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Wenn der Pharma-Manager sich freiwillig zur «Gehirnwäsche» meldet

Mathias Morgenthaler am Samstag den 19. Januar 2013
Mario Grossenbacher, Auditor und Kaospilot in Ausbildung

Mario Grossenbacher, Auditor und Kaospilot in Ausbildung

Dass ein Student Direktor wird, ist keine Seltenheit – das Umgekehrte schon eher. Nach 24 Jahren im Dienst der Novartis hatte Mario Grossenbacher genug von der strikt leistungsorientierten Konzernwelt. Der 43-Jährige kündigte seinen Direktoren-Job, gab Haus und Auto auf und nahm Anfang Oktober in Bern die neue dreijährige Vollzeitausbildung zum Kaospiloten in Angriff.


Herr Grossenbacher, Sie haben sich vom Laboranten bis ins weltweite Management-Team von Novartis hochgearbeitet. Warum haben Sie Ihren gut dotierten Job aufgegeben?
Nach 24 Jahren im gleichen Konzern wurde ich betriebsmüde. Zwar wurde mir intern nochmals ein toller Job angeboten, aber mir wurde in dem Moment klar, dass ich mich nicht mehr frei fühlte bei Novartis. Der Leistungs- und Uniformitätsdruck war enorm, ich musste mich immer mehr verbiegen, um den Ansprüchen des zunehmend angelsächsisch geprägten Unternehmens zu genügen.

Woran merkten Sie das?
Früher war die Schweizer Kultur noch stärker ausgeprägt. Ich konnte alle wichtigen Dinge offen ansprechen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Ich hatte zunehmend das Gefühl, ich müsse mich taktisch verhalten. Novartis hat eine extrem leistungsorientierte Firmenkultur. Bei mir meldete sich immer dringlicher die Sinnfrage. Ich wusste zum Teil nicht mehr, wozu das alles gut war, für welchen Zweck ich Tag und Nacht arbeitete. Klar, ich hatte viele Privilegien und verdiente gut, aber weil die Lebensqualität litt und ich mich in einem Korsett fühlte, brauchte ich immer mehr Geld, um mit Materiellem zu kompensieren, was mir an Sinn fehlte. Ich kaufte zum Beispiel ein teures Auto und funktioniert weiter.

Dann muss man eher fragen: Warum sind Sie 24 Jahre geblieben?
Ich verdanke Novartis sehr viel. Schon mit 29 Jahren durfte ich als Einkaufs-Abteilungsleiter viel Verantwortung übernehmen. Dann arbeitete ich drei Jahre als Auditor in der internen Revision. Das war die interessanteste Aufgabe, die ich mir vorstellen konnte. Ich besuchte Konzerngesellschaften auf der ganzen Welt. Als Auditor lernte ich in kurzer Zeit sehr viel über verschiedene Geschäftsbereiche, über unterschiedliche Märkte und Kulturkreise. Die Schattenseite war, dass ich praktisch kein Privatleben mehr hatte. Drei Wochen war ich mit einem kleinen Team unterwegs, arbeitet von früh bis spät und lebt in Hotels aus dem Koffer. Nach drei Wochen zuhause peilte ich die nächste Destination an. Im ersten Jahr luden mich die Freunde noch auf ihre Partys ein, irgendwann fragten sie mich nicht mehr, weil sie annahmen, ich sei sowieso nicht da.

Sie haben viel Managementerfahrung und einen MBA-Titel in der Tasche. Warum absolvieren Sie jetzt eine Ausbildung, die in der Schweiz offiziell keine Akzeptanz hat?
Als ich mir im letzten Jahr bei Novartis regelmässig die Sinnfrage stellte, wurde mir bewusst: Ich habe 24 Jahre lang getan, was andere von mir verlangten. Es gab für mich in dieser Zeit praktisch kein Leben ausserhalb des Konzerns, ich wurde sozialisiert und eingeschworen auf Leistung und Karriere, auf Zielerreichung, koste es, was es wolle. Weil mir etwas fehlte, begann ich, in der raren Freizeit Menschen zu unterstützen, die beruflich ihren Traum verwirklichten. Meine Nachbarin, eine Opernsängerin, unterstütze ich bei der Organisation von Events, einem Freund half ich, eine Firma aufzubauen. Dann erfuhr ich von Matti Straub, den ich als Berater bei Novartis kennengelernt hatte, dass er eine ganzheitliche Führungsausbildung in der Schweiz lancieren wollte. Das gab mir den Anstoss, etwas zu ändern, mich in Richtung Selbständigkeit zu bewegen. Mir war aber klar: Eine Konzernkarriere bereitet dich kein bisschen auf die Selbständigkeit vor – schon gar nicht, wenn man dem folgen will, was einen wirklich interessiert.

Bis im letzten Jahr bezogen Sie einen hohen Lohn plus Bonus, jetzt zahlen Sie 16’000 Franken Studiengebühren im Jahr. Wie schwer fiel das Loslassen?
Zunächst war ich einige Zeit handlungsunfähig aus Verlustangst. Konzerne wie Novartis geben dir ja den Eindruck, es gebe keinen anderen Weg als die Karriere in diesem Unternehmen. Erst die Konfrontation mit ganz anderen Lebensentwürfen brachte mich in Bewegung. Ich erhielt auch extern sehr gute Jobangebote, aber die Lust, etwas Eigenes aufzubauen, war grösser als die Angst, das Bestehende aufzugeben. Irgendwann schalteten alle Ampeln auf grün, die Bedenken waren weg. So gab ich Haus und Auto auf, beendete meine langjährige Beziehung, mietete eine kleine Wohnung und wagte einen Neuanfang. Hilfreich war bei diesem Prozess die Erinnerung an eine Reise, die ich mit 18 Jahren unternommen hatte. Da war ich fast ohne Geld und ohne jede Ahnung nach New York, Miami, Los Angeles, San Francisco, Mexiko, Guatemala, Hongkong und durch Thailand gereist und hatte die Erfahrung gemacht: Wer aufbricht, findet immer einen Weg und Verbündete. Ich hatte 300 Dollar pro Woche und war leicht und glücklich. Ich kann jedem empfehlen, in jungen Jahren mit wenig Geld und Sprachkenntnissen eine Reise zu machen.

Seit Oktober sind Sie mit 14 Mitstudierenden in der Ausbildung zum Kaospiloten und werden unter anderem in Projektmanagement geschult. Lernen Sie da viel?
Zunächst ist der Klassenmix sehr bereichernd. Natürlich weiss ich mehr über Projektmanagement als die 21-jährige Mitstudentin. Aber die Frage, wann ein Projekt ein «Wow-Projekt» ist, fordert auch mich heraus. Bei Novartis interessierte es niemanden, ob jemand mit innerer Leidenschaft bei der Sache war. Alle waren getrieben von der Performance – das ist nicht immer gesund, wenn es der einzige Massstab ist.

Und jetzt können Sie drei Jahre lang in einer geschützten Werkstatt Ideen entwickeln?
Nein, keine geschützte Werkstatt, wir realisieren schon in den ersten Monaten Projekte für externe Auftraggeber. Aber es geht zunächst um sinnvolle Projekte und eine ganzheitliche Ausbildung, nicht ums Geld. Viele Kollegen fragen mich: «Warum brauchst du eine dreijährige Vollzeitausbildung?» Wohl vor allem deshalb, um aus den alten Mustern herauszukommen. Nach 24 Jahren Konzernwelt brauche ich eine Art «Gehirnwäsche», um später etwas Eigenes realisieren zu können. Eindrücklich ist für mich zum Beispiel, dass wir jedem Thema so viel Zeit geben, wie es braucht. Dadurch gibt es kaum Missverständnisse, wir müssen nicht zurück. Bei Novartis gab es Zeiten, da hatte ich einmal pro Monat ein Zeitfenster von fünf Minuten mit meinem Chef. Da war alles auf Tempo getrimmt. Und wir lernen hier viel genauer, was Selbstführung heisst, wo jeder seine Stärken und Limitierungen hat und wie man in einer Gruppe damit umgehen kann.

Können Sie sich vorstellen, nach der Ausbildung wieder in einem Konzern zu arbeiten?
Kaum, zur Zeit kann ich mir nicht mehr vorstellen, Tag und Nacht die Vorgaben von Chefs zu erfüllen. Ich will selbständig etwas aufbauen und sinnvolle Projekte realisieren. Dank der Ausbildung habe ich Zeit, das Richtige zu finden. Es gibt hier viel Inspiration, die Kombination aus einfachem Studentenleben und breit gefächertem Lernstoff lässt die Ideen sprudeln. Ich will damit nicht sagen, dass eine Konzernkarriere schlecht sei. Aber je länger ich weg bin, desto klarer merke ich, dass es für mich nicht länger das Richtige war. Es ist gar nicht so einfach, in dieser Frage ehrlich mit sich selber zu sein – aber sehr befreiend, wenn man es schafft.

Information und Kontakt:
mario@kaospilots.ch
www.kaospilots.ch

Kaospiloten im Wifag-Gebäude
Am 1. Oktober starteten in den ehemaligen Räumlichkeiten der Wifag-Druckmaschinenproduktion an der Wylerringstrasse 36 in Bern 15 Studierende zur ersten Kaospiloten-Ausbildung in der Schweiz. Die breit angelegte Projektleitungs- und Führungsausbildung hat ihre Wurzeln in Dänemark. In Aarhus ging vor 21 Jahren der erste Jahrgang an den Start, nachdem führende Kulturschaffende eine völlig neue Ausbildung konzipiert hatten. Matti Straub hatte damals gerade die Matura in der Tasche und träumte davon, eine eigene Schule zu gründen, die ihre Schüler intellektuell und emotional fördert und ihnen Mut macht, eigene Projekte zu realisieren. Er fand aber keine passende Ausbildung und rechnete sich aus, dass er mindestens 20 Jahre brauchen würde, um sich die erforderlichen Kompetenzen in Betriebswirtschaft, Pädagogik, Psychologie, Fundrising etc. auf herkömmlichem Weg zu erarbeiten. Im «Magazin» des «Tagesanzeigers» las Straub von den Kaospiloten und bewarb sich umgehend um einen Studienplatz. 1995 nahm er die Generalistenausbildung in Angriff, als Exot in einem Team von 35 dänisch sprechenden Studierenden.
In 20 Jahren haben sich 650 Absolventen zu Kaospiloten ausbilden lassen. Erste Versuche der Initianten, nach Schweden, Norwegen und Holland zu expandieren, scheiterten. 2011 entschieden sich Matti Straub und sein Team, die Ausbildung als Franchisenehmer in der Schweiz anzubieten. Der Lehrgang entspricht laut Straub einem Bachelor-Abschluss, ist aber nur in Dänemark offiziell anerkannt. «Wir passen mit unserem vielseitigen, unkonventionellen Angebot nicht in die Raster der Schweizer Bildungslandschaft», sagt Schulleiter Straub. Die Suche nach externen Geldgebern verlief bisher harzig, noch ist die Finanzierung der ersten drei Schuljahre bei weitem nicht gesichert. Dennoch zweifelt Straub nicht daran, dass im Herbst der zweite Jahrgang starten wird – ein Kaospilot lässt sich von ein paar fehlenden Millionen nicht davon abhalten, ein Projekt voranzutreiben, das ihm am Herzen liegt. «Mittelfristig soll hier auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik ein Innovationsdorf entstehen, wenn möglich mit Bistro und Bed&Breakfast», sagt Matti Straub. Kurzfristig wird die nächste Herausforderung sein, ob die Stadt Hand bietet zu einer Umzonung, damit die Schule im Industriegebiet wenigstens juristisch nicht aus allen Rastern fällt.

Informationsabende in Bern: 7. Februar 19-21 Uhr, 6. März 18-20 Uhr. In Zürich: 31. Januar ab 18 Uhr. Details unter www.kaospilots.ch



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23 Kommentare zu „Wenn der Pharma-Manager sich freiwillig zur «Gehirnwäsche» meldet“

  1. Joachim Adamek sagt:

    Die Einblicke, die dieser Blog regelmässig in die Berufs- und Lebenswelt vermittelt, finde äussert interessant und können sicher gewinnbringend von allen Altersgruppen gelesen werden. Nach dem heutigen Beitrag möchte ich dies Herrn Morgenthaler unbedingt einmal sagen. Übrigens nimmt die Universität von Aarhus im globalen Ranking seit Jahren einen Spitzenplatz ein, was deutlich beweist, das die Qualität der Ausbildung nicht von der Grösse eines Landes abhängt.

  2. Thomas Struntz sagt:

    “Früher war die Schweizer Kultur noch stärker ausgeprägt. Ich konnte alle wichtigen Dinge offen ansprechen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert”

    Sehr schön gesagt. Es ist einfach kein Zufall, dass es der Schweiz besser geht. Es liegt schlichtweg an der eher flachen Hierarchie udn dem gesunden Menschenverstand. Wehe du widersprichst einem französischen Vorgesetzten oder weiss ihn auf die Mängel seiner Ideen hin…Die Engländer benutzen ihre Arbeitszeit vor allem alles zu tote zu diskutieren und sich zu profilieren. Am ende des Tages ist aber genau nichts erledigt worden, im Gegenteil. Aus jeder Mücke wurde nun ein Elefant gemacht und der eigentliche Elefant (das Problem) ignoriert.

  3. hans ulrich schwyzer sagt:

    ich hörte 1997 erstmals von den kaospiloten in dänemark, empfohlen von meiner LAP-abnehmerin. war die rote fabrik in zürich nicht mal ein zugehöriger praktikums/ausbildungssatellit? wenn die ausbildung aber 16000 im jahr kosten soll (ohne staatsunterstützung und anerkennung), dann ist sie trotz aller sympathie leider nur eine für vermögende, wie zb ex-novartis manager, oder gelangweilte millionärssöhne. ich konnte sie mir damals, trotz interesse, ganz einfach nicht leisten. wer kommt schon aus der schule und kann, ohne dass es papi aufhustet, ein paar tausender hinblättern? für einen drittel des preises/jahr könnte/konnte man (ebenfalls in dänemark) sich bei der humana zum projektmitarbeiter ausbilden lassen, inklusive kost & logis, und sich dann in ein afrikanisches land schicken lassen um dort (auch ziemlich ‘chaotische’) entwicklungshilfsprojekte 6 monate lang mitzugestalten. auch lebenserfahrung und -qualität die einem niemand mehr nehmen kann. trotzdem, gute sache so eine neue, ungewöhnliche schule in bern.

  4. Mario Monaro sagt:

    Spannend! Viel Erfolg Mario Grossenbacher.

  5. Thomas sagt:

    @Hans Ulrich Schwyzer

    Mit 22 Jahren war mein Traum im Ausland (Studiengebühren fast identisch) zu studieren. Ich habe 5 Jahre lang, mit vielen persönlichen Einschränkungen, darauf gespart und mir diesen Traum verwirklicht. Wenn man will, ist das möglich.

  6. hans ulrich schwyzer sagt:

    @ Thomas

    da haben Sie natürlich recht. auch ich kann mit stolz sagen dass ich (viele jahre und ebensolchen persönlichen einschränkungen später) das glück und die freude hatte via 2. bildungsweg ein studium an einer ausländischen universität absolvieren zu können. und obwohl die studiengebühren etwa doppelt so hoch waren wie in der schweiz (wo studieren ansonsten ja wirklich günstig ist), war es doch ein ziemliches portemonnaie von CHF 8000/semester (wenn die info stimmt) für ein nicht-anerkanntes studium entfernt.

  7. johnny sagt:

    Traum? Es geht auch ohne 16`000 Franken Studiengebühren im Jahr.
    Am Hyperwerk in Basel werden im gleichen Rahmen schon seit 14 Jahren erfolgreich die unterschiedlichsten individuellen Projekte, internationale Kollaberationen, Geschäftsideen, persönliche Initiativen und zahlreiche Aufträge für Externe Auftraggeber entwickelt und realisiert sowie Personen in Projektmanagement und Interaktionsleitung ausgebildet. Die Ausbildung ist zudem (Das Institut gehört zur Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW) offiziell anerkannt und beinhaltet einen Bachelor-Abschluss.
    Es stimmt daher nicht dass vielseitige und unkonventionelle Institute/Ausbildungen grundsätzlich keinen Platz in der Schweizer Bildungslandschaft haben. Trotzdem freue ich mich für ähnliche, auch private Initiativen wie Kaospilots. Diese übernehmen jetzt und in der Zukunft noch viel stärker eine sehr wichtige Aufgabe in Sachen Bildung und Innovation in der Schweiz. Und auch für Bern freue ich mich. Doch verkneif ich mir nicht die Aussage, dass ein guter “Zapfen” bei einem nicht nur sympathischen Grosskonzern im Vorfeld von Nöten ist um sich diese “Gehirnwäsche” leisten zu können. Trotzdem Kompliment und Glückwunsch an M.G. für die Entscheidung und den Lebenswandel. Viel Erfolg

  8. ER sagt:

    Erst warst Du ein Arbeitskollege; dann mein Chef und heute ein Freund….. und noch immer Überrascht Du mich …. :-)

  9. Daniela Hälg sagt:

    Ich möchte darauf hinweisen, dass Mario eine Ausnahme ist. Die anderen Studenten sind einiges jünger (anfangs 20) und finanzieren sich die Ausbildung durch andere Lösungen: Arbeiten nebenher, arbeiten in den Ferien, Unterstützung der Eltern, Sponsoring durch Unternehmen. Unter Umständen muss man halt ganz neue Wege gehen – aber dafür sind Kaospiloten ja bekannt.
    Ich habe die Kaospilot-Ausbildung vor 10 Jahren in Dänemark abgeschlossen und habe sie mit einem Mix aus verschiedenen Quellen finanziert. Aber ich bin meinen Eltern enorm dankbar, dass sie mich stark unterstützt haben. Ich bin mir auch bewusst, dass diese Möglichkeit nicht allen offen steht. Aber wenn man 21 und abenteuerlustig ist, geht es auch mit sehr wenig Geld. Ich habe von 2000/Monat gelebt. 500 gingen an die Schule, 500 war Miete fürs WG-Zimmer. Umso mehr habe ich grossen Respekt vor Mario, dass er diesen Schritt gemacht hat, nachdem er sich schon an ein hohes Komfort-Niveau gewöhnt hatte. Chapeau! Und ich bin mir sicher: es ist es wert!!

  10. Daniela Hälg sagt:

    PS. Unterstützung durch Stiftungen kommt noch hinzu – da gab es für mich auch einen Beitrag, für den ich enorm dankbar bin. Die Schweiz ist ein Land mit so vielen Stiftungen – dies muss man nutzen.

  11. Daniela Hälg sagt:

    PS 2: Interessant: ich bin an einem Jobinterview noch nie gefragt worden, ob die Kaospilot-Ausbildung anerkannt sei, sondern immer eher was das sei und was ich gelernt hätte. Was ich die richtigen Fragen finde.
    Wenn, dann bin ich das nur von besorgten Bekannten gefragt worden. Kann sein, dass ich von gewissen Organisationen nicht eingeladen werden würde/wurde, aber das ist dann auch ok.Generell konnte ich bisher aber nicht darüber klagen, zu wenig eingeladen zu werden, wenn ich auf Jobsuche war.

  12. Ike Conix sagt:

    „Kaospiloten“ müssen etwas ziemlich Exklusives sein. Die Schweizer-Website ist in englischer Sprache gehalten. Das Beherrschen dieser Sprache ist aber offensichtlich nicht sehr wichtig. Eine Frage, die da beantwortet wird, lautet: „What can a Kaospilot?“. Das Lesen der Antwort habe ich mir erspart.

  13. Anna sagt:

    Ich finde die Kaospilotenausbildung eigentlich super! Ich habe vor einigen Jahren davon gehört, leider war ich da schon mitten im Studium und hatte schon Mühe ein Schweizer Uni Studium zu finanzieren (Und ja ich kenne die vielen Stiftungen, aber leider keine die mich unterstützen wollte, ich war zuwenig Minderheit und hatte keinen 6er Schnitt). Kaospilotenschule lag da nicht drin. Das fand ich dann auch etwas schlecht, dass die Schule so exklusiv sein muss, nur für Leute mit Geld, das fand ich schon damals unsympathisch, vorallem nachdem ich einen Bericht las, wo einige Studenten wirklich sehr verwöhnt dargestellt waren. Zudem scheint mir die Berner Version jetzt eher ein schlechterer Abklatsch der Dänischen Version zu sein. Aber ja ich hoffe das Projekt gelingt trotzdem, Bern kann ein bisschen Innovationsschübe brauchen! Ich denke auch nicht, dass die Anerkennung ein Problem ist, denn schliesslich geht es im Endeffekt darum was die Leute können, das ist jedenfalls auch meine Erfahrung.
    Allerdings finde ich schon, dass es nicht passt wenn eine Schule in der Schweiz so teuer ist, dass nur Leute aus reichem Elternhaus mit Connections und Ex-Direktoren sie sich leisten können…

  14. Jay Leno sagt:

    The Kaos Website is so interesting and written in so crazy live words that you can really feel in your heart, that it is authenticly translated word by word by a otiginal Swiss tribe member ; so horny !! When goes it loose ? I can not wait that i can come to study this really kaotic issues.What a pity that the studies are in English; I can not good English ! Makes that something?

  15. Reto Derungs sagt:

    Morgenthaler erfrischt durch die Auswahl seiner Interwievpartner und überzeugt durch seine Gesprächsführung. Ein Glücksfall für den Tagi.

  16. Anna Karrer sagt:

    Ich finde diese Serie ebenfalls sehr interessant und lese sie immer gerne.

    Auch ich habe im mittleren Alter ein Studium begonnen, absolviert, promoviert, habilitiert, neben meiner Familienarbeit. Das war mit einigen Härten verbunden, ganz anders als bei Herrn Grossenbacher, der sich in typischer Midlife-Crisis-Manier aus allen Verpflichtungen gelöst hat, aber sicherlich dank seiner üppigen Reserven nicht an seine finanziellen Grenzen kommen wird. Ich gönne ihm seine zumindest in praktischer und finanzieller Hinsicht bequeme Situation durchaus und finde es gut, dass er den Absprung aus dem sicheren Netz gewagt hat.

    Dennoch wäre es vielleicht einmal an der Zeit, Frauen zu porträtieren, die Kinder und Karriere unter einen Hut gebracht haben, und zwar ohne die Mittel zu haben, sich professionelle Unterstützung in Haushalt und Familie leisten zu können.

  17. Musta sagt:

    16’000 pro Jahr ist für eine Privatschule (leider) noch günstig.

  18. fredy spitz sagt:

    zum kaospiloten kann ich nicht sagen, doch war ich sprachlos wie treffend Grossenbacher die arbeitssituation bei angelsächsisch geprägtem management beschreibt. genau so habe ich es auch bei Deloitte erfahren was mich veranlasste zu gehen. dieser Management style wirkt auf dauer selbstzerstörend. bewundere die selbstsicher und konsequenz von Grossenbacher,

  19. Anna Karrer sagt:

    Ja, im Prinzip, Herr Morgenthaler, ein Master-Abschluss ist schon mal ein Anfang. Aber die Weiterqualifikation ist nochmals eine ganz andere Herausforderung, besonders ganz oben, wo die Luft dünn wird und es einen langen Atem braucht mit Rund-um-die-Uhr-Engagement während Jahren.

  20. Ernst sagt:

    Ja so was von Kaos aber gerade darin liegt wohl der Reiz. Der Gegensatz ist eben wichtig, das ganze besteht immer aus dem einen und dem anderen. Mario das tönt natürlich toll und diese Ausbildung bzw Umbildung bringt neues Yang ins Leben. Und nur das Yang belebt das Yin. Gratuliere zum Entscheid und ich wünsche gutes Gelingen

  21. Peter sagt:

    Meinen Glückwunsch! Eine Vollbremsung machen und mal einen kompletten Neustart zu machen ist das Beste was einem passieren kann. Ähnlich wie eine echte Weltreise (also eine mit Kulturkontakt) wohltuend ist, kann auch ein beruflicher Neustart helfen, das eigene Leben in Relation zu setzen. Jeder, der es sich von den Lebensumständen her erlauben kann sollte dazu bereit sein denn persönliche Freiheit ist das höchste Gut.

  22. Nicole sagt:

    Was für eine erfrischend Ehrlichkeit in einem Zeitalter von Stress, Druck und Hektik :-) Ich wünsche Dir von Herzen viel Erfolg auf Deinem mutigen Weg!!
    Meine Türen sind Dir JEDERZEIT offen…
    LG., Nicole.