Alles bis auf die Stimme

Leichte Verschiebung, grosser Effekt!

Von wegen nur die Stimme zählt: «The Voice UK». Foto: BBC, Youtube

Also, meine Damen und Herren, ich sehe neulich so im englischen Fernsehen «The Voice UK», und zwar die sogenannte Rauswurf-Runde, und da tritt nun unter anderem diese Background-Sängerin auf, die nicht schlecht singt, aber über 40 ist, und ich sage so zu Richie, dem besten Ehemann von allen: Die wird rausfliegen. Sie ist zu alt. Die Stimme ist egal, jetzt, wo die Jury sie sehen kann. Und dann sage ich: «Eigentlich sollte man mal ehrlichkeitshalber eine Castingshow veranstalten, wo das bewertet wird, was im Popgeschäft wirklich zählt.» «Was», erwidert Richie. «Everything but the Voice?» «Genau!», antworte ich. «Mit nur einem Juror: der überlebenden Hälfte von Milli Vanilli!» Und bei dieser Gelegenheit sind mir gleich noch ein paar super Ideen für ein paar weitere leichte Formatverschiebungen gekommen:

  1. «Tablettentausch»

    Zwei Kandidaten mit mittelharmlosen Krankheiten. Einer nimmt die Tabletten des anderen. Und dann mal sehen.

  2. «Bauer sucht Linsen»

    Und zwar nicht die Hülsenfrüchte. Sondern Kontaktlinsen. Die Linse im Heuhaufen. Ein Heidenspass für die ganze Familie!

  3. «Rein in die Schulden»

    Mit Mariah Carey, die eine Familie aus dem Angestelltenmilieu zu sinnlosen Anschaffungen auf Kredit überredet. Falls Mariah zu viel kostet: Shawne Fielding ist billiger. Bestimmt.

  4. «Die kleinsten Schweizer Talente»

    Hier präsentieren sich Leute, die absolut nichts können, einem breiten Publikum. Das ist vom Prinzip her nicht neu; neu ist bloss der Titel.

  5. «Mini Mueter, dini Mueter»

    Wessen Mutter ist schrecklicher? Ein bisschen wie «Frauentausch», nur ohne den Tausch.

2 Kommentare zu «Alles bis auf die Stimme»

  • Henriette sagt:

    Wunderbarer Beitrag! Ich schaffe es zwar nie, solche Sendungen auch wirklich anzuschauen, aber lese ab und zu darüber in der Presse. Grauenhaft, was für Sendungen produziert werden, aber noch schlimmer finde ich, dass diese auch noch ihr Publikum finden.

  • Flo sagt:

    Beim durchzappen der Programme stösst man allerorts auf solche Formate, ja dann –
    . . . . . . nicht nur das sich Zuschauer finden die solche Sendungen ertragen, noch erstaunlicher ist es das sich die TeilnehmerInnen darum streiten an solchen Formaten teilnehmen zu dürfen. Was sie dazu bringt ist mir schleiderhaft.
    Leider its dieser Trend nicht nur auf den privaten Sendern, sondern vermehrt auch auf unserem kostspieligen Schweizer Fernsehen zu beobachten.

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