisewagen.»

  5. Emmanuel Macron gegen Justin Trudeau. Dies würde allerdings wohl alsbald bemerkt. Kim Jong-un ist einfach unauffälliger.

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