White Christmas, white lies

Fünf Faustregeln für ein perfektes Weihnachten.

Dem frustrierten Weihnachtsmann in «Bad Santa» sollte mal einer die Regeln erklären. (Bild: Columbia Pictures)

Wir sind mittendrin, meine Damen und Herren. Und – wie läufts? Hält die Stimmung? Weihnachten, das Fest der Liebe, sieht ja in praxi regelmässig wie folgt aus: Auf begrenztem Raume kommen einige Leute zusammen, die in der Regel die Schwächen der anderen kennen. Nicht umsonst ist dies das Szenario vieler Katastrophenfilme. Man muss also Regeln beachten. Hier sind die fünf wichtigsten:

  1. Zeigen Sie Freude

    Zeigen Sie Freude besonders bei Weihnachtsgaben, die von Kinderhand gefertigt wurden. Die Kleinen schenken gern Selbstgebasteltes. Das Herstellen von anrührenden kleinen Präsenten ist für die Kinder eine Form der Sozialisation, es hilft den Sprösslingen bei der persönlichen Entwicklung und ist damit auch ein Beitrag zur Suchtmittelprophylaxe. Ausserdem lassen sich diese niedlichen Gaben eines kindlichen Gestaltungswillens später diskret und mühelos unschädlich vernichten. Kinder pflegen in der Regel nie danach zu fragen, was mit ihren Geschenken passiert ist. Das ist wunderbar.

  2. Tischen Sie jede Menge Essen auf

    Erstens streitet man meist weniger mit vollem Mund, und zweitens kann man bei einem gemeinsamen Essen auch dann noch die Lippen bewegen, wenn man sich nichts mehr zu sagen hat.

  3. Weisse Weihnacht, weisse Lügen

    Wir alle wissen, wie schwierig es sein kann, ein Geschenk selbst für jene Menschen auszuwählen, mit denen man sich leidlich gut vertraut wähnt. Und deshalb ist es ein Gebot der Höflichkeit, dass man für seinen Teil eine freudig überraschte Miene herstellt, wenn man selbst ein Geschenk auspackt, und es ist etwas, was man weder braucht noch will, wie zum Beispiel eine Nudelzange oder ein elektrischer Nageltrockner.

  4. Bewahren Sie die Grundstimmung

    Versetzen Sie sich in den richtigen Bewusstseinsrahmen. Konkret heisst das: Versuchen Sies mal proaktiv mit der Vergebung, von der Jesus immer geredet hat. Noch konkreter: Entspannen Sie sich. Entspannen Sie sich und drücken Sie auch bei den Leuten ein Auge zu, die Sie sonst fürchterlich finden. Wenn Sie wollen, können Sie diese Stimmung auch noch über Weihnachten hinaus retten. Muss aber nicht sein, sonst gewinnen die Falschen, und das kann Jesus kaum gewollt haben.

  5. Kapitulation

    Manchmal muss man einfach aufgeben können. Vielleicht nicht unbedingt noch die andere Wange hinhalten – aber zum geordneten Rückzug überleiten. Sich fügen. Wenn sich Tante Gretel ins Badezimmer einschliesst, unter Mitnahme des Eggnog, weil sie angeblich keiner leiden kann und noch nie leiden konnte – fügen Sie sich. In den Gang der Dinge. Der ist stärker als Sie. Lassen Sie los. Und bedenken Sie, dass Freude und Feststimmung, eventuell, im Chaos selbst liegen könnten. Happy Holidays!

Zur Not auch mal zwei Augen zudrücken: Weihnachtsdiskussion in «Alle Jahre wieder». (Bild: Studiocanal)

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2 Kommentare zu «White Christmas, white lies»

  • Kristina sagt:

    6) Thank God it`s Christmas.

  • Meinrad sagt:

    „Wenn Sie wollen, können Sie diese Stimmung auch noch über Weihnachten hinaus retten. Muss aber nicht sein, sonst gewinnen die Falschen, und das kann Jesus kaum gewollt haben.“

    Ich verstehe das nicht. Ist das vielleicht utilitaristisch, romantisch, pragmatisch oder pragmatistisch gemeint?

Kommentar

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