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«Ich spende 50 Prozent meines Lohns»

Mathias Morgenthaler am Samstag den 27. Juni 2015
Jonas Vollmer, Geschäftsleiter GBS Schweiz.

Jonas Vollmer, Geschäftsleiter GBS Schweiz.

Eigentlich wollte Jonas Vollmer Arzt werden, doch dann beendete er sein Medizinstudium vorzeitig, um seine Arbeitskraft in den Dienst der Bewegung «Effektiver Altruismus» zu stellen. Wenn er dafür sorge, dass möglichst viele Menschen 10 Prozent ihres Einkommens an die richtigen Organisationen spenden, könne er mehr bewegen als im Arztberuf, sagt der 24-Jährige.

Interview: Mathias Morgenthaler

Herr Vollmer, Sie haben Ihr Medizinstudium nach dem Bachelor vorzeitig beendet. Warum haben Sie sich gegen den Arztberuf entschieden?

JONAS VOLLMER: Ich hatte nach drei Jahren Studium drei Optionen: Weiterstudieren und Arzt werden, mich am Aufbau eines Medtech-Start-ups in San Francisco beteiligen oder eine Organisation gründen, welche die Bewegung des Effektiven Altruismus stärkt. Alle drei Optionen waren verlockend. Der weit verbreitete Ratschlag «Folge deiner Passion» brachte mich nicht weiter, also fragte ich mich: Wo ist mein Impact am grössten? Wo kann ich wirklich etwas bewegen?

Als Arzt hätten Sie Leben retten können.

Ja, das ist richtig. Laut einer englischen Untersuchung rettet ein Arzt durch seine Tätigkeit durchschnittlich 20 Menschenleben, respektive er verschafft seinen Patienten insgesamt 600 gesunde Lebensjahre. Den gleichen Effekt erreicht man mit einer Spende von 50’000 Franken an die richtige Organisation. Wenn ein Schweizer Arzt permanent 10 Prozent seines Einkommens spendet, bewirkt er 20-mal mehr als ich mit einer Arzt-Karriere. Ich empfand diese Einsicht als recht deprimierend. Deswegen entschied ich mich, meine Arbeitskraft in den Dienst der Bewegung «Effektiver Altruismus» zu stellen.

Wie sind Sie mit dieser Bewegung in Kontakt gekommen?

Mir war schon in Schulzeiten wichtig, etwas zu einer besseren Welt beizutragen. Während des Studiums beteiligte ich mich an einem Projekt in der Entwicklungszusammenarbeit, das die medizinische Grundversorgung in Indien verbessern sollte. Ich erlebte dort sehr engagierte Menschen, die zum Teil erschreckend unwissenschaftlich arbeiteten. So wurden zum Beispiel homöopathische Mittel eingesetzt, für deren Wirksamkeit es keinen seriösen Nachweis gab. Im Zentrum stand bei diesem Hilfswerk oft nicht der Impact, sondern das gute Gefühl der Spender und der Mitarbeiter. Leider wird in Non-Profit-Organisationen sehr viel Geld und Arbeitskraft sehr ineffizient eingesetzt.

Die Internationale Zusammenarbeit hat sich doch stark professionalisiert in den letzten Jahren.

Die Diskussion konzentriert sich meistens darauf, wie hoch der Anteil der Administration an den Gesamtkosten ist. Dabei gibt es keinen statistischen Zusammenhang zwischen den Kosten für die Administration und dem Impact einer Organisation. Entscheidend ist, wie wirksam die begrenzten Ressourcen eingesetzt werden. Ein Beispiel: Wenn Sie beim Kauf eines Computers die Wahl hätten zwischen zwei gleichwertigen Modellen, von denen der eine 5000 Franken kostet und der andere 100 Franken, welchen würden Sie kaufen?

Den günstigeren – aber was hat das mit der internationalen Zusammenarbeit zu tun?

Dort lauten die Alternativen zum Beispiel: Mit HIV-Behandlungen im Umfang von 5000 Franken ein zusätzliches gesundes Lebensjahr ermöglichen oder mit 20 Malaria-Netzen zum Gesamtpreis von 100 Franken das gleiche Resultat erzielen. Auch hier scheint die Wahl klar, aber viele Organisationen entscheiden nicht nach rationalen Gesichtspunkten und überprüfen die Wirksamkeit ihrer Interventionen nicht. Das Ziel des Effektiven Altruismus ist, die Spenden dorthin zu leiten, wo sie maximale Wirkung erzielen. Die Bewegung entstand vor etwa sechs Jahren an der Universität Oxford, wir haben im Herbst 2013 einen Hub in Basel gegründet. Die Schweizer Community für Effektiven Altruismus ist weltweit die drittgrösste nach Oxford und San Francisco.

Und Ihre wichtigste Mission als Geschäftsleiter der GBS Schweiz ist es, die Schweizerinnen und Schweizer zu effektivem Spenden zu animieren?

Das Netzwerk des Effektiven Altruismus hat weit über 1000 Mitglieder, die sich vorgenommen haben, auf Lebzeiten mindestens 10 Prozent ihres Einkommens zu spenden. In der Schweiz ist die Rechnung einfach: Selbst wenn wir 10 Prozent des Einkommens weggeben, gehören wir weltweit noch zum einen Prozent der Bestverdienenden. Gemessen am Bruttoinlandprodukt sind wir das fünftreichste Land der Welt. Das gibt uns die Macht, enorm viel zu bewegen. Wenn Europa und die USA 10 Prozent des Einkommens für effektive Projekte spenden würden, käme in einem Jahr genug Geld zusammen, um Malarianetze für alle Menschen zur Verfügung zu stellen, alle gegen HIV, Tuberkulose und Wurmerkrankungen zu behandeln, Bildung für alle zu ermöglichen, den gesamten Regenwald vor der Rodung zu schützen und das Budget der globalen medizinischen Forschung zu verdreifachen.

Welche Projekte haben Sie lanciert in den knapp zwei Jahren?

Das eine Projekt heisst «Raising for Effective Giving». Damit ermutigen wir professionelle Pokerspieler, 5 bis 10 Prozent ihrer Nettogewinne an effektive Hilfsorganisationen zu spenden. Pokerspieler sind eine ideale Zielgruppe. Sie agieren sehr rational und legen wenig Wert auf materielle Statussymbole. Im letzten Jahr hat Poker-Weltmeister Martin Jacobson dank dieser Initiative eine Viertelmillion gespendet. Das zweite wichtige Projekt ist «Sentience Politics». Wir arbeiten mittels städtischer Volksinitiativen darauf hin, dass es in öffentlichen Kantinen vermehrt pflanzliche Menüoptionen gibt.

Sie selber spenden auch und ernähren sich fleischlos?

Ich spende etwa die Hälfte des Lohns, den ich mir als Geschäftsleiter unserer Non-Profit-Organisation mit 8 Vollzeitstellen auszahle. Und ich habe mir das Fleischessen tatsächlich abgewöhnt und lebe heute weitestgehend vegan. Der globale Fleischkonsum ist eine der wichtigsten und meist übersehenen Ursachen des Klimawandels. In der Schweiz ist rund ein Viertel der Treibhausgase auf den Konsum von Tierprodukten zurückzuführen. Und weltweit sterben Menschen an Hunger, weil wir Grundnahrungsmittel an Tiere verfüttern. Wir produzieren Nahrung für 12 Milliarden Menschen, dennoch sind 795 Millionen Menschen oder jeder Neunte der 7 Milliarden Menschen nach wie vor permanent unterernährt.

Das hat Sie zum Veganer werden lassen?

Das Schlüsselerlebnis war ein Vortrag über die Fleischproduktion, den ich vor fünf Jahren besuchte. Ich entschied mich noch am gleichen Abend, Vegetarier zu werden. Wer weiss, wie Tiere gezüchtet und geschlachtet werden, kann doch nicht einfach weiteressen wie bisher. In der Schweiz werden jährlich 50 Millionen Tiere für 8 Millionen Menschen geschlachtet. Viele Europäer schreien auf, wenn Chinesen Hunde essen, führen aber Schweinefleisch auf jeder Menükarte, obwohl Schweine kognitiv Hunden überlegen sind und folglich sehr empfindungsfähige Lebewesen sind. Wir gehen nicht mit Verboten vor, aber wir wollen die Verfügbarkeit schmackhafter Alternativen erhöhen, damit jeder eine echte Wahl hat.

Das klingt alles extrem vernünftig und selbstlos für einen 24-Jährigen.

Gegen vernünftige Entscheidungen ist nichts einzuwenden, finde ich. Selbstlos bin ich nicht, es ist mir sogar wichtig, den Altruismus aus der Ecke der Askese und Selbstaufopferung herauszuholen. Altruismus muss lebbar sein. Ich verzichte auf nichts, was mir wichtig wäre. Ich gehe einer befriedigenden und intellektuell anregenden Arbeit nach, achte aber darauf, nicht mehr als 50 bis 60 Stunden pro Woche zu arbeiten und gehe gerne in die Ferien. Ich brauche wenig Geld, um glücklich zu sein. Mein Luxus besteht darin, mit interessanten Menschen etwas Sinnvolles zu tun und nach der Arbeit etwas Gutes zu kochen.

Wann haben Sie angefangen, sich um die Frage zu kümmern, wie die Welt zu verbessern wäre?

Mein Vater berichtete als Journalist für das «St. Galler Tagblatt» aus Krisenregionen. In meinem Umfeld haben sich viele politisch engagiert. Ich übernahm in jungen Jahren die Leitung der Schülerzeitung, gründete später das erste Schülerradio der Schweiz und half, ein Online-Jugendmagazin aufzubauen. Ausserdem war ich ein anstrengender Schüler, der viele unbequeme Fragen stellte und meine Lehrer in lange Diskussionen verwickelte. Mein Antrieb war immer, mich unvoreingenommen mit den essenziellen Fragen auseinanderzusetzen und ein Maximum aus meiner privilegierten Situation herauszuholen.

Kontakt und Information:
www.gbs-schweiz.org

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21 Kommentare zu “«Ich spende 50 Prozent meines Lohns»”

  1. Fluramsel sagt:

    Ein tolles Projekt, dass jedoch nur etwas für die besser verdienenden ist. Wie soll jemand 10% spenden wenn er selber nicht genug zum leben hat?

  2. Hans Hintermeier sagt:

    @Vollmer: Super Interview und grossen Respekt für Ihre Konsequenz. Es ist auch super, dass Sie das Thema Fleisch miteinbeziehen, denn viele Aktive von Hilfsorganisationen und Tierschützer sind nicht Vegis/Veganer und verteilen Fleisch (=Nahrungsmittelvernichtung).Ich bin bereits über 20 Jahren Vegetarier und seit 10 Jahren mit hohem Vegananteil.Alles kein Problem.Ich habe aufgehört,den westlichen Hilfswerken zu spenden, weil sie Fleisch verteilen.Habe in Indien eine Organisation gefunden, die nur vegetarische Speisen verteilt und keine Administration im Westen haben (oder sonst ehrenamtlich): food for life.

  3. peter keller sagt:

    jugendliches alter schützt offenbar von unwissenheit. die fiskalquote in der schweiz ist bei 44% plus, d.h. jeder arbeiter muss 44% seines einnkommens auf geheiss des staates entweder demselbigen oder anderen organisationen abliefern. das nennt sich in neusprech dann solidarität. in tat und wahrheit ist es unterdrückung. und dann kommt dieser träumer und sagt, wir sollen doch mehr spenden….aha.

  4. Pierre sagt:

    Der Ansatz Vollmers ist nicht neu aber von einer Naivität, die keine Grenzen kennt. Wir bewegen uns mit Vollmer sozusagen in einem intellektuellem Notstandsgebiet. Wenn jeder so denken und handeln würde, dann hätten wir wohl keine Blindenhunde, Rollstühle etc. Das wäre ja nach Vollmers Rechnung zu teuer, sprich zu wenig effektiv. Das ganze kann man übrigens auch bei Peter Singer nachlesen, wo man dann auch etwas über die ideologischen Hintergründe erfährt..

  5. Armin Fellmann sagt:

    Ausser der Bemerkung über Homöopathie, Perfekt!

  6. David sagt:

    Ihre populistische Aussage über die schweizerische Fiskalquote entspricht glücklicherweise nicht der Wahrheit, Herr Keller! Sie kann nicht unwidersprochen bleiben, sie entbehrt jeglicher Grundlage und die Haltung hinter dieser Verbreitung von solchen Unwahrheiten zeigt wie rechtspopulistische Gruppierungen vorgehen: wenn immer möglich den Staat zum Sündenbock machen für die eigene Unfähigkeit sich den Problemen zu stellen!

  7. WOW! Ich bin positiv sprachlos überrascht! Deine Lebenseinstellung ist grandios und was mir am meisten gefällt, ist dass du den Menschen eine wirkliche Wahl geben willst. Ich denke genau das ist Freihet: eine Wahl zu haben. In der heutigen Welt wird einem immer mehr gesagt was man denken und kaufen soll; bequem, ohne zu überlegen soll man den Werbungen Glauben schenken und ihre Produkte kaufen. Aber eine wirkliche Wahl zu haben, heisst die wirkliche Wahrheit zu kennen, die einzelnen Optionen zu kennen. um dann von Diesen eine auszuwählen. Das ist Freiheit. Und Freiheit führt unweigerlich zur Gleichberechtigung aller Menschen (und allen Lebens!)!

    Danke dass es dich gibt! Danke dass du tust was du tust und somit zur Verbesserung dieser Welt beiträgst! Du bist eine Inspiration für mich, aber ich denke auch für viele andere. Danke!

  8. Lieber Herr Keller und Fluramsel,
    in der Schweiz kann man bis zu 20% des Einkommens von den Steuern abziehen, wenn man es spendet, im Baselland sogar bis zu 100%. In den meisten Kantonen und Gemeinden ist es gut möglich, sparsam zu leben, und 50% eines unterdurchschnittlichen Schweizer Lohnes zu spenden. Aber wie oben auch erwähnt – so viel muss es natürlich nicht sein: 10% ist in der Schweiz für die allermeisten machbar. In der EA-Bewegung sind vor allem junge Berufseinsteiger aktiv, die (noch) nicht zu den “besser Verdienenden” gehören.

  9. Hans sagt:

    Lieber Pierre, vielen Dank für Deinen Kommentar! So ziemlich das gleiche ging mir auch durch den Kopf.

  10. Pierre, ich gehe mit Singer in dieser Hinsicht nicht einig. Mehr dazu in unserer Stellungnahme: http://gbs-schweiz.org/blog/singer-vs-mss-effektiver-altruismus/

  11. John J Feller, SCV sagt:

    dieser Mann soll am 1. Mai vorne am, Umzug gehen.

  12. Volker K. sagt:

    Noch besser wäre es gewesen, wenn Herr Vollmer es doch zum Arzt geschafft hätte und dann fleißig 10% seiner Einnahmen
    gespendet hätte. Schade drum.

  13. Ueli sagt:

    10% des Einkommen spenden! Na ja so blöd bin ich ja nicht, ich habe dafür mein Arbeitspensum auf 80% reduziert, da habe ich etwas davon. Das ist Lebenqualität, und mit etwas einschränkung komme ich so ganz gut zurecht!
    Hier in der Schweiz werde ich nie wieder 100% arbeiten, so lange die Regierung, dass Geld ins Ausland verschleudert!
    Die Schweizer Spenden und Spenden, was hat es z.B. in Afrika gebracht, nichts!

  14. Hans Hintermeier sagt:

    @Ueli: lesen Sie nochmals Ihren Beitrag: “ich, ich und nochmals ich”. Ich glaube Ihnen nicht, dass Sie glücklich sind, respektive eine hohe Lebensqualität haben, auch wenn Sie 80% arbeiten.

  15. Eduardo sagt:

    Die unaufhaltsame und verhängnisvolle Bevölkerungszunahme in den armen Regionen dieser Welt macht leider jegliche altruistische Aktionen dieser Art völlig vergebens. Afrika, schon jetzt ein hoffnungsloser Elendskontinent, zählt heute 1,15 Milliarden Menschen, und bereits kurz nach der Jahrhundertwende werden es 2,3 Milliarden sein. Jonas Vollmer müsste dann sozusagen schon 100 Prozent seines Einkommens spenden. Wer das nicht glauben will, sollte sich im Internet die demographischen Wachstumskurven armer Länder wie – nur eine kleine Auswahl – Nigeria, Ägypten, Sudan oder Äthiopien anschauen. Überall steigen die Linien steil und ohne erkennbare Tendenzwende nach oben. Mit Spenden für die Armen heizt man im Grunde nur deren gedanken- und verantwortungsloses Kindermachen an und macht damit alles noch viel schlimmer.

  16. Hugentobler Martin sagt:

    Toll, da will eine Gruppe(Veganer), welche weniger als 1 Prozent der Bevölkerung ausmacht, allen anderen ihre Lebenseinstellung per Gesetz aufzwingen wollen.Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, was daran vernünftig oder selbstlos sein soll. Einerseits prangt er an, wie unwirtschaftlich die Spenden verbraten werden, gleichzeitig in öffentlichen Kantinen Menüs erzwingen, welche 99% der Kunden nicht wollen und das Essen dann weggeschmissen werden muss. Vegi und vegan in Ehren, aber wenn’s wirtschaftlich wäre, würden die jede Beiz vegane Menüs führen. Und 50% vom Einkommen spenden kann nur jemand, welcher extrem vermögend, horrend abkassiert oder wiederum sowenig verdient, dass 50% nicht der Rede wert sind.

  17. Thomas Bieri sagt:

    Herr Vollmer will das erste Schülerradio gegründet haben? Er ist erst 24? Also 1991 geboren?

    Herr Vollmer, bevor Sie sich so vollmundig selbst beweihräuchern, seien sie informiert, dass wir bereits 1980 Schülerradio gemacht haben. Elf Jahre, bevor Sie überhaupt geboren wurden.

  18. Monika Hunkeler sagt:

    Das einzige wofuer man als echter Altruist wirklich spenden sollte sind Verhuetungsmittel und Bildung. Wir gehen die Entwicklungsfrage einfach nicht rationel genug an. Ich lebe in einem Entwicklungsland und es ware wichtig das man in Europa verstehen lernt was Unterentwicklung wirklich bedeutet. Es koennte sonst fuer die Traeumer in Europa langfristig gesehen gefaehrlich werden.

  19. Martin Hugentobler: Es stimmt nicht, dass die Kunden diese Menüs nicht wollen. Zu den anderen Punkten hier mehr: http://sentience.ch/2014/11/die-freiheit-des-einzelnen-immanuel-kant-vs-sentience-politics/

    Thomas Bieri: Wir haben das erste Schweizer Schülerradio gegründet, das non-stop rund um die Uhr sendet.

  20. Volker: Wenn ich das getan hätte, wäre die Effective-Altruism-Bewegung in der Schweiz wohl kleiner geblieben, und unser Projekt “Raising for Effective Giving” hätte 2014 nicht eine halbe Million Franken für effektive Hilfsorganisationen sammeln können. Mein Impact ist mit dem aktuellen Karrierepfad wahrscheinlich grösser: In meinem aktuellen Beruf kann ich viele ÄrztInnen oder anderweitig Gutverdienende davon begeistern, 10% zu spenden. Siehe auch: http://reg-charity.org/meta-charities/

  21. Eduardo: Der Prozentsatz der Menschheit, der in extremer Armut lebt, hat sich seit 1981 mehr als halbiert. Die Gesamtzahl an Menschen ist über diesen Zeitraum hinweg zwar trotzdem leicht gewachsen. Trotzdem: Die Weltbank hat eine Strategie entwickelt, mit der die globale Armut bereits 2030 der Vergangenheit angehören könnte [1]. Spenden an die richtigen (!) Organisationen verbessern nachweislich die Lebensqualität von Menschen in Subsahara-Afrika [2], und führen – wenn überhaupt – nur in begrenztem Masse zu zusätzlichem Bevölkerungswachstum [3]. Selbst bei schwachem Bevölkerungswachstum kann man also sehr viel bewirken für die betroffenen Personen.
    Afrika ist nicht ein hoffnungsloser Elendskontinent, sondern ein aufstrebender Hoffnungskontinent.

    [1] http://www.worldbank.org/en/news/press-release/2015/04/07/world-bank-president-strategy-end-poverty-new-development-partners
    [2] http://www.givewell.org/international/technical/programs/insecticide-treated-nets
    [3] http://blog.givewell.org/2014/04/17/david-roodmans-draft-writeup-on-the-mortality-fertility-connection/